Kompressor-Z

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Ü30 PARTY

Resteficken

Sie boomen, wie wohl noch nie zuvor. Sie finden an den merkwürdigsten Plätzen statt, und die Teilnahme ist nur Personen mit einem Alter jenseits der magischen 30 gestattet. In ihrem Mittelpunkt stehen alkoholische Exzesse und rhythmische Balzrituale. Doch was sich zunächst so anhört, wie ein Softporno unter der Regie von Erich von Däniken, ist in Wahrheit ein echtes Trauerspiel, das überall in unserer Republik Woche für Woche erneut von unzähligen Laiendarstellern aufgeführt wird. Los geht das Spektakel pünktlich um 20 Uhr: Die Luft ist erfüllt von einer beißenden Mischung aus kölnisch Wasser und Tosca. Der Schwerkraft deutlich verfallene Körper (in viel zu enge Jeans gezwängt), Fönfrisuren, Dauerwellen und Schnurbärte prägen das Bild. Aus den Boxen dröhnt Nena, Talk Talk und die frühen U2. Um 23:00 ist der Zenit erreicht und alle versammeln sich zu BAPs „Verdammt lang her“ auf der Tanzfläche. In die Höhe gerissene Arme geben unbarmherzig tellergroße Schweißflecken auf den kakifarbenen Pullunderachseln preis, und der Geruchsteppich mutiert durch die ausgeschiedenen Flüssigkeiten zu einem Mittelding aus Urinsteinen und brennenden Mottenkugeln. Wer jetzt nicht rechtzeitig wegkommt, wird von verzweifelten, inzwischen dreimal geschiedenen Trockenpflaumen unbarmherzig gejagt und im ungünstigsten Fall erlegt – und zum mitternächtlichen Geschlechtsverkehr auf dem siffigen Klo der Bauerdisco genötigt. Die Gedanken kreisen um den Wunsch nach Sterbehilfe und die Beherrschung des Brechreizreflexes. Ja, es ist wieder Ü30-Party im Land.

Mit dreißig hat man noch Träume

Mario ist zwar über 30, aber derartiges Treiben liegt ihm fern. Naja, eigentlich auch nicht. Denn auch er hat sich schon eines Abends mal in einen ländlichen Schuppen begeben und ein paar Endzwanziger abgeschleppt. Seine Trophäen waren jedoch frei von Zellulitis und sahen auch am nächsten Tag noch gut aus, obwohl der Alkohol inzwischen seine illusionierende Wirkung verloren hatte. Kein peinliches Schweigen im Bett, kein verlogenes „Ich ruf dich an“, kein Bedauern. Marios Mädchen kam aus dem guten Hause Frankenstein, bestand völlig aus edlem Stahl und hörte auf den klangvollen Namen „GPz-Fahrwerk“. Irgendwo daneben lagen auch der dazugehörige Triebsatz und die Lackteile. Mit letzteren verhielt es sich dann aber wie mit den ganz fiesen Geschossen aus dem Zappelbunker: Die konnte man sich wirklich nicht schön trinken, egal, wieviel Alkohol zur Verfügung steht. Also soll die mal ruhig jemand anders abschleppen. Bäh!

99 Luftballons – Aus dem Tagebuch einer Brustvergrößerungsklinik

Nachdem nun Motor und Rahmen schon mal da waren, konnte auch der Aufbau in Angriff genommen werden (erst einmal ohne konkrete Vorstellungen für das Endergebnis). Quasi auf dem Schrott fanden sich dann Reste einer ZX7R und einer betagten dreiviertel ZXR. Beides nicht gerade erste Wahl bei Begattungsgesuchen, aber als Teilespender für das Begonnene gut genug. Mario schlug sie also aus dem Anzug und beraubte sie ihrer Arme und Beine. Diese wanderten nach entsprechender Anpassung in das Fahrwerk der Unitrack und erlaubten schon mal forschere Gangart. Der Motor selber war jedoch bestenfalls für einen ruhigen Schwoof zu gebrauchen. Da fehlte irgendwie einfach Druck. Wenn du von einer Horde von Torschlußpanik Befallener flüchten mußt, ist der alte Kawa-Schwede einfach zu zahm im Antritt. Da muß mehr gehen. Mit der Brechstange unter dem Arm und der Brieftasche in der Hand trieb es Mario also erneut auf den Schrottplatz. Dort riß er mit seinem Meinungsverstärker einem jungen Daimler zuerst gehörig Arsch und Motorhaube auf – und dann den Kompressor ab.

Verdammt, ich schieb dich, ich schieb dich nicht

Mit der Beute in den heimischen Stall zurückgekehrt, suchte Mario im Fahrwerk nach einem geeigneten Unterbringungsplatz für das Gebläse. Bei der gewünschten, trockenen Aufladung kam jedoch nur das Rahmendreieck in Frage. Ein weiter Weg für den Riemenantrieb, aber nach anfänglichen Bedenken stellte sich diese Lösung also ebenso interessante wie einmalige Sache heraus, die Reiz und Druck miteinander verbindet. Der Riemen flanscht außen, hinter den Zündungspickups an und wird per Umlenkrolle und zweitem Gurt an den Flügellader weitergereicht. Dieser schnüffelt frische Luft auf der linken Seite des Krades und füttert damit den Charger. Das drückt im Gebälk und macht aus der lahmen Achtziger-Party eine prickelnde Cross-Over-Session. Move, sucker, move!

Rage against the machine – Die Wut der Maschine

Nachdem die kantige und langweilige Fönwellen-Optik des Urkrades (wie schon erwähnt) keine Gnade fand, und Mario ein bekennender Anhänger der klassischen Linien ist, wurden das Gerät auf die Optik einer Z 1000 getrimmt. Der Tank läßt kaum noch erahnen, welche Arbeit in ihm steckt. Er ist komplett selbst gedengelt und besteht aus nicht weniger als vier einzelnen Teilen. Ohne viel Heckmeck machte Mario auch das Heck weg. Das Stahlwerk wurde achtern kurz hinter den unteren Streben eingekürzt und bekam ein freches Bürzel mit runden Leuchten verpaßt. Die Farbe für das abschließende Finish rührte Mario selber an, und wo er grad schon mal dabei war, tünchte er mit ihr auch gleich den restlichen Minimal-Lacksatz. Wer schöner ist, ist geschminkt!

KOMPRIMIERTE DATEN
Modell: Kawasaki Z 1000 Kompressor
Besitzer: Mario
Motor: GPz 1100 UT, modifiziert mit Mercedes-SLK-Kompressor
Ölkühler: Serie
Luftfilter: Twister
Auspuff: Marving
Rahmen: GPz 1100 UT
Schwinge: ZXR 750 H
Federbein: ZX 7R
Gabel: ZX 7R
Gabelbrücken: ZX 7R
Räder: vorne ZX 7R, hinten ZXR 750 H
Bereifung: vorne 120/70-17, hinten 180/55-17
Lenker: Lucas
Bremsen: vorne ZX 7R, hinten ZXR 750 H
Fußrastenanlage: Gimbel, modifiziert
Tank: Eigenbau
Höcker: Eigenbau
Seitendeckel: Eigenbau
Kotflügel:ZX 7R
Bugspoiler:Speed Tripple
Armaturen: ZX 7R
Instrumente: ZX 7R
Lackierung: Orange (Eigenmischung)

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ER-6N HH

ER-6N HH

40 Fotos

Die kleinen Unterschiede

Man braucht sich nicht hinter dem Stufenführerschein zu verstecken, wenn man nach Ausreden sucht, warum ein stockschwuler Softchopper auf der Auffahrt steht statt eines amtlichen Brecheisens. Christian ist dem Teenie-Alter zwar schon mehrfach entwachsen, zeigt mit seiner ER-6N aber mal eben auf die ganz Lässige, dass sich auch aus Mittelklassemopeten erstklassige Umbauten fertigen lassen. Also aufgemerkt und zugeschaut, ihr Heisssporne da draussen!

Wahlverhalten

Kaum jemand weiss besser als Christian, dass Motorräder, auf denen man hockt wie auf ´nem Tiefspüler, keinen Spaß machen - er hatte nämlich selber bereits einige dieser Roll-Klos unterm Hintern - erfreulicherweise ohne dauerhaften Schaden zu nehmen. Nach diversen Eskapaden auf tauglicheren Untersätzen sowie einer hausbaubedingten Zwangspause, kam 2008 dann eine nagelneue ER-6N auf die frisch gepflasterte Einfahrt. Da Nadine, Christians zierliche Göttergattin, ebenfalls Anspruch auf ein Familienkrad anmeldete, fiel von vornherein allzu großkalibriges und schwergewichtiges Gerät aus. Zudem versprach die Kombination aus durchaus kräftigem Zweizylinder nebst niedrigem Gewicht und superbem Handling jede Menge Spaß im kurvigen Gelände, was Christian wichtiger war als mit 300 km/h geradeaus fahren zu können.

Baustopp

Obwohl frisch aus dem Laden und noch nicht mal eingefahren, machte sich der Herr des frisch gebauten Hauses daran, die Kawa nach und nach umzustricken. Bis Nadine eines Tages in Notwehr ihr Veto einlegte, wollte sie doch auch mal fahren mit der Anschaffung und sie nicht nur zerlegt in der Garage bewundern. Damit Christian nicht auf kreativen Entzug geriet, beschloss das Paar, unterstützt durