Die Dampfwalze

Was macht man bloß mit einer neuen Vmax, um sie von den anderen dieser, schon im Urzustand spektakulären, Gefährte abzuheben? Wenn das einer weiß, dann Hennie.

Der niederländische Vmax-Tuner ist ein Fachmann, wenn es darum geht, die japanische Musclebike-Ikone zu individualisieren. Eine der beliebtesten Operationen ist dabei die Umrüstung auf breite Reifen. Richtig breite Reifen. Kein Wunder, ist die Installation von neuem Räderwerk bei den Mäxen der ersten Generation doch unumgänglich, um nicht nur gut auszusehen, sondern auch gut zu fahren. Der werksseitig montierte 150er-Ballonreifen im Heck der Urviecher macht nämlich weder bei dem einen, noch bei dem anderen eine gute Figur.

Nicht aufhören, breiter machen!

Das Problem hat sich bei der neuen Vmax-Generation eigentlich erledigt, prangt doch nicht nur bei der Leistungsangabe eine 200 (mit dem Kürzel PS dahinter) im Datenblatt, sondern auch auf der Reifenflanke. Doch das reicht einem wie Hennie nicht. So ein Schlachtschiff hat mehr Gummi unter dem Kiel verdient, also her mit dem 300er-Hinterreifen! Schon besser, hat aber inzwischen fast jeder. Naja, zumindest viele. Also griff der Hennie noch tiefer in die Trickkiste und fischte eine Otec-Gabelbrücke heraus, mit der die Gabel breit genug für eine nicht weniger als sechs Zoll breite Felge wird, was wiederum die Verwendung eines 180er-Vorderreifens ermöglicht. Darauf ist manch einer am Hinterrad schon stolz.

Die Sinnfrage

Dass so eine Frontwalze weder fahrdynamisch übermäßigen Sinn macht, noch der Traktion auf die Sprünge hilft, ist einleuchtend. Da die motorradtypische Reifenkontur auch einer effektiven Verwendung als ein, den Untergrund ebnendes, Baufahrzeug (quasi eine Baumax, haha) im Wege steht, muß halt der Showeffekt als Grund herhalten. Warum auch nicht? Die neue Vmax ist ja sowieso in jeder Hinsicht darauf getrimmt, möglichst schnell geradeaus zu fahren und dabei die Blicke auf sich zu ziehen. Und ja, dabei sind tatsächlich nicht nur 200 Pferdestärken, sondern auch überbreite Vorderreifen hilfreich.

Gepflegte Dekadenz

Genug Dampf hat das Ding ohnehin, genug Walze also auch. Viel mehr als Räder und Motor ist an einer Vmax traditionell nicht dran, und deshalb hält der Rest dieser Maschine keine großartigen Überraschungen bereit. Bei den Details spielt Hennie aber seine ganze Erfahrung und sein außerordentlich gut sortiertes Zubehörregal aus, um den Brocken gezielt zu veredeln. Das beginnt bei dem für ihn typischen Doma-Auspuff und geht über schicke Teile wie offene Kupplungsdeckel und Alu-Vergaserkappen bis hin zur dezenten, aber effektiven Farbgebung. Dass es dabei ein ziemlich teures Vergnügen ist, seine neue Vmax zu einer einzigartigen zu machen, überrascht nicht. Aber wer die Knete zusammenkratzt, um sich überhaupt so ein hemmungslos übertreibendes und in jeder Hinsicht verschwenderisches Moped wie diese 1700er in die Garage zu stellen, hat vermutlich längst aufgehört, sich über so profane Dinge wie Geld Gedanken zu machen...


TECHNISCHE DATEN
Marke/Modell: Yamaha Vmax 1700, Baujahr 2009
Krümmer/Auspuff: Doma
Schwinge: Otec 300
Gabel: verbreitert für 6-Zoll-Felge
Gabelbrücken: Otec
Räder: Otec
vorn: 6 Zoll
hinten: 11 Zoll
Bereifung:
vorn: 180/55-17
hinten: 300/35-18
Fußrastenanlage: Otec
Seitendeckel: Otec
Kotflügel: Serie, verbreitert
Kühlerblende: Eigenbau
Armaturen/Schalter: ISR/Serie
Instrumente/Anzeigen: Serie


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