RAU Vmax

RAU Vmax

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Seven of Nine

Spätesten seit das Raumschiff Voyager im Star Treck-Universum unterwegs war, wissen wir, dass humanoide Borg-Drohnen mit großen Hupen eine äußerst ansehnliche und nicht weniger seltene Sache sind. Aber El Barto beherbergt etwas in seiner Garage das noch einmal eine ganze Nummer geiler und beträchtlich rarer ist.

Nicht "Seven of Nine", sondern "One of Five" wäre der mathematisch korrekte Terminus für diese Rau mit VMax-Warp-Kern, denn es wurden gerade einmal fünf dieser Rahmen für den ungewöhnlichen Antrieb gebaut. Laut Els Nachforschungen ist einer der fünf inzwischen nicht mehr existent, ein zweiter befindet sich in seinem Bekanntenkreis im Aufbau und die anderen zwei sind im sequenziellen Einsatz. Die Wahrscheinlichkeit, einmal auf ein Schwestermodell im Straßenverkehr zu stoßen, ist damit geringer als einem dreiköpfigen Alien an der Wursttheke bei Tengelmann zu begegnen.

Logbuch des Captains

Los ging die Geschichte an einem gewöhnlichen Tag anno 2008. El saß am Schreibtisch, den Computer vor und ein eiskaltes Sixpack neben bzw. teilweise in sich. In einem nicht ganz unbekannten Onlineauktionshaus stieß er auf die Fragmente der Rau, die sich im Stadium eines Rolling-Chassis befanden und vom Vorbesitzer in die Freiheit entlassen werden sollten. Nachdem der Rest der sechs kleinen Flaschen-Freunde verhaftet war, hatte El den richtigen Pegel um mit einem Tastendruck seinem Kaufinteresse Nachdruck zu verleihen. Ein kleiner Klick für die Maus, ein großer Schritt für El - denn der war ab diesem binären Impuls Eigner einer Rau-Max.

Mission Farpoint

Ein paar Wochen später holte El die Baustelle nach Hause und begann mit der Bestandsaufnahme. Erste Zweifel an der Bestimmung des angefangenen Aufbaus kamen auf als er feststellen musste, dass sich keinerlei elektrische Komponenten am Gerippe befanden - und auch offensichtlich nirgends Platz dafür vorgesehen war. Scheinbar wollte der Voreigner den Vierer im Zentralrohrrahmen im Wohnzimmer deponieren und nicht auf der Straße bewegen. Egal, "so ein bisschen Elektrik kann ja nicht so schlimm sein" dachte sich El, der in Sachen Kradumbau alles andere als unbeleckt war und machte sich ans Werk.

Das unentdeckte Land

Rückblickend musste El seine Einschätzung wieder revidieren. "So ein bisschen Elektrik" kann eben doch schlimm sein. Sogar sehr schlimm. Und so verschlang die Verkabelung des Monstrums deutlich mehr Zeit als eingeplant war. Ebenfalls mit vollständiger Abwesenheit glänzte die Gemischaufbereitung des Motors. Von Vergasern keine Spur, dafür aber eine Eintragung in den Papieren, welche die legale Verwendung von hochkarätigen TDMR-Fallstromflachschiebervergasern erlaubte. Und da die Juwelen schon einmal in den Papieren standen, wollte El der Sache auch in der Praxis gerecht werden und besorgte sich einen Satz der gespreizt angeordneten, mechanischen Gemischfabriken.

Nemesis

Eine Auspuffanlage befand sich zwar bereits beim Kauf schon am Moped, deren Endtöpfe waren aber zu groß, viel zu laut, deutlich zu schwer und sahen drastisch zu Scheiße aus. Nach ihrer Amputation montierte El einen Satz schlanker Shark-Tröten, die sich elegant an den Höcker schmiegen. Ein paar Zentimeter weiter unten versieht die wohl ansehnlichste Kardanschwinge des bekannten Universums ihren Dienst. Ein mächtiger Brocken Leichtmetall wurde zum einarmigen Radhalter umgeformt, in dessen Corpus eine Welle die erzeugte Motorkraft an das Hinterrad weiter gibt. Die Federung übernimmt ein direkt angelenktes Wilbers-Federbein, welches extra für diesen Job hergestellt wurde.

Der Fluch des Khan

Weiter vorne unterstützt eine Upside down-Gabel das Kaschieren von Fahrbahnunebenheiten und sorgt dafür, dass die Fuhre deutlich besser fährt als es ihr Stammbaum auf den ersten Blick vermuten lässt. Sicher, beim Rangieren machen sich die üppigen Dimensionen und nicht unbedeutenden Massen bemerkbar, ist aber einmal der Bereich der Schrittgeschwindigkeit verlassen, wird das Fahrzeug erstaunlich agil und taugt sogar dazu, sportliche Straßenfeger modernster Machart in ihre Schranken zu weisen. Dabei hilft die bärige Kraftentfaltung des Vau-Vier engagiert mit und sorgt dafür, dass zu jedem Zeitpunkt und bei jeder Drehzahl mehr als ausreichend verwertbare Leistung am Pneu zerrt. Das einzige Problem, welches El mit der Rau-VMax plagen dürfte, ist die Tatsache, dass etwas noch exklusiveres zu finden kaum noch möglich sein wird. Es sei denn, er stößt im Supermarkt doch noch mal auf Seven of Nine.

TECHNISCHE DATEN
Marke/Modell: RAU-Max
Erbauer: El Barto
Motor: VMax
Wasserkühler: PSS-RAU
Vergaser: TDMR 40 Flachschieber
Luftfilter: K&N
Krümmer/Auspuff: MAB Krümmer mit Shark Track Carbontöpfen
Rahmen: RAU VMax Zentrahlrohrrahmen
Schwinge: BBR-Einarm mit Kardan
Federbein: Wilbers
Gabel: USD
Gabelbrücken: PSS-RAU gefräst und eloxiert
Räder:
vorn: 3,5x17
hinten: 6,0x17
Bereifung:
vorn: 120-70ZR17
hinten: 190-55ZR17
Lenker/Riser: LSL eloxiert
Bremsen:
vorn: Brembo
hinten: Brembo
Fußrastenanlage: MFW eloxiert
Tank: PSS-RAU Alutank mit angepaßten VMax Lufthutzen
Scheinwerfer: Zubehör
Höcker/Sitzbank: Angepaßter R6 Höcker mit R1 LED Rücklicht
Kotflügel: Zubehör
Kühlerblende: RAU
Armaturen/Schalter/E-BOX: WMD Box mit eloxierten WMD Tastern
Instrumente/Anzeigen: Motogadget
Lackierung: freundliches Schwarz