DIE FIGHTGENOSSENSCHAFT

Irgendwann muß jeder mal raus aus seiner Haut und dem Alltagstrott. Mal Fünfe gerade sein lassen, auf den Pudding hauen, völlig abdrehen. Der Postbeamte verstellt dazu seinen Datumsstempel, der Bürofuzzi schmeißt Pfandflaschen in den Altglascontainer und der Durchschnittskradler kürzt unter infernalischen „Aanaarchiie“-Gebrülle den hinteren Spritzschutz um fünf Zentimeter. Was aber, wenn du von Berufswegen schon zwölf Stunden am Tag mit Ausrasten beschäftigt bist und seit zehn Jahren den ganz normalen Wahnsinn alltäglich praktizierst?

Ricola Schweizer Kradlerzucker

Es kam, wie es kommen mußte: An einem Abend, im Sternzeichen von Obstler und Met, wurde kurzerhand der kollektive Aufstand geplant. Einfach mal was „Extremes“ bauen. Alter Schwed...äh...Schweizer. Mit einem Faible für anglizistisches Rohrwerk ausgestattet, begann die Odyssee mit der Gestaltung des tragenden Gerüstes. Feinstes Alu wurde sorgsam in Form gebracht und zu einem Gitterrohrrahmen verschweißt. „Am Ende wird alles gut“ wußte schon Konfuzius – und hatte damit völlig recht. Denn die hinten abschließende (und ebenfalls in Eigenarbeit geschnitzte) Radhalterung wird dieser positiven Grundeinstellung im wahrsten Sinne des Wortes voll gerecht. Die Dimensionen dieses Brummers sind wirklich mehr als mächtig. Müssen sie auch sein, denn das ehrgeizige Ziel des Unterfangens sah nichts Geringeres als den fettesten Pneu auf Gottes runden Erdball für das Antriebsrad vor. Imposante 400 Millimeter mißt dieses in Handarbeit hergestellte Walzwerk.

Schweizer U(h)rwerk

Soviel Kautschuk will natürlich auch befestigt sein. Allerdings war dieses Unterfangen angesichts gängiger Felgengrößen alles andere als einfach. Mit 14,5 Zoll war die Grenze des Verfügbaren erreicht. Also wurde das sündhaft teure Ricks-Schüsselwerk zerschnitten und noch mal um mehr als einen Zentimeter verbreitert. Noch ein wenig mehr, und die Felge hätte eine eigenes Kanton mitsamt Postleitzahl bekommen. Es versteht sich von selbst, daß sich zu diesem Mammutsocken keine handelsübliche Frontpartie gesellen konnte. So wurde denn erst mal eine Gixxergabel aus ihren Brücken geprügelt und als Basis verpflichtet. Ein paar Riegel Toblerone später gesellten sich dann noch maßgeschneiderte, überbreite Brücken hinzu, die gemeinsam mit einem Satz prächtiger Coverrohre für würdig befunden wurden, in den Lenkkopf eingeführt zu werden. Geht doch. Hier halten sie das, was Otto Normal sonst hinten fährt: Knackige fünfeinhalb Zoll mißt die zweite Ricks-Felge, und der montierte Gummibezug kommt auf adäquate 18 Zentimeter.


TECHNISCHE DATEN
Motor: Suzuki GSX-R 1100 (Bj.´90), Dynojet-Kit
Ölkühler: GSG, modifiziert
Auspuff: Eigenbau, Schüle-Krümmer
Rahmen: Eigenbau
Schwinge: Eigenbau
Federbein: GSX-R 1100 (modifiziert)
Gabel: GSXR 1100
Gabelbrücken: Eigenbau
Räder: vorne 5,5“ x 17“, hinten 14,5” x 18” (auf 15” verbreitert)
Bereifung: vorne Dunlop 180/55R17 (Slick), hinten Bunts 400/30R18
Lenker: Dragbar
Bremsen: Suzuki GSX-R 1100 (modifiziert), Eigenbau-Bremsscheiben
Fußrastenanlage: Firespeed, modifiziert
Tank: Monocoque
Maske: Eigenbau
Kotflügel: X-Static, modifiziert
Bugspoiler: Carcass, modifiziert
Armaturen: Rebufini, modifiziert


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