Lenkschloss
Lenkschloss
Ich bau dir ein Schloss...



... so wie im Märchen. Das zwar nicht, aber fabelhaft wird diese Nummer trotzdem. Nachdem wir uns im G-Punkt auf den vorigen Seiten bereits mit den rechtlichen Bestimmungen für Wegfahrsperren am Krad auseinander gesetzt haben, schreiten wir nun zu Tat und lassen das Werkzeug sprechen.


Das Zündschloss unseres MTNT-07 Projektbikes wurde strafversetzt. Hinter der Maske war kein Platz und auf der Gabelbrücke sah es komplett zum Wegreiern aus. Problem dabei: Der kleine Zapfen an der Vorderseite reicht nun nicht mehr bis zu seinem Gegenstück am Lenkrohr. Der Onkel vom TÜV will aber auf jeden Fall eine Wegfahrsperre sehen



Wer jetzt sofort an diese ältlichen Versionen denkt, ist auf dem Holzweg. Es gibt zwar Einschweißführungen für die Teile, die müssen aber zum einen mit dem Lenkkopf verbraten werden und der Kollege zudem, ebenso wie das Joch der unteren Gabelbrücke durchgebohrt werden. Nicht so richtig geil und eher zweifelhaft in Sachen Eintragungsaussichten. Zweckentfremden lässt sich der Prügel auch nicht, das Teil hat nämlich keinen ausfahrenden Stift, sondern wird am Stück in der Führung verschoben



Hilfe kommt aus dem Reigen der selbstfahrenden Klos und Zwieback-Sägen. Im Bild haben wir das Lenkschloss einer Honda MB 8. Das Teil kommt im Gehäuse mit einem seitlich ausfahrenden Bolzen daher. Praktisch: Zwei M6 Aufnahmen sind auch schon vor Ort



Auch nicht schlecht: Garelli Moped-Exponat. Hier fährt der Zapfen in Längsrichtung aus. Die Schlösser gibt' im Zubehör und Internet für deutlich unter 20 Tacken. Wir haben unsere in der virtuellen Bucht geangelt



Die Zapfen fahren ca. 5-8 Millimeter aus. Das Honda-Teil hat dabei den längeren – Italiener also doch einen ganz kurzen. Ahnten wir aber schon, seit Eros Ramazotti mal neben uns an der Pissrinne stand



Der Bolzen des Garelli-Schlosses passt z.B. astrein in Bremsscheibenfloater. Ein Halteblech, ausgehend von den Verschraubungen der Radial-Zange dengeln und aus die Maus



Das ließe sich auch mit dem Honda-Teil leicht umsetzen, z.B. vom Schutzblechhalter aus. Den Vorschriften würden beide Versionen genügen



Wir wollen aber lieber den harten Prügel in einem Loch versenken. Und zwar unter Nutzung der vorhandenen Vorrichtung am Lenkkopf



Von vorne wäre kein Beikommen per Schlüssel möglich, da ist die Maske im Weg, also nehmen wir das abgewinkelte Honda-Schloss. Hier steckt der Schlüssel um 90 verdreht in der Vorrichtung. Außerdem hilft uns das bereits vorhandene Gehäuse bei unseren Montageplänen



Und die sehen als erstes mal den bau einer Grundplatte vor, die mit dem Gehäuse verschraubt wird



Da wir auch an der Gabelbrücke nicht herumbohren wollen, nutzen wir die vorhandenen Befestigungslöcher für die Riser. Von dort aus erstreckt sich nun ein an kurze Buchsen angeschweißter Bogen an dem wir nun das Trägerblech für das MB-Schloss ausgerichtet anbraten



Fettich. Halbe Stunde Arbeit, ein paar VA-Reste und eine Handvoll Schweißpunkte, das war's auch schon. Keine Raketenwissenschaft



Das Schloss wird nun final mit der Trägerplatte verschraubt und kann danach endmontiert werden



Wichtig ist eine penible Ausrichtung. Der Bolzen muss satt und tief genug im Loch sitzen (seht zu, wie ihr das Bild wieder aus Kopf bekommt), in eingefahrener Position aber noch genug Abstand haben, um unliebsame Momente durch unbeabsichtigt blockierende Lenkung zu vermeiden. Hier passt alles



Das Ding sitzt mittig vor der Gabelbrücke



Auch bei montierter Maske kommt man noch gut genug ans Schloss und trotzdem ist das Teil praktisch unsichtbar. Die Vorschriften für eine Sicherung gegen unbefugte Benutzung erfüllt es ebenfalls umfassend. Gegen tatsächliche Langfinger hilft es aber genauso wenig wie die originale Sperre, eh klar



Es muss aber nicht unbedingt die Lenkung blockiert sein, eine Sperre gegen Wegschieben wird genauso akzeptiert. Wäre hier z.B. mit dem Garelli-Schloss easy am Kettenrad umsetzbar



An dieser XJR wurde das Lenkschloss einer VS 1400 verbaut. Ähnlich wie das der MB fährt auch hier der Zapfen seitlich aus



Mit Bolzenschloss blockierbare hintere Bremsscheibe. Ebenfalls vorschriftskonform



Was im jeweils konkreten Fall der sinnvollste Weg ist, muss jeder für sich selber heraus finden. Eine der hier gezeigten Alternativen zur wegrationalisierten originalen Sperre wird aber mit Sicherheit bei jedem umsetzbar sein. Schlösser gibt's eben nicht nur im Märchen.

Den §-Punkt zum Thema findet ihr HIER





Be-/Enttanker
Be-/Enttanker
Herzschrittmacher

Benzin ist zickig! Das Zeugs weiß nie so richtig wo es hin will. Mal soll es raus aus dem Tank, mal rein. Und genau diese Situationen zwischen den beiden Zuständen sind es, die den ambitionierten Garagenterroristen schnell mal dazu bringen können, sich gedanklich einen Sprengstoffgürtel umzubinden – denn die Ortsveränderung der Oktansuppe erfolgt leider nicht auf blanken Zuruf und endet nicht selten in einer leicht entzündlichen Kleckerei.

Gerade bei Arbeiten an der Kraftstoffanlage, also z.B. der Synchronisation der Vergaser oder Drosselklappen oder anderen Aufgaben, die zum einen den freien Zugang zum Triebwerksraum durch temporäre Amputation des Tanks, auf der anderen Seite aber ununterbrochenen Nachschub der raffinierten Brühe erfordern, wird es ganz fix mal ätzend. Insbesondere, wenn die Kraftstoffversorgung auf eine Benzinpumpe angewiesen ist, diese im Tank sitzt und nun mit diesem zusammen unerreichbar auf der Werkbank ruht. Wir hatten die Faxen endgültig dicke und uns der Lösung des Problems angenommen. Ziel war es, eine Möglichkeit zu finden das Spritfass zum einen bequem und schnell befüllen oder auch entleeren zu können und außerdem eine Notversorgung der Gemischaufbereitung auch ohne originalen Bottich zu erzielen.

Natürlich soll der Kram auch so wenig wie möglich kosten. Ein ausgemusterter Batteriekasten von einem der vergangenen Umbauten, mit dem dazu passenden Akku bildet die Basis. Dazu haben wir uns eine Benzinpumpe aus dem PKW-Bereich besorgt (gibt's ab etwa 15,- Krachern z.b. bei Amazon oder in der Bucht, muss nix Dolles sein, No-Name reicht). Das Ding ist selbstansaugend bis zu einer Förderhöhe von einem Meter und natürlich für 12-Volt ausgelegt



Eine Aluplatte, seitlich an den alten Batteriezwinger geschraubt, dient als Adapter für die Pumpe



Die haben wir mit ihrer Halterung ortsnah eingesetzt – hier noch im Upside-Down-Modus, damit die Kabelage besser sichtbar ist. Mehr als Plus und Minus sind nicht anzuschließen, also auch für Elektrik-Legastheniker machbar



Der Minuspol der Batterie ist direkt mit dem entsprechenden Anschluss der Pumpe verbunden, zwischen Pluspol und Anschluss setzen wir einen ganz simplen Kippschalter



Moosgummi auf der Unterseite verpasst dem Konstrukt einen kuscheligen Stand – so kann das Teil auch sorglos auf teuer lackiertem Tank oder Höcker abgestellt werden



Nun nur noch passende Schläuche an die Anschlüsse. In den Zulauf kommt ein Benzinfilter. Das schont die Pumpe und holt möglichen Dreck aus dem Brennsaft



