KTM DV8R
KTM DV8R
Iron Sky

Jason war lange Zeit für den Klamottenpapst ICON als Außendienstler tätig. Während dieser Schaffensperiode verschlug es ihn immer wieder nach Japan, was letzten Endes dazu führte, dass er dort sogar heimisch wurde mit dem festen Willen, die Einheimischen massiv das Fürchten zu lehren.

Angesichts seiner perfiden Invasionspläne rekapitulierte er eine deutsche, nur mittelmäßig erfolgreiche Unternehmung des letzten Jahrhunderts, deren Initiator aus einem kleinen benachbarten Alpenländle kam. Und so tat er es dem geschichtsträchtigen Ansatz gleich und engagierte ebenfalls einen schlagfertigen Österreicher für seinen ganz persönlichen Feldzug.

Einmarsch

Der fand aber erfreulicherweise lediglich auf den Rennstrecken und illegalen Streetraces Nippons statt und an Stelle eines kleinen Männchens mit schlechter Frisur und verstörendem Schnurrbart, griff Jason lieber zu einer KTM als Alpenimport, die mit ihrem umtriebigen V2, dem geringen Gewicht und knackigen Fahrwerk der besser Feldherr für die Vandalismustour zu sein schien. Doch auch, wenn er sich nicht mit Flugzeugträgern, Kamikaze-Staffeln und Harakiri-geilen Samurai herum schlagen musste, erlitt unser Kampfpilot bereits in einer sehr frühen Phase eine empfindliche Niederlage. Ganz ohne Feindberührung.

Sabotage

Eine Ventilführung war bei voller Drehzahl gebrochen, was verheerende Auswirkungen auf die weiteren Motorinnereien hatte und zu einem kollektiven Ableben eben jener in Tateinheit mit einem bei Fullspeed blockierenden Hinterrad führte. Das Ganze natürlich in voller Schräglage und in einer Situation, in der man den Scheiß so gar nicht gebrauchen kann – wenn es denn überhaupt Momente gibt, in denen so ein Desaster erbauliche Wirkung entfalten könnte. Die vorhandene Auslaufzone hielt zumindest Jasons Gesundheit zusammen, und wie sich später zeigte auch elementaren Schaden zumindest vom Rahmen der KTM fern.

Ostgrenze So konnte eine vorzeitige Kapitulation auf letzter Rille abgewendet werden und der Neuaufbau beginnen. Diesmal aber konform mit dem regionalen Kriegswaffenkontrollgesetz, schließlich wollte Jason sein weiteres Treiben umfassend urban gestalten. Während eines Track-Days hatte der Invasor vor einiger Zeit gute Kontakte zum japanischen KTM-Werksteam herstellen können. Insbesondere mit dem Cheftechniker der Crew hatte Jason bei ein paar Flaschen warmen Sake fraternisiert, was sich nun auszahlen sollte. Nach einem kurzen Anruf bei der Koryphäe bestellte diese nämlich kurzerhand das Feldzugopfer zu sich, um dem malträtierten Zwillingsgeschütz neues – und ungekannt deftiges Leben einzuhauchen. Ehrensache, dass man es nicht einfach dabei beließ, die KTM wieder wehrfähig zu machen, sondern dem Schlegel all die schönen Sachen angedeihen ließ, die auch die Werksflotte schnell und erfolgreich machen. Egal ob Kolben, Ventile nebst Steuerung, oder auch die Nockenwellen: Was hier Einzug hielt, ist sonst ausschließlich den hausinternen Pistenpiloten vorbehalten und macht die Sportskanone zur reinrassigen Erstschlagswaffe.

Galauniform

Derart aufgerüstet, wollte Jason dem frisch geschürften Schub natürlich auch optisch angemessen Tribut zollen, was ihm nicht sonderlich schwer fiel, verdient er als Formenbauer doch sein täglich Brot mit solchen Untaten und ist sogar in der Lage sonst eher zickige Werkstoffe, wie z.B. ABS in gewünschte Formen zu pressen. Und so erschuf er in diesem heiklen Verfahren gleich mal den kompletten Höcker, montierte diesen auf einem Eigenbauheckrahmen und förderte Tankverkleidung, Bugspoiler und Seitenteile aus derselben Quelle. Lediglich die Maske wurde als Fertigteil der Kriegskasse zugeführt, stammt aber aus alliierten Beständen, nämlich von einer KTM 390.

