Sekt für die Nutten!

Bescheidenheit und Zurückhaltung zeichnen den Tugendhaften aus. Enthaltsamkeit und Keuschheit ebenfalls. Und wer auf solchen Pfaden wandelt ist wohlgelitten und reinen Herzens. Wer aber lieber die Ballkönigin auf den Abtanz knallen will und Testosteron am liebsten aus der großen Buddel säuft, der sollte den pseudomoralischen Quatsch ganz schnell wieder vergessen und Hackengas geben.

Bring your daughter to the slaughter

Als Basis wurde eine leidlich herunter gerittene Z 1000 verpflichtet, deren Motor zwar "frisch aufgebaut" sein sollte, aber in etwa so unrund lief, wie Phillip Rösler (wer war das noch mal?!) redet. Darüber konnte aber geflissentlich hinweg gesehen werden, denn bei der geplanten Aktion würde sowieso keine Schraube auf der anderen bleiben. Während ein Teil der konspirativen Schrauber-Kommune sich am Triebwerk verdingte, widmete sich der Rest dem ältlichen Fahrwerk. Auf dessen OP-Plan standen ganz oben der Umbau auf einen Reifen im Waschbetonfliesenformat, der Verlust eines Schwingenarmes und der Umbau amtliches Gabel- und Radwerk.

One 4 all

Für den heckseitigen Teil der Aufgabe rekrutierten die Jungs einen saftigen Einarmer. Das mit einer Zwischenwelle ausgestattete Ungetüm erlaubt die Verwendung extremer Schüsseln, ohne dass der Reifen aus der Fahrzeugmitte fällt wie Rex Guildo aus dem offenen Badezimmerfenster. 30 Zentimeter Gummi spannen sich lasziv über die zehneinhalb Zoll breite Hinterradfelge und sorgen beim nachfolgenden Verkehr für therapiebedürftige Minderwertigkeitskomplexe.

Eat the rich

Der Motor ist nicht weniger üppig, und sein Aufbau gestaltete sich deutlich aufwendiger, als man angesichts der sauberen Optik vermuten mag. Nach der kompletten Revision der inneren Organe, galt es im ersten Schritt die Kompression aus den Kesseln zu nehmen. Dickere Fußdichtungen, sowie eine Aluminium-Kopfdichtung aus dem GPz-Segment sind hier hilfreiche Gesellen. APE-Stehbolzen halten den Kopf in Position und tragen den erhöhten Verbrennungsdrücken Rechnung.

Velo Rotrex

Diese kommen nicht von ungefähr, sondern aus dem Rotrex Schneckenlader, der im Prinzip wie ein mechanisch angetriebener Turbo funktioniert. Statt der Abgasschaufel versetzt die Kurbelwelle über einen äußerst erbaulichen Riementrieb die kalte Seite in Rotation und verdichtet im derzeitigen Trimm die Frischgase auf noch gut verdauliche 0,8 Bar. Statt den Luftstrom durch die originalen Vergaser zu pusten, entschieden sich die engagierten Mannen dazu den Benzinanteil über ein Einspritzsystem zeitgemäß beizusteuern. Vollständig digital geregelt, zuverlässig wie die Benzinpreiserhöhung zum Sommerferien-Beginn und dazu erfreulich kompakt von den Maßen, eine solide Entscheidung. Hugh!

First Blood

Nachdem das Rolling Chassis grob fertig und der Motor für erste Probeläufe zusammengebaut war, ging es zum ersten Mal auf den Prüfstand. Der enorme Verbrennungsdruck katapultierte eine Kerze nebst Gewinde aus ihrem Sitz, die Kopfdichtung packte die Zahnbürste ein und marschierte Richtung Friedhof vor und einige weitere kleinere Neben-Debakel sorgten in Summe dafür, dass der frisch revidierte Hubkolber wieder auf die Werkbank und erneut auseinander musste. Scheiße ist nun mal da um zu passieren. Also fix den Arsch abgewischt und neu aufgebaut den Zampano.

Second try

Der zweite Anlauf zeigte sich deutlich erbaulicher. Noch lange nicht perfekt, aber schon mal ganz munter, konnten auf dem Prüfstand 180 muntere Ponys zusammengetrieben werden, die mit 140 Nm an der Kurbelwelle hebeln. Der Ablauf der Triebwerksarbeiten war durchaus symptomatisch für den gesamten Umbau, denn so richtig auf Anhieb klappen wollte nichts. Das lag jedoch nicht daran, dass es den Baumeistern and handwerklicher Begabung gebrochen hätte – ganz im Gegenteil. Zu diesem Zeitpunkt konnte die Crew bereits auf ein üppiges Arsenal hochkarätiger Umbauten auf Kawabasis zurückblicken. Viel mehr fand das Übel seinen Ursprung in Komplexität und Radikalität der Maßnahmen für die es kein vorgefertigtes Schnittmuster gab.

Hand- und Radwerk

Realtiv konservativ geht es im Vergleich zum Rest des Ofens an dessen Front zu. Eine stark modifizierte SRAD-Gabel steckt in CNC-Brücken und klemmt ein viereinviertel Zoll breites Rad zwischen seine polierten Schenkel. Beringer Sechsschüsser verbeißen sich in die montierten 320er Flame-Bremsscheiben, unter Druck gesetzt von Pumpen des Zangen-Herstellers, die sich ob ihrer geschmeidigen Form auch astrein als dekorativer Halsschmuck machen würden. Das alles ist mit viel Liebe zum Detail verarbeitet worden, was sich z.B. daran zeigt, dass wirklich jede einzelne verbaute Schraube an der Drehbank angephast wurde. Lieblose Kompromisse sucht man erfreulicherweise vergebens.


TECHNISCHE DATEN
Marke/Modell/Bj.: Kawasaki Z 1000 Bj. 1977
Motor: 1075 ccm Kompressor, Alu-Kopfdichtung, doppelte Fußdichtung, reduzierte Kompression, APE-Stehbolzen, Rotrex Charger
Vergaser/Einspritzung: Digitales Motormanagement mit Kronenburg Einspritzung
Luftfilter: K & N Einzelluftfilter
Krümmer/Auspuff: Marving Racing
Rahmen: Serie modifiziert
Schwinge: CNC Einarmschwinge
Federbein/Umlenkung: Eigenbau mit Technoflex
Gabel: GSXR-750 SRAD
Gabelbrücken: CNC
Räder: CNC
vorn: 4,25x18
hinten: 10,5 x18
Bereifung:
vorn: Metzler 130x18
hinten: Metzler 300x18
Lenker/Riser: Streetbar
Bremsen: Beringer 6 Kolben Sättel und Pumpe
vorn: 320 Flame Scheiben
hinten: 220er Flame Scheibe
Verkleidung/Maske/Scheinwerfer: Doppelscheinwerfer CNC
Kotflügel: Chrom, Halterunen Eigenbau
Armaturen/Schalter/E-BOX: Serie modifiziert
Instrumente/Anzeigen: Digital Cockpit
Sonstiges: sämtliche Schrauben per Hand abgedreht


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