Und so sieht das Teil dann fertig aus. Ein Alustreifen fixiert die Batterie im Träger, die Gleichstrom-Füllung kommt aus dem Ladegerät. Das Teil ist damit später flexibel und kabellos einsetzbar



Das Gerät hilft beim Entleeren des Tanks und dient als Hilfspumpe, wenn der Motor eine solche für den ordentlichen Standlauf benötigt



Das Teil lässt sich hervorragend mit einem externen Hilfstank kombinieren und erleichtert Arbeiten mit notwendigem Motorlauf ganz erheblich ohne nennenswerte Kosten zu erzeugen. Für Menschen, die gerne am offenen Herzen operieren ein sehr dienstbarer Geist







Bowdenzüge
Bowdenzüge
Die Edward Bowden Affaire

Egal ob beim Wechsel von Stummel auf Segelstange, dem Umbau auf andere Vergaser oder Einspritzung: Verändern sich die örtlichen Gegebenheiten oder Arbeitswege, muss man Hand an die öffentlichen Verkehrsmittel legen. Und da fast jeder Eingriff individueller Natur ist, gebricht es dem Markt an kauffähiger Fertignahrung. Also Hose runter und die Hände vorgewärmt - wir machen es uns mal wieder selber.

Das Anfertigen von Bowdenzügen ist weit weniger kompliziert und aufwändig, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Verglichen mit OEM-Zügen ist der Selbstbau zudem deutlich günstiger und die Resultate bei richtiger Fertigung sogar robuster und haltbarer als Instant-Pipelines. Zudem kann man sowohl Wegstrecke als auch Länge frei bestimmen, die Endbestückung maßschneidern und ist an keine Vorgaben gebunden. Den Rohstoff gibt's quasi überall. Jeder Discounter hat diverse Grundmaterialien im Regal. Das Basiszeugs ist von ganz lose bis hin zu vorkonfektionierten Sätzen verfügbar, die nur noch auf Länge gebracht werden müssen. Was ihr euch ins Körbchen packt ist alleine euch überlassen und in erster Linie Geschmackssache - tauglich sind grundsätzlich alle Sets gleichermaßen. Achtet bei der Auswahl aber darauf, für den jeweiligen Einsatzzweck gedachtes Material zu erhaschen. Einen dünnen Gaszug für die Kupplung einzuspannen ist genauso wenig sinnvoll wie umgekehrt. Und natürlich muss die äußere Hülle zum jeweiligen Zwirn passen



Außenhüllen wachsen als Meterware für kleines Bares im Regal. Anatomisch ist das alles ein und dieselbe Soße, der Durchmesser muss halt stimmen



Die Züge unterscheiden sich nicht nur durch ihren Durchmesser, sondern auch durch ihre Bestückung. Während ein Ende immer blank ist, sitzt auf dem anderen ab Werk bereits ein Nippel. Welcher der richtige ist, hängt vom Verwendungszweck ab. Gaszüge haben typischerweise quer angelötete kleine Tonnen für die Aufnahme in der Armatur



Kupplungszüge sind wesentlich dicker und meist mit einem zweistufigen Nippel oder einem dicken Quer-Hoschie ausgerüstet. Orientiert euch einfach am euch vorliegenden Original



Die benötigte Länge der späteren Einheit lässt sich am besten mit der Außenhülle ermitteln. Denkt dabei daran, dass sich Länge und Verlegung bei Lenkbewegungen verändern, also schlagt auf jeden Fall in beide Richtungen ein und checkt Umfeld und Freigängigkeit. Enge Radien finden Züge übrigens total doof. Beschneiden lässt sich die Außenhülle sehr gut mit einem Dremel. Masseltoff!



Weitaus mimosiger zeigt sich der innere Kollege. Mit Seitenschneider, Trennschleifer oder gar Handsäge lässt sich keine saubere Schnittkante erzeugen. Für etwas über 15 Kracher gibt es ausgewiesene Bowdenzug-Schneider, welche verletzungsfreie und saubere Cuts ermöglichen. Die Kohle zu investieren lohnt sich, die Teile sind quasi alternativlos



Fürs andere Ufer: Um das freie Ende des Zugs zu bestücken, eignen sich solche Schraubnippel sehr gut. Insbesondere zur Findung der richtigen Länge. Da sie schraubbar sind, kann man verschiedene Positionen durch sanftes Beidrehen testen, bis man die ideale gefunden hat. Mit reinen Lötnippeln geht das so nicht



Man kann im Verlauf der Herstellung aus dem Schraub- einen Lötnippel machen. Denn Löten ist als Endlösung um ein vielfaches sicherer und stabiler als quetschendes Zuwürgen. Verlöten lassen sich die Nippel entweder mittels Kolben oder einem kleinem Brenner. So entsteht nicht nur eine durchgehende feste Verbindung, sondern die Seele wird auch verstärkt und gegen Splicen gesichert. Überstand wird nach dem Erkalten abgefeilt



Bevor der Zug endbestückt wird, macht es Sinn die Hülle mit Schmiermittel zu fluten. Denn nachdem das Innenleben einmal drin ist, kommt ihr da nie wieder so gut ran. Kettenfett hat hier nichts zu suchen, auch kein anderes harzendes Fett. Es gibt sehr gute synthetische Öle, die nicht so schnell wieder abfließen wie WD40 und Co aber auch nicht verharzen



Für unseren Einspritzer-Umbau brauchen wir neue Züge. In der Schrottbox lungert noch eine 0815-Armatur herum, die wir missbrauchen werden. Bei der Planung immer im Hinterkopf behalten, dass die Züge später einstellbar sein müssen. Auf dem Bild räkeln sich zwei typische Justiereinheiten wie sie serienmäßig verbaut sind. Die kann man sehr gut weiter benutzen



Damit muss man sich aber nicht zufrieden geben. Um den Zug nicht zu eng verlegen zu müssen, gibt es z.B. Aufsätze in verschiedenen Bogemaßen (ganz links). Die zwei Hoschies rechts sind Eigenbauten und kommen "fliegend" zwischen die Züge. Über sie wird im Betrieb die Zuglänge exakt definiert und nachjustiert. Das ist in unserem Fall notwendig, weil die Armatur selber keine Einstelloptionen bietet



Die fliegenden Versteller haben wir mit etwas Schrumpfschlauch überzogen, so dass sie optisch weniger ins Gewicht fallen. Ähnliche Teile gibt es auch fertig zu kaufen



Fertige Bestückung an der Einspritzleiste für Öffner- und Schließerzug



Oben kommen die Züge durch die Führungen der Armatur in deren Innerstes und werden dort in die Aufnahmen des Gasgriffs eingehängt



Ist die Installation fertig, arbeiten wir uns von hier aus nach unten vor und bestücken die Züge wie gezeigt mit den passenden Nippeln



Kupplungszüge bauen ist deutlich einfacher. Zum einen gibt es nur einen und zum anderen kommt man besser an die Betätigungsstelle heran. Ist der Zug im Hebel eingehängt, lässt sich die Längenbestimmung unten am Arm sehr einfach vornehmen. Einfach den Zug mit der Hand auf Spannung ziehen und die Stelle markieren. Die genaue Justage erfolgt am Ende wie gehabt über Einstellschrauben



Auch hier nutzen wir wieder einen Schraubnippel, der im finalen Stadium verlötet wird. Noch eben den Überstand absäbeln, glatt rubbeln und fertig ist die Laube. Beim Verlöten mit einem Flussmittel, wie z.B. Lötfett zu arbeiten erleichtert die Nummer enorm



Mit Bowdenzügen kann man auch Betätigungen komplett versetzen oder neue erschaffen. Wer z.B. keinen Bock hat, ständig im Schrittbereich nach dem Choke zu fingern, kann sich die Funktion an den Lenker holen. Universelle Hebel gibt's von einfach bis rustikal - der Bau des Zugs erfolgt nach dem gezeigten Schema. In Verbindung mit einem Klappengehäuse im Auspuff lässt sich so auch eine fernbedienbare Lautstärke-Regelung realisieren - die ist im Straßenverkehr natürlich illegal, verboten und ganz großes Pfui - weswegen wir dies auch nur als abschreckendes Beispiel erwähnen wollen. Eh klar











Bremsschlauch-Lehre
Bremsschlauch-Lehre
Rohrleitungsbau





Es gehört oberflächlich betrachtet eher zu den banalen Geschichten der Umbauerei. Jeder hat es schon mal gemacht, jeder weiß auch irgendwie wie es geht und doch quält sich so ziemlich jeder aufs Neue damit herum und bricht sich die Finger: das Ausmessen von Bremsleitungen. Fertigware kann der ambitionierte Krad-Dompteur naturgemäß nur selten verwenden, er ist also auf Sonderanfertigungen angewiesen. Um die bestellen zu können, muss man vor allem zwei Sachen genau wissen: Wie lang sollen die Dinger jeweils sein und welche Anschlüsse braucht man. Und mit der Suche nach diesen Werten beginnt dann auch meist das Drama. Da wird mit dem störrischen Bandmaß wild herum spekuliert oder mit Opas zusammengeknoteten Schnürsenkeln versucht der Sache Herr zu werden. Mit eher übersichtlichem Erfolg. Denn weder Schuhkordel noch Bandmaß entsprechen in ihrem Verlegeverhalten auch nur ansatzweise dem von Bremsleitungen. Und so liegt man schnell mal um ein paar Zentimeter daneben und muss sich dann frustriert mit der selbst fabrizierten Fehlorder herumschlagen. Mit geringem Aufwand kann man sich aber ein Tool selber bauen, das so gut wie nichts kostet und sowohl bei der Längenbestimmung als auch der Einbausimulation hervorragende Dienste leistet.


Dazu benötigen wir nicht viel: Erst mal eine passende Feingewindeschraube für die Handbremspumpe – meist entweder M10*1 oder M10*1,25. Erleuchtung bringt das Manual, ein geneigtes Internetforum oder die Gewindelehre - so man nicht um die präzise Größe und Steigung weiß. Dazu gesellt sich ein Ringschlauchanschluss mit passender Anschlussweite – also i.d.R. mit 10mm innen. Die Dinger gibt´s für kleines Bares im Baumarkt, Eisenwarenhandel, Modellbauzubehör oder WW-Netz:




Jetzt fehlt nur noch ein einfacher Schlauch, mindestens einen Meter lang. Gibt´s bei Schlauch-Schulze, Leitungs-Ludwig… oder bei… ach, ihr wisst schon wo...




Den konfektionierten Ringanschluss verfrachten wir mit der passenden Schraube an die Pumpe. Sollen beide Zangen von der Armatur aus bedient werden, kommt gleich noch ein zweiter Ringdödel mit an Ort und Stelle




Da wir den Schlauch nicht zerschnippeln wollen um nicht jedes Mal einen neuen benutzen müssen, kommt ein farbiger Kabelbinder als verstellbare Justiermarke auf das Teil. Nicht zu stramm, das Ding muss unbedingt beweglich bleiben




Jetzt verlegen wir den Schlauchdummy so am Krad wie sich später die Bremsleitung dort herumlümmeln soll. Der bunte Kabelbinder kommt dann an die Stelle wo der Schlauch mittig auf die Schraube am Bremssattel trifft




Das Ganze wird jetzt mit weiteren Kabelbindern oder Klebeband provisorisch am Krad fixiert. Bevor wir endgültig die Länge bestimmen, checken wir nämlich erst einmal die Freigängigkeit beim Lenken, Ein- und Ausfedern und gehen sicher, dass nichts scheuert oder gequetscht wird




Ist alles safe und tacko, kann die Schlauchlehre am Stück abgenommen werden und die Längenbestimmung erfolgen. Ganz wichtig dabei: Schaut euch vorher an und notiert euch, welche Anatomie die Fittinge haben sollen




Die selbst gebaute Lehre funktioniert natürlich auch bei Leitungen zwischen den Zangen. Der Messvorgang ist identisch wie der von der Pumpe ausgehend




Ist alles ausgemessen, geht´s in die warme Bude. Während der PC hochfährt, greift ihr euch eine Hopfen-App aus dem Kühlschrank und ladet deren Inhalt in euren Brägen runter. Das hilft auch beim korrekten Formulationieren




Jetzt geht´s ans Bestellen. Am besten gleich noch einen hydraulischen Bremslichtschalter dazu packen und ab dafür.
Wer schon einmal eine Bremsleitung auch nur ein bis zwei Zentimeter zu kurz oder zu lang bestellt hat, weiß es zu schätzen wenn die Pipelines richtig passen. Und das geht eben nur über eine möglichst genaue Vermessung im Vorfeld. Mit dem Selbstbaubrocken ist das kein Thema mehr.