Feldküche

Bei der Gestaltung des Bugspoilers war es Jason wichtig, möglichst viel der abschreckenden Wirkung der Akrapovic-Auspuffanlage visuell zu erhalten, schließlich ist das Werks-Teil seltener als ein irischer Sushi-Koch – und für die psychologische Kriegsführung unabdingbar. Auch darüber hinaus ließ es Jason minimalistisch zugehen und konzentrierte sich auf das erfolgreiche Reduzieren vorhandener Massen, bzw. deren Austausch gegen möglichst kompakte Ersatztruppen. Das erzeugte manch kniffelige Konstellation, die auf den ersten Blick kaum ersichtlich ist. So war es eine schier nicht enden wollende Kleinarbeit, bis der Tacho des Mutterschiffs in die Aufnahme der 390er-Maske eingegliedert war, als hätte er nie wo anders gedient.

Der Duce

Wir wissen nicht, wie der Auslandseinsatz am Ende ausgehen wird, aber in diesem Fall wird Japan auf jeden Fall von der österreichischen Intervention nachhaltig profitieren. Dafür wird auch Jason fortgesetzt sorgen, notfalls mit weiteren Truppenaufmärschen. Eventuell muss er eben mal fragen, ob man in Italien nicht an einer Neuauflage der Zusammenarbeit interessiert wäre. Ducati hat´s ja auch faustdick hinter den Ohren.

TECHNISCHE DATEN Erbauer: Jason Motor: 1190 LC8, neu aufgebaut von Yshuhiro Takayama und TT Moto Luftfilter: K&N Krümmer/Auspuff: KTM Factory Akrapovic Heckrahmen: Eigenbau Federbein/Umlenkung: überarbeitet Räder: Marchesini Bereifung: 120/70ZR17 vorn, 190/55ZR17 hinten Fußrastenanlage: Sato Racing Scheinwerfer: Duke 390 Höcker/Sitzbank: Eigenbau Kotflügel: Eigenbau Bugspoiler: Eigenbau Fußrastenalage: Sato Racing Sonstiges: CRG-Hebel und -Lenkerenden Danke an: Armond Cornin, TT Moto, Rei Fukuchi, Hiroshi Toyoda



RSD KTM 525 EXC
RSD KTM 525 EXC
Keine Gefangenen

Es gibt Sachen auf diesem Planeten, die sind einfach dazu prädestiniert, dich in ernsthafte Schwierigkeiten und Konflikt mit dem Gesetz zu bringen. Dazu zählen nervige Schwiegermütter, unbewachte Drogendepots oder eben auch diese RSD-KTM. Nach eigenen Aussagen war die größte Schwierigkeit für Roland, die Probefahrten zwischen Fertigstellung und Auslieferung des Faxomaten zu überstehen, ohne zu oft verhaftet zu werden.

Hottentotten

Glaubt man gerne. Nicht schwerer als zwei magersüchtige Top-Models nach dem Bulimie-Anfall, handlicher als ein Bonanza-Kinderrad und gesegnet mit einem mächtigen Einzylinder, der dir auf Befehl der rechten Hand orgasmisch die Falten aus dem Sack zieht. Wichsen auf Umwegen, quasi. Gut, eine aktuelle 750er Gixxer hat doppelt so viel PS – bringt aber auch den zweifachen Gewichtswert auf die Waage. Der Funfaktor-Award für Landstraßen ist damit klar entschieden, und es ist ratsam sich den Unterkiefer mit Kabelbindern an den Ohren festzumachen, damit sich beim 360-Grad-Grinsen nicht die obere Kopfhälfte ungewollt verabschiedet.

Criss Cross

Den Startschuss für die Aktion gab dieses Mal nicht Roland selber, sondern Justyn, der gerade in Begriff war sein eigenes Museum zu eröffnen. Ausgestellt werden in dessen Kultur-Tempel jedoch keine Rentner-Devotionalien wie etwa das Klistier von Sherlock Holmes oder der Katheterbeutel von Mutter Theresa, sondern ausschließlich… Motorräder. Was auch sonst?! Der Schwerpunkt der Exponate liegt auf Vintage-Motocrossern, so dass die grobe Kategorie der zu erwählenden Basismaschine für Justyns neuestes Privatmoped schnell fest stand. Einzig in Sachen Erschaffungs-Epoche wich Justyn von seinen sonst üblichen Präferenzen ab und griff sich mit der KTM 525 ein Gerät, das sowohl technisch, als auch leistungs- und gewichtsmäßig den Stand der Technik widerspiegelt. Du tackerst dir ja auch kein Nacktfoto von Mutter Beimer in den Spind, wenn die Schrank-Vernissage dein Testosteron zum Kochen bringen soll. Da könntest du auch gleich deine Nille in die Mulinette hängen.

Monopower

Da der Motor der 525 von Haus aus schon leichtes Spiel mit seinem Chassis hat und bereits serienmäßig einen mechanischen FCR vor dem Einlassventil trägt, konnte Rolands Team es im Maschinenraum recht beschaulich zugehen lassen. Lediglich ein neues Setup um den offenen K&N, sowie eine extra von FMF angefertigter Leistungsauspuff wurden verpflichtet um Drehmoment und Leistung weiter zu verbessern. Der Rest durfte in seinem Anlieferungszustand bleiben. Weniger Glück hatte da der Rahmen. Der wurde nicht nur seines Hecks beraubt, sondern auch mit Knotenblechen zusätzlich versteift. Auf dem modifizierten Korso trägt das Gierstück nichts weiter als einen knappen Bikini, der aus Leichtmetallblechen handgedengelt wurde. Der Tank ermöglicht mit seinen Durchlässen zum einen die verbesserte Wärmeabfuhr des Wasserkühlers und gibt zum anderen den rückwärtigen Blick auf die Nippel des Radiators frei – zumindest, wenn zuvor man ausreichende Mengen der richtigen Halluzinogene konsumiert hat.

Arschgesicht

Im klassisch anmutenden Höcker findet sich die komplette Motorelektronik wieder und kann dort geschützt im Verborgenen werkeln, ohne die pornöse Tangaoptik des Krads zu zerstören. Für die richtige Bodennähe des ehemaligen Stelzenläufers zerlegte Roland mit seinen Jungens sowohl die voll einstellbare Gabel, als auch das hintere Federbein, kürzte die Dämpfereinheiten, Federn, Stand- und Tauchrohre beträchtlich ein und verfrachtete die überarbeiteten Extremitäten zurück ins Chassis. Ein Satz Vortex-Stummellenker übernimmt richtungsweisende Führungsarbeiten und verschafft der Mopete zusammen mit den Dunlop Pneus eine fahrerische Lässigkeit, wie man sie sonst nur von deutlich impotenter motorisierten 125ern kennt. Das Teil wird damit zum optimalen Fluchtfahrzeug für verwinkelte Areale. Solltet ihr also einen Überfall auf Grizzly Adams oder den Almöhi planen, Schwiegermutter zwangsbeerben oder Drogendepots räumen wollen – mit der Karre entkommt ihr locker, ohne die Kradstaffel der Polizei fürchten zu müssen. Wenn das keine Referenz ist?!

TECHNISCHE DATEN Marke/Modell: RSD KTM 525 EXC Erbauer: Roland Sands Motor: KTM 525 EXC Wasserkühler: KTM vergittert und in den Tank eingelassen Luftfilter: K&N Krümmer/Auspuff: FMF Rahmen: verstärkt und kunststoffbeschichtet Heckrahmen: RSD Schwinge: KTM Federbein/Umlenkung: modifiziert, gekürzt Gabel: modifiziert, gekürzt Räder: KTM beschichtet, Speichen von Buchanans, Schraubnippel aus Aluminium, Gold eloxiert Bereifung: Dunlop Lenker: Vortex Stummel Bremsen: KTM Fußrastenanlage: KTM modifiziert Tank: RSD Aluminium, handgedengelt Maske/Scheinwerfer: RSD Höcker/Sitzbank: RSD Aluminium Instrumente/Anzeigen: Digitaltacho Lackierung: Airtrix candy orange