01: Berechnungen
01: Berechnungen
Basics: Sicherungen und Kabeldurchmesser berechnen

Um Kabeldurchmesser oder benötigte Sicherungsgrößen für unsere Trassen einplanen zu können, muss man die später fließende Stromstärke kennen. Diese wird in Ampere angegeben und richtet sich nach den jeweils angeschlossenen Verbrauchern. Deren Durst wird jedoch blöderweise meistens in Watt ausgewiesen und nicht in Ampere. Schöner Dreck, wäre sonst ja auch zu einfach. Nun kann man zwar unter Zuhilfenahme der Spannung (12 Volt) das eine über das andere berechnen (Ampere=Watt/Volt), was viele Nichtelektriker jedoch schon an den Rand der Verzweiflung treibt.

Mathe ohne Mathe

Für unsere ganz konkrete Mopedpraxis geht das aber näherungsweise (wir brauchen's nicht 100% präzise) ganz simpel ohne Mathe-Studium. Nehmen wir mal an, wir wollen Blinker, Rücklicht und Scheinwerfer über eine Sicherung laufen lassen und deren benötigte Größe nun ermitteln. Dazu addieren wir als erstes einfach die Wattzahlen der Verbraucher (stehen immer in deren Beipackzetteln, auf den Verpackungen oder den Leuchtmitteln selber). Beispiel: Unser Scheinwerfer hat 55/60 Watt (Abblendlicht/Fernlicht), das LED-Brems-Rücklicht 2/2 Watt und jeder der vier verbauten LED-Blinker ebenfalls 2 Watt. Dann hätten wir im schlimmsten Fall also insgesamt 60+4+4 Watt (Fernlicht+Rücklicht/Bremslicht+2 Blinker einer Seite), also insgesamt 70 Watt an gleichzeitig nuckelnden Verbrauchern. Sollte eine Warnblinkfunktion vorgesehen sein, kämen weitere 4 Watt dazu, insgesamt also 74. Hat die Schaltung eine Lichthupenfunktion, so dass Abblend- und Fernlicht auch zusammen brennen können, steigert dies die maximale Wattzahl um weitere 55 Einheiten, also auf insgesamt knapp 130 Watt. Klar soweit, gell.


Um die fliessende Ströme zu kalkulieren, braucht man als erstes die Leistungsaufnahme-Werte der Verbraucher. Diese stehen als Watt-Angaben entweder auf den Verbrauchern selber…



… oder auf den Verpackungen oder Beipackzetteln. Die Werte brauchen wir, um Sicherungen, Schalter und Kabelstärken zu bestimmen



Bis hierher ist also nichts weiter nötig als simples Addieren der angegebenen Wattzahlen der angeschlossenen und gleichzeitig unter Strom setzbaren Verbraucher. Um von Watt auf Ampere zu kommen, teilen wir die Summe nun durch 10. Unser 130 Watt Strang verschlingt also im Betrieb bis zu 13 Ampere. Das ist mathematisch zwar nicht ganz korrekt, reicht für unsere konkrete Betrachtungsweise jedoch völlig aus und baut auch gleich noch ein bisschen Spielraum mit ein. Da 13 Ampere-Sicherungen kaum zu bekommen sind, würden wir in unserem Beispiel zur nächstgrößeren Version greifen – und das wären 15 Ampere.

Aber sicher

Sicherungen gibt es flächendeckend in gängigen Größen mit 3; 5; 7,5; 10; 15; 20; 25 und 30 Ampere. Die jeweilige Sicherung muss natürlich mindestens den fließenden Strom verkraften, logisch. Gerade bei normalen Glühbirnen, Hupen und ähnlichen Verbrauchern muss zudem bedacht werden, dass beim Einschalten kurzzeitig ein wesentlich höherer (Einschalt-)Strom fließt, als der für das Leuchtmittel typische. Deshalb kann in unserem Beispiel durchaus eine 20 Ampere Sicherung die bessere Wahl sein, obwohl die 15er Sicherung mathematisch eigentlich reichen sollte. Das merkt man im Betrieb recht fix, wenn die 15er zu schnell den Flattermann machen sollte. In dem Fall dann einfach auf die 20er umsatteln. Damit wäre das Feld der Stromstärkenberücksichtigung auch schon abgehandelt. Wattzahlen der Verbraucher addieren, Gesamtzahl durch 10 teilen, et voilà.

Es gibt im Netz auch Scripte, die euch das Rechnen abnehmen, z.B. DAS HIER
Einfach die bekannten Werte eintragen, Button anklicken und wie von Geisterhand erscheint der berechnete Wert Spooookyyyy!

Kabel-Gabel

Aber nicht nur die nötige Sicherung haben wir damit bestimmt, sondern auch gleich noch den notwendigen Mindest-Kabelquerschnitt. Denn auch der richtet sich nach dem fließenden Strom. Dafür gibt es folgende Richtwerte, mit denen ihr auf der sicheren Seite seid.

Kabelquerschnitte und Stromstärken:
0,75 mm² bis 5 Ampère
1,0 mm² bis 7 Ampère
1,5 mm² bis 13 Ampère
2,5 mm² bis 16 Ampère
6,0 mm² bis 30 Ampère
10 mm² bis 40 Ampère
16 mm² bis 50 Ampère


Dicke Dinger

Als Zuleitung nehmen wir für unser Beispiel mit den 13 Ampere also mindestens eine 1,5mm² Leitung, eine Nummer größer wählen schadet nicht. Ab dem Verteilerpunkt, von wo aus sich die Kabel auf die einzelnen Funzeln verteilen, also z.B. der Lenkerarmatur, sieht die Sache dann schon anders aus. Selbst die Fernlichtbirne mit ihren 60 Watt, also ~5 Ampere käme locker mit 0,75mm² zurecht. Blinker und Rücklicht sowieso, hier würden gar 0,5mm² langen. So können wir mit unserer simplen Berechnung gleich mal sämtliche Sicherungen, als auch die nötigen Kabelquerschnitte erschlagen und uns ans Einkaufen der Litzen und Sicherungen für den gesamten Kabelbaum machen. Ganz wichtig: Nehmt ausreichend verschieden farbige Kabel. Einfach eine 100-Meter Rolle Schwarz ist eine ganz, ganz doofe Idee. Das Anschließen und Verdrehten wird umso einfacher, je besser die einzelnen Stränge im Baum identifiziert werden können.

Rechenknecht

Unser frisch erworbenes Wissen um die Mächte des Saftes hilft uns auch an einer weiteren Stelle weiter: Denn Schalter – und noch mehr Taster – sind sehr begrenzt in Sachen Belastbarkeit. So ein Schalter/Taster muss mindestens den Strom vertragen, den die an ihm angeschlossenen Verbraucher fressen – ebenfalls plus einen gewissen Sicherheitszuschlag. Wird eine Blackbox oder Tastersteuerung verbaut, muss man sich hierum keine Sorgen machen. Denn dann sendet der Taster lediglich Impulse und keine "echten" Ströme. Deshalb können die Dinger auch mit den kleinstdenkbaren Kabeln angeschlossen werden. Im Taster-Kapitel gehen wir detailliert darauf ein.






02: DoNots
02: DoNots
DoNots

Geschraubt wurde früher. Heute wird „geCrafted“. „Craften“ ist Neudeutsch für talentfreies Herumgepfusche von Bartöl-Süchtigen App-Entwicklern mit 30-Euro-Lidl-Werkzeugkästen an wehrlosen Gehhilfen, damit der „Crafter“ etwas hat, womit er seine Hackfressenbuch-Seite füllen kann. Kommt für uns natürlich nicht in die Hipster-Tüte. Wir schrauben nach wie vor. Gerade und insbesondere in Sachen stromführendes Nervenkostüm kann man sich halbgares Gefummel nicht leisten. Dennoch widmen wir uns in diesem Kapitel dem Craften – wenn auch nur als abschreckendes Beispiel.

Es gibt so einige Totsünden, von denen man unbedingt die öligen Pfoten lassen sollte. Gleich mehrere betreffen die Kabelage. Absolut nichts zu suchen am Krad haben Quetschverbinder, Listerklemmen oder so genannte „Stromdiebe“. Das ist ganz großes Pfui!








Ebenfalls No-Go ist handelsübliches Isolierband oder gar Kreppband als Isolierungs-Bandage. Wir haben auch schon Flickwerk aus Tesa gesehen.




Nur vollkommen Geisteskranke ändern mitten im Kabelbaum die Farben einer Leitung, nur weil ihnen von der einen das Material ausgegangen ist. Das wird beim Anschliessen schon spaßig, seinen vollständigen Humor-Inhalt entfaltet der Rotz aber erst später, wenn ein Fehler vorliegt und der Baum durchgemessen werden muss. Grundgütiger!




Wer nicht mehr in einer Höhle lebt, sein Mittag nicht mit Keule und Steinaxt erlegt und in der Lage ist ein Wasserklosett unfallfrei zu bedienen, kompensiert niedrige Blinkerlasten nicht durch das Einlöten von Widerständen. Das Mittelalter haben wir doch wohl inzwischen hinter uns gelassen.




Wenn wir einen neuen Kabelbaum klöppeln, dann wird dieser ausnahmslos komplett von Grund auf neu erstellt – incl. aller Stecker. Die alten weiter zu benutzen, ein paar Zentimeter der alten Litze stehen zu lassen und dort dann anzuknüpfen ist Craften und wird mit Bartfrisuren und Haargel bestraft. In Kombination mit Quetschverbindern Horror im Kubik.




Im Netz kursieren viele total dufte Tricks, wie man z.B. alte, ausgehärtete Kabelbäume wieder geschmeidig macht: nämlich durch ein ausgiebiges Bad in der Waschmaschine in Weichspüler-Lösung. Das führt der gealterten Umhüllung zwar tatsächlich die entfleuchten Weichmacher zurück – warum es jedoch endlos schwachsinnig ist ausgerechnet eine Baugruppe, die sehr harsch auf Feuchtigkeit reagiert, eine Stunde komplett unter Wasser zu drücken, muss wohl nicht ausgeführt werden. Operation gelungen, Patient tot. Zumindest lässt sich der verwässerte Kabelbaum jetzt schön leicht aufrollen und geht so leichter in die Mülltonne.





03: Planung
03: Planung
Plan-E

Mit gezücktem Seitenschneider in der einen und einem Strang jungfräulicher Kabel in der anderen, auf den Bock loszustürmen und in blinder Raserei Strippen zu verlegen als gäbe es kein Morgen, endet unausweichlich im Chaos – und das können wir gerade beim elektrischen Nervenkostüm nicht gebrauchen. Wer seinen Hobel von Grund auf neu verlitzen will, braucht einen Plan. Oder noch besser: gleich mehrere. Gute Pläne beschleunigen nicht nur die tatsächliche Arbeit, sondern liefern auch wesentlich effizientere Ergebnisse. Ein paar einfache Grundprinzipien zu beachten hilft:

Das erste Gebot: Du sollst keine langen Wege haben. Anzustreben sind immer möglichst kurze Strecken zwischen den zu verdrahtenden Bauteilen und somit kurze Kabel. Deshalb macht es Sinn, sich die Anordnung der Krad im Vorfeld gut zu überlegen und dabei die Bedürfnisse der jeweiligen Brocken zu berücksichtigen. Beispiel: Den Regler vorne unter der Maske und die Batterie hinten im Höcker zu platzieren, ist suboptimal. Denn das erzeugt sehr lange Strippen von der LiMa zum Regler. Und von hier aus muss dann eine Trasse für den Ladestrom über den kompletten Hobel bis zu dessen Rektum verlegt werden, damit der Saft an der Batterie ankommt. Dem Gesetz der zentralisierten Massen folgend, macht es deutlich mehr Sinn, den Regler so dicht wie möglich an den Generator heran zu rücken und auch die Batterie nicht unnütz weit weg zu deportieren. Kurze Kabel = bester Stromfluss, weniger Störungsanfälligkeit und schlankere Bäume.

Erste Plaungsskizze für die Neuverkabelung unserer Suturbi. Sie dient lediglich der Standortbestimmung und gibt einen Überblick darüber, wieviele Kabel von wo nach wo gezogen werden müssen



Gleichzeitig ist im Auge zu behalten: Regler sind thermische Mimosen. Sie mögen gut belüftete, kühle Refugien und verrecken in der Sauna. Oberhalb des Zylinderkopfes, unter dem Auspuff oder zwischen den Krümmern sind also ganz, ganz doofe Standorte. Ideal dagegen sind z.B. das hintere Radhaus (tatsächlich so ziemlich der bestbelüftete Platz am Moped) oder eine exponierte Stelle abseits von Wärmequellen. Unterhalb der Schwinge, hinter der Fußrastenplatte – beides sehr gut geeignete Positionen. Pflanzt man dann noch den Akku in Reichweite an, beispielsweise unterhalb der Sitzfläche, erhält man zum Dank auch hier schön kurze Wege. Es macht also Sinn, sich genau zu überlegen, was wohin soll.

Mit diesem Plan haben wir sowohl die einzelnen Sicherungskreise mitsamt Ampere-Werten festgelegt, als auch die benötigten Relais-Schaltungen. Ist also quasi die Basis für unseren Teile-Einkauf



Lageplan für die notwendigen Schaltungen und Basis für den Bau unserer eigenen Schaltboxen. Da wir diese selber stricken, müssen wir, anders als bei Kaufkrempel, uns nicht auf einen festen Montageort festlegen, sondern können die Sachen sinnvoll aufteilen



Das zweite Gebot: Du sollst zwei weitere Stränge neben mir haben. Also insgesamt drei – wie mathematisch bewanderte Füchse bereits erfasst haben werden. Dahinter steckt nichts weiter, als der Ansatz, den Kabelbaum zu gliedern und nicht einfach alles in einem zusammenzufassen. Es macht Sinn, drei Kreise zu verlegen. Jeweils einen für den Ladestrom (also LiMa/Regler/Akku), einen für Motor-relevante Bauteile (ECU/Zündspulen/Einspritzdüsen etc.) und einen dritten für Einrichtungen wie Licht, Tacho, Blinker usw. Das erleichtert nicht nur die Planung und spätere Umsetzung, sondern hat auch technische Vorzüge – auf diese gehen wir in den jeweiligen Buteil-Kapiteln detailliert ein.

Wird eine Tastersteuerung angepeilt, so macht es ebenfalls Sinn sich im Vorfeld zu überlegen, was man eigentlich genau schalten will. Davon abhängig ist die Auswahl der Steuerbox und Anzahl der benötigten Taster, also der Armatur. Wer unserem Workshop zum Eigenbau von Armaturen und Schaltzentrale folgen will, benötigt diese Phase ebenfalls, legt sie doch die spätere Teileliste fest.

Da wir auch die Tasterarmaturen selber bauen, können wir auch deren Belegung frei bestimmen. Das erfolgt ebenfalls über einen einfachen Plan. Und da wir perspektivisch denken, haben wir jeweils einen Platz mehr eingeplant, als wir aktuell brauchen. So läßt sich später unkompliziert eine Funktion nachrüsten. Auch das gehört zur Planung



Das dritte Gebot: Du sollst begehren deines nächsten Schaltplan. Heißt: besorgt euch unbedingt die originale Stromlauflandkarte eures Hobels – auch wenn ihr alles komplett neu ziehen wollt. Der OEM-Plan enthüllt die korrekte PIN-Belegung der einzelnen Bauteile, wie z.B. Regler, Zündbox, Fühler, Sensoren und Co. – er sollte also ebenfalls parat liegen.

Ob am PC, mit beschrifteten Legosteinchen oder klassisch mit Bleistift und Papier - scheißegal! Wichtig ist einzig, dass ihr zurecht kommt. Am Ende ist es keine Kunst und kann weg



Das vierte Gebot: Du sollst malen bis der Arzt kommt! Es spielt keine Rolle, ob digital am PC oder analog mit dem Bleistift auf der Rückseite einer McDonalds Tablett-Unterlage: Malt euch die Sachen auf. Die Skizzen müssen keinen Elektriker-Normen entsprechen – sie müssen lediglich für euch selber visualisieren, was ihr vorhabt. Am PC geht das mit einem einfachen Malprogramm sehr schön und hat den Vorteil, dass man Veränderungen einfach vornehmen kann. Die Vorab-Pläne können nach Bau-Fertigstellung getrost in die Tonne, sie helfen nur bei der Planung und haben sonst keine Funktion. Mit ihrer Hilfe bestimmt ihr eure Einkaufsliste, wisst, wie viele unterschiedliche Kabelfarben ihr braucht und wo die einzelnen Teile am Hobel zu montieren sind. Nehmt euch für die Phase viel Zeit, denn ansonsten folgt daraus das letzte Planungsgebot: Scheiß Planung = Scheiß Ergebnis! Und wer will das schon? Bekomme ich ein Amen?! Handgemaltes Pendant zum digital erzeugten Lageplan von oben. Funktioniert genauso








Disclaimer/Warnhinweis:
Dieser Bericht dient lediglich der Veranschaulichung der von uns durchgeführten Arbeiten. Er ist auf keinen Fall Aufforderung oder Ermunterung zum Nachmachen und will auch nicht so verstanden werden. Wir raten ausrücklich davon ab, die durchgeführten Arbeiten, egal ob komplett oder auszugsweise nachzumachen, da daraus sowohl für Material als auch Leib und Leben (auch das Dritter) explizite Gefahren erwachsen. Darüber hinaus führen derartige Arbeiten u.U. zum Erlöschen der Betriebserlaubnis und/oder Garantie- oder Gewährleistungsansprüchen. Also bitte auf keinen Fall nachmachen! Wer dies dennoch tut, handelt entgegen unserer ausdrücklichen Warnung als auch Intention und ausschließlich sowie umfassend auf eigene Gefahr und ist für alle hieraus erwachsenden Konsequenzen und Schäden eigenverantwortlich.


04: Tools
04: Tools
Tooltime

Die Isolierung der Kabel mit den Schneidezähnen abknabbern oder Crimp-Stecker mit der Kombizange krumm würgen mag ja seinen rustikalen Charme haben, geil ist das jedoch nicht. Für vernünftige Resultate braucht`s vernünftiges Werkzeug.

Prüfwerkzeuge

Haut irgendwas nicht hin, die Batterie wird nicht geladen oder das Drecks-Bremslicht will einfach nicht funzeln, ist Diagnose angesagt. Mehr als zwei Helferlein sind dazu gar nicht nötig.

Das Dream-Team besteht aus einer ordentlichen Prüflampe (wir stehen total auf unseren Testboy – klingt irgendwie wie der Sexsklave der Village People - und ist genauso geil)



Dazu gesellt sich ein Multimeter, das auf jeden Fall Widerstände, Durchgänge, Spannungen und Ströme auslesen können muss. Wer ein paar Euro mehr ausgibt, bekommt Teile mit automatischer Auflösungsanpassung und höherer Genauigkeit. Von 10-Euro Baumarktteilen raten wird dringend ab. Die Dinger sind so ungenau, dass sie die Diagnose ad absurdum führen.

Mit solch einem Multimeter kann man sowohl Lichtmaschine als auch Regler unter die Lupe nehmen, Masseschlüsse im Kabelbaum finden, Schalter und Taster prüfen und Zündspulen kategorisieren



Baumaschinen

Wer Trassen verlegen und Kabelbäume pflanzen will, braucht zusätzliche Helfer. Um Kabel auf die richtigen Längen bringen zu können, sollte auf jeden Fall ein scharfer Seitenschneider bereit liegen



Dazu gesellen sollte sich ein Abisolierer. Die gibt es in analoger Zangenform für ein paar Kracher, über multifunktionale Kombiinstrumente bis hin zu automatischen Apparaten mit einstellbarer Schnittlänge und selbsttätiger Querschnitts-Anpassung. Solche Dinger sind nicht mal unbedingt kostspielig. Schon für um die 15 Euro gibt es Einstiegsware vom Markenhersteller. Richtig gute Exponate verlangen mindestens nach dem doppelten Betrag, Profizeugs sprengt den dreistelligen Bereich



Darüber hinaus ist die Anschaffung einer Crimp-Zange mit auswechselbaren Backen empfehlenswert. Ganz ohne Stecker geht es nicht – und deren PINs wollen artgerecht behandelt werden. Durch die verschiedenen Backen ist das Teil ein echter Tausendsassa und rentiert sich bereits bei einem Kabelbaum



Grundsätzlich lautet das Motto beim Kabel-Stricken: Was verlötet werden kann, wird verlötet. Also brauchen wir ein entsprechendes Heitz-Eisen. Ob Löt-Station, Kolben, Pistole, elektrisch oder gasbetrieben ist eher Geschmackssache. Auf jeden Fall sollte das Objekt der Begierde einstellbar sein. Unser ganz persönlicher Favorit ist über die Jahre der Gaslötkolben von Dremel geworden. Kein Kabel das im Weg rum baumelt, in wenigen Sekunden auf Temperatur, Stand-By Stellung und auch für dicke Litzen mehr als genug Power. Zudem kann das Ding auch als Brenner und Heißluftstrahler herhalten – Funktionen, die wir jedoch nicht nutzen. Aber als Lötkolben ist der Hugo endlaser. Volle Kanne, Hoschies!





Neben dem Heißmacher selber muss noch Lot ins Körbchen. Und außerdem: Flussmittel. Lötfett tut’s vollkommen. Durch das Flussmittel wird nicht nur die Lötstelle schöner, sondern auch die einzubringende Wärme deutlich reduziert, was die zu behandelnden Bauteile sehr zu schätzen wissen. Also unbedingt mit einpacken



Um Schrumpfschlauch verarbeiten zu können, ist ein Heißluftgebläse unerlässlich. Nein, ein Feuerzeug reicht nicht. Gleich wieder vergessen den Gedanken. Auch beim Föhn ist die Betriebsart nebensächlich. Anders als beim Lötkolben raten wir jedoch zu einem elektrischen Dödel. Die Teile strahlen breiter, weniger punktuell und deutlich gleichmäßiger als ihre Brenner-Kumpels. Für Kabelbaum-Arbeiten greifen wir am liebsten zur kleinen Proxxon-Kanone. Die ist nicht nur handlich, sondern auch temperaturtechnisch im richtigen Fenster unterwegs



Als zusätzliche Goodies empfehlen sich neben einer so genannten „dritten Hand“ auch ein paar Prüfschnüre mit denen mal elektrische Kreise improvisieren kann um z.B. ausgedachte Schaltungen zu checken bevor man die finalen Kabel zieht oder auch Kabel zu brücken. 5-10 Stück dürfen es gerne sein. Die Dinger gibt`s im Bund als „Labormess-Schnüre“ für ein paar Kracher.

Die dritte Hand hilft ungemein beim Verlöten. Warum, erklärt der Name an sich schon



Disclaimer/Warnhinweis:
Dieser Bericht dient lediglich der Veranschaulichung der von uns durchgeführten Arbeiten. Er ist auf keinen Fall Aufforderung oder Ermunterung zum Nachmachen und will auch nicht so verstanden werden. Wir raten ausrücklich davon ab, die durchgeführten Arbeiten, egal ob komplett oder auszugsweise nachzumachen, da daraus sowohl für Material als auch Leib und Leben (auch das Dritter) explizite Gefahren erwachsen. Darüber hinaus führen derartige Arbeiten u.U. zum Erlöschen der Betriebserlaubnis und/oder Garantie- oder Gewährleistungsansprüchen. Also bitte auf keinen Fall nachmachen! Wer dies dennoch tut, handelt entgegen unserer ausdrücklichen Warnung als auch Intention und ausschließlich sowie umfassend auf eigene Gefahr und ist für alle hieraus erwachsenden Konsequenzen und Schäden eigenverantwortlich.


05: Material
05: Material
MatNachweis

Shopping-Zeit! Für den Neubau eines Kabelbaums muss man keine Plünderungen in der FuZo veranstalten oder Kabel-Kalli leer kaufen. Ein paar gezielte Griffe ins Elo-Regal reichen vollkommen aus. Wer gut geplant hat, weiß genau was und für wen er anschaffen gehen muss.

Ganz oben auf der Liste stehen – Überraschung! – Kabel. Wer hätte das gedacht. Neben den verschiedenen notwendigen Querschnitten ist auch auf eine ordentliche Farbauswahl zu achten. Es kommen ausschließlich flexible isolierte Kabel zum Einsatz – auf keinen Fall starre aus dem Hausinstallations-Segment, auch keine Lautsprecher-Litzen oder ausrangierte Verlängerungsstrippen aus Opas Dreifachsteckdose. Gebrauchtes Material bleibt außen vor. Wir craften schließlich nicht, wir bauen.



Kabel kauft man nicht bei Obi, sondern idealerweise im KFZ-spezifischen Handel. Meist sind sie dort auch noch günstiger



Dickere Querschnitte besorgen wir uns vorzugsweise in Auto-Buden, die viel im HiFi-Bereich machen. Dort gibt’s es amtliches Material, das sich exzellent als Trasse für den Anlasser eignet. Die Kabel sind trotz ihres Durchmessers extrem flexibel, ordentlich isoliert und lassen sich sehr gut verlöten. In den Dröhn-Buden gibt`s auch gleich die passenden Kabelschuhe dazu



Links ein HiFi-Kabel, rechts daneben zum Vergleich ein alter, störrischer Original-Kollege



Damit Bauteile Anschluss finden, benutzen wir Crimp-Kabelschuhe . Nicht zu verwechseln mit ekeligen Quetschverbindern. Die Dinger gibt`s für einen Appel und ein Ei im sachdienlichen Elektronik-Segment. Also ruhig etwas üppig bevorraten und nicht zu geizig shoppen



Wenn Abzweigungen, bzw. Verteilerstellen sein müssen, kommen solche Weichen zum Einsatz. Sie sind kompakt und erlauben die solide Weitergabe der Signale an gleich drei Abnehmer



Abnehmbare Brocken wie Höcker oder Maske werden ausschließlich mit wasserdichten Steckern angedockt. Es gibt die Superseals in Ausführungen von ein bis sechs PINs – und für Leute mit ner Bärenfalle in der Brieftasche inzwischen auch als günstige Nachbauten, über deren Qualität wir jedoch nichts sagen können. Wir verbauen nur das Originalzeugs – bei gerade einmal zwei Kupplungen spielt das finanziell unterm Strich keine Geige



Kabel verpacken wir grundsätzlich in Schrumpfschlauch. Den gibt es in verschiedensten Durchmessern, Farben, mit und ohne Innenkleber sowie unterschiedlichen Schrumpfraten. Wer auch hier sauber geplant hat, weiß bereits im Vorfeld um die jeweiligen Kabelpakete und kann präzise ordern



An Stellen, wo sich der Schlauch nicht überwerfen lässt, ist selbstverschweissendes Isolierband die richtige Waffenwahl. Es vulkanisiert zu einer ganzheitlichen Hülle und verschließt den umtüdelten Bereich hermetisch. Finger weg von normalem, klebendenden Isolierband!



Sollen verschiedene kleinere Kabelstränge zu einem zusammengefasst werden oder ist zusätzlicher mechanischer Schutz gegen Scheuern sinnvoll, gibt es auch hierfür Mittel und Wege

Das richtige Verhütungsmittel ist in diesem Fall die Spirale. Sie kann nachträglich zum Einsatz kommen und sorgt für zusätzliche Ordnung im Stall. Wer zu Zeiten der Bonanza-Fahrräder aufgewachsen ist, kennt die Dinger noch als bunte Ummantelungen für Bowdenzüge. Wir bevorzugen jedoch unbuntes Schwarz. Vorsicht: wirkt nicht empfängnisverhütend!



Vorher



Gebündelt



Zur Fixierung von elektrischen Gezuppel sind Kabelbinder konkurrenzlos. Günstig, in unterschiedlichsten Längen, Breiten und Farben zu erhaschen das ultimative Würgemittel für Kabelstränge. Sollte immer ausreichend parat liegen



Ebenfalls notwendig für Verlege-Arbeiten: Gummitüllen



Wenn Kabel durch Bleche oder Wandungen verlaufen, unbedingt Gummitüllen zum Einsatz bringen, damit die Isolierung nicht im Loch schubbert und sich aufarbeitet. Schützt langfristig gegen fiese Kurzschlüsse





Disclaimer/Warnhinweis:
Dieser Bericht dient lediglich der Veranschaulichung der von uns durchgeführten Arbeiten. Er ist auf keinen Fall Aufforderung oder Ermunterung zum Nachmachen und will auch nicht so verstanden werden. Wir raten ausrücklich davon ab, die durchgeführten Arbeiten, egal ob komplett oder auszugsweise nachzumachen, da daraus sowohl für Material als auch Leib und Leben (auch das Dritter) explizite Gefahren erwachsen. Darüber hinaus führen derartige Arbeiten u.U. zum Erlöschen der Betriebserlaubnis und/oder Garantie- oder Gewährleistungsansprüchen. Also bitte auf keinen Fall nachmachen! Wer dies dennoch tut, handelt entgegen unserer ausdrücklichen Warnung als auch Intention und ausschließlich sowie umfassend auf eigene Gefahr und ist für alle hieraus erwachsenden Konsequenzen und Schäden eigenverantwortlich.


06: Klemmenbezeichnungen
06: Klemmenbezeichnungen
Klemmenbezeichnungen

Elektrische Anschlüsse bezeichnet man als "Klemmen". Sie werden hauptsächlich in Ziffern wieder gegeben, mit denen man auch ohne Manual Bauteile präzise identifizieren und verdrahten kann. Dazu muss man natürlich wissen, was sich hinter den Ziffern versteckt. Die folgende Liste gibt Aufschluss


Hier gibt's die Liste als PDF zum Ausdrucken

1 Zündspule, Zündverteiler, Niederspannung 1a, 1b Zündverteiler mit 2 getrennten Stromkreisen 2 Kurzschließklemme, Magnetzünder 4 Zündspule, Zündverteiler, Hochspannung 4a, 4b Zündverteiler mit 2 getrennten Stromkreisen, Hochspannung 7 Klemme der Basiswiderstände zum/vom Zündverteiler 15 geschaltetes Plus nach Batterie 15a Ausgang am Vorwiderstand zu Zündspule und Starter 15 Eingang Glühstartschalter 17 Starten 19 Vorglühen 50 Startersteuerung 15 Batterie Plus über Schalter 30 Eingang von Batterie Plus direkt 30a Eingang von 2. Batterie und am Umschaltrelais 12/24V 31 Rückleitung an Batterie Minus oder direkt an Masse 31a Rückleitung an 2. Batterie Minus, Umschaltrelais 12/24V 31b Rückleitung an Batterie Minus oder an Masse über Schalter 31c Rückleitung an 1. Batterie Minus, Umschaltrelais 12/24V 32 Rückleitung 33 Hauptanschluss (Vertauschen von 32 und 33 möglich) 33a Endabstellung 33b Nebenschlussfeld 33f 2. kleinere Drehzahlstufe 33g 3. kleinere Drehzahlstufe 33h 4. kleinere Drehzahlstufe 33L Drehrichtung links 33R Drehrichtung rechts 86 Eingangsklemme Schütz 49 Eingang Blinkgeber 49a Ausgang Blinkgeber, Eingang Blinkerschalter 49b Ausgang 2. Blinkkreis 49c Ausgang 3. Blinkkreis C 1. Blinkkontrolllampe C2 2. Blinkkontrolllampe C3 3. Blinkkontrolllampe L Blinkleuchten links R Blinkleuchten rechts L54 Ausgang für kombinierte Blink-Bremsleuchten an Zugmaschinen und Anhängern, links R54 Ausgang für kombinierte Blink-Bremsleuchten an Zugmaschinen und Anhängern, rechts 51 Gleichspannung am Gleichrichter 51e wie 51, jedoch mit Drosselspule für Tagfahrt 59 Wechselspannung Ausgang, Eingang Gleichrichter, Lichtschalter 59a Ladeanker Ausgang 59b Schlusslichtanker Ausgang 59c Bremslichtanker Ausgang 63 Reglerklemme zur Änderung der Reglerspannung 63a Reglerklemme zur Änderung der Strombegrenzung 64 Generator Steuerleitung 61 Ladekontrolle B+ Batterie Plus B- Batterie Minus D+ Dynamo Plus D- Dynamo Minus DF Dynamo Feld DF1 Dynamo Feld 1 DF2 Dynamo Feld 2 U, V, W Drehstromklemmen 54 Bremslicht bei Leuchtkombination und an Anhängersteckvorrichtung 55 Nebelscheinwerfer 56 Scheinwerferlicht 56a Fernlicht und Anzeigelampe 56b Abblendlicht 56d Lichthupe 57 Standlicht Kraftrad 57a Parklicht 57L Parklicht links 57R Parklicht rechts 58 Begrenzungs-, Kennzeichen-, Instrumenten-, Schlussleuchten 58L Lichtschalterklemme f. linke Begrenzungs- u. Schlussleuchten, wenn getrennt schaltbar 58R Lichtschalterklemme f. rechte Begrenzungs- u. Schlussleuchten, wenn getrennt schaltbar 58b Schlusslichtumschaltung bei Einachsschleppern 58c Anhängersteckvorrichtung, einadrig verlegtes und im Anhänger abgesichertes Schlusslicht 58d Regelbare Instrumentbeleuchtung 53 Eingang Wischermotor Plus 53a Endabstellung Plus 53b Nebenschlusswicklung 53c Scheibenspülerpumpe 53e Bremswicklung 53i Wischermotor mit Permanentmagnet, dritte Bürste für höhere Geschwindigkeit 71 Eingang Tonfolgeschaltgerät 71a Ausgang zu Horn 1 und 2 tief 71b Ausgang zu Horn 1 und 2 hoch 72 Alarmschalter Rundumleuchte 85c Alarmschalter Ton an 81 Öffner, Wechsler Eingang 81a 1. Ausgang 81b 2. Ausgang 82 Schließer Eingang 82a 1. Ausgang 82b 2. Ausgang 82z 1. Eingang 82y 2. Eingang 83 Mehrstellenschalter, Eingang 83a Ausgang Stellung 1 83b Ausgang Stellung 2 84 Eingang Antrieb und Relaiskontakt (Wicklungsanfang) 84a Ausgang Antrieb (Wicklungsende) 84b Ausgang Relaiskontakt 85 Ausgang Antrieb (Wicklungsende, Minus) 86 Eingang Antrieb (Wicklungsanfang) 86a Eingang 1. Wicklung 86b Eingang 2. Wicklung 87 Eingang Öffner und Wechsler 87z, y, x Eingang Öffner und Wechsler bei mehreren Eingängen 87a Ausgang Öffner und Wechsler 87b, c, d Ausgang Öffner und Wechsler bei mehreren Ausgängen 88 Eingang Schließer 88z, y, x Eingang Schließer bei mehreren Eingängen 88a (87) Ausgang Schließer und Wechsler 88b, c, d Ausgang Schließer und Wechsler bei mehreren Ausgängen 52 Signal vom Anhänger 54g Magnetventil für Dauerbremse im Anhänger 75 Radio, Zigarettenanzünder 77 Türventilsteuerung




Alle Angaben ohne Gewähr, Irrtümer vorbehalten
07: Trick 17
07: Trick 17
Trick 17

Weiß man um ein paar spezielle Grundsätze, kann man ohne zusätzlichen Arbeits- und Kostenaufwand so einiges an Optimierung ins elektrische Dickicht einfließen lassen und die Qualität des Ergebnisses sowie die Zuverlässigkeit des Kabelgestrüpps deutlich anheben.

Zündspulen: Den Funkenkanonen kann man ihre Aufgabe deutlich erleichtern, wenn man sie von heißen Hot-Spots fernhält. Genau wie Regler mögen sie es kühl und zugig. Was sie dagegen gar nicht mögen, sind magnetisierbare Metalle in ihrem direkten Umfeld, denn diese irritieren ihre eigenen Magnetfelder, was wiederum Auswirkungen auf die induktive Leistung hat. Diese Magnetfelder wirken nicht nur innerhalb der Spulenkörper, sondern deutlich darüber hinaus. Bei Krädern mit klassischen Stahlrahmen macht es also Sinn, sie nicht direkt am Rahmen zu verschrauben, sondern mit etwas Abstand – oder noch besser: an einer Stelle ohne Eisen-Nachbarschaft. Bei Krädern mit Alu-Rahmen entfällt dieses Problem. Bei beiden Typen kann aber ein weiterer kleiner Hack Pluspunkte bringen: Wenn man für die Befestigungsschrauben auf ein nicht magnetisierbares Material, also z.B. VA, Alu oder Messing zurückgreift und die klassischen 8.8er Stahlschrauben in der Schublade lässt, verhindert man auch hier Störungseinflüsse und bekommt optimales Knistern ins Gebälk.



Die richtige Materialwahl kann auch an anderer Stelle weit mehr als nur kosmetischen Charakter entfalten. Metalle haben nämlich nicht nur in Sachen Wärmehaushalt und Magnetismus stark unterschiedliche Eigenschaften, auch Ströme transportieren sie nicht einheitlich effektiv – mit überraschender diesbezüglicher Reihenfolge (natürlich Abhängig von der jeweiligen konkreten Legierung, für uns reicht an dieser Stelle jedoch die näherungsweise Betrachtung). Das in Sachen Sturmflut so ziemlich schlechteste, für uns relevante Material ist Edelstahl. Wer also z.B. VA-Schrauben benutzt, um die Kabel an der Batterie zu verschrauben oder Massekabel gegen den Rahmen zu ballern hat in Sachen elektrischer Leitfähigkeit zum schlechtesten Metall gegriffen.



Stahlschrauben leiten schon fünfmal besser. Messing kann`s noch einmal eine Spur effektiver. Aluminium kommt gar auf den bis zu 25-fachen Wert von Edelstahl und ist immer noch etwa fünfmal leitfähiger als Stahl. Besser können es eigentlich nur noch Kupfer (als Schraubenmaterial jedoch zu weich), Silber und Gold. Womit auch geklärt wäre, warum Highend-Kabelschuhe oftmals vergoldet angeboten werden. Das hat nichts mit Poserei oder Angebertum zu tun, sondern ganz banale elektrische Gründe. Der Strom fließt so einfach deutlich ungehemmter.

Wer also für die Kabelbefestigung an der Batterie und an Massepunkten Aluminiumschrauben (z.B. 7075er) benutzt sowie Anlasserkabel und Batteriehauptkabel zum Anlasser-Relais mit vergoldeten Kabelschuhen bestückt (so teuer sind die nicht), erfreut sich an diesen neuralgischen Punkten der maximalen Barriere-Freiheit und munter fließenden saftigen Strömen. A Propos Masse: Jeder Verbraucher bekommt ein eigenes Massekabel, welches bis zum Verschraubungspunkt geführt wird. Also nicht auf halbem Ende die Massekabel zusammentüdeln, sondern jedes einzelne mit einer Öse bestücken



Eine fiese Falle in Sachen Stromfluss ist die Gabel, bzw. deren Lenkkopflager. Solltet ihr an der Forke Verbraucher, wie z.B. Blinker oder Scheinwerfer, montiert haben so sorgt dafür, dass die Kollegen Masse per Kabel vom Rahmen beziehen und nicht über den Lenkkopf. Also nicht einfach die Massekabel an der Gabelbrücke, den Risern oder dem Lenker montieren, sondern bis zum Rahmen legen. Das Lenkkopflager in seinem Fettbecken steht da nämlich gar nicht drauf und tut dies durch schnell verschleißende Lager kund.



Disclaimer/Warnhinweis:
Dieser Bericht dient lediglich der Veranschaulichung der von uns durchgeführten Arbeiten. Er ist auf keinen Fall Aufforderung oder Ermunterung zum Nachmachen und will auch nicht so verstanden werden. Wir raten ausrücklich davon ab, die durchgeführten Arbeiten, egal ob komplett oder auszugsweise nachzumachen, da daraus sowohl für Material als auch Leib und Leben (auch das Dritter) explizite Gefahren erwachsen. Darüber hinaus führen derartige Arbeiten u.U. zum Erlöschen der Betriebserlaubnis und/oder Garantie- oder Gewährleistungsansprüchen. Also bitte auf keinen Fall nachmachen! Wer dies dennoch tut, handelt entgegen unserer ausdrücklichen Warnung als auch Intention und ausschließlich sowie umfassend auf eigene Gefahr und ist für alle hieraus erwachsenden Konsequenzen und Schäden eigenverantwortlich.