Glühwürmchen

Oftmals ein Problem für leidgeplagte Garagenschrauber ist die unzureichende Ausleuchtung ihrer Arbeitsstätte. Meist klebt in handelsüblichen Dosenbehausungen nur eine kümmerliche zentrale Neonröhre unter der Decke und man stellt sich mit dem Leuchtdildo bei Arbeiten an der Werkbank selbst in den Schatten. Das ist spätestens dann doof, wenn Übungen anstehen, die eine gewisse Präzision erfordern. Aber auch bei normalen Tätigkeiten kann man neben gutem Werkzeug nie genug Licht haben. Wenn man seine Betriebsstätte (aus welchen Gründen auch immer) aber nicht mit einer amtlichen Flutlichtanlage adeln kann, hilft tragbares Licht. Wir haben uns drei unterschiedliche Konzepte vorgeknöpft.
Von 3M kommt eine Schutzbrille mit seitlich integrierten LEDs. Die beiden Funzeln sind einzeln schalt- und schwenkbar. Die Brille trägt sich nicht anders als ihre leuchtfreien Kollegen. Mit 20,- Euronen ist sie zudem erfreulich günstig, und ihre Ausleuchtung reicht als Ergänzung zum Umgebungslicht aus.
Wenn´s eine Spur heller sein soll, bieten sich Stirnlampen wie dieses orangene Exponat von Petzl an. Preislich auf Höhe der 3M-Brille, kommt der Strahlemann mit zwei Stufenweise schaltbaren, superhellen LEDs, die mächtig Licht auf den Schraubstock zaubern. Der Winkel des Scheinwerfers ist variabel, versorgt wird er über zwei AAA-Batterien. Mit dem breiten Stoffband und nicht zuletzt dank des geringen Gewichts trägt sich das Teil sehr komfortabel.
Wer es noch eine Riege heftige möchte oder gerne auch mal Stadien ausleuchtet, greift zu unserem dritten und stärksten Teilnehmer. Das Teil von liteXpress bietet zusätzlich zur Frontanlage auch rückwärtiges Licht, was in der Werkstatt allerdings eher unwichtig ist. Es sei denn, man lebt in ständiger Angst, von hinten aus versehen in den laufenden Schleifbock geschubst zu werden oder ist homophob. Was vorne raus kommt ist schon sehr beeindruckend. Entweder über die zentrale Power-LED oder zwei kleinere Kollegen wird Licht in die Hütte gezaubert wie beim rituellen Christbaumbrand an Heiligabend. Zudem ist die Bedienung auf berührungslos umschaltbar, was auch bei schmierigen Fingern die Funzel sauber hält. Der Kollege ist dafür aber auch der schwerste im Test, was jedoch durch den zusätzlichen Mittelgurt weitestgehend beim Tragen kompensiert wird. Mit ca. 30,- Tacken ist er auch der teuerste im Kreis – aber eben mit weitem Abstand der Potenteste.

Welche der drei Laternen man sich neben die Werkbank packt, hängt von den persönlichen Schwerpunkten ab – verkehrt macht man aber mit keinem der Vögel etwas. Mein Favorit ist die Brille von 3M – schon alleine, weil sie duofunktional zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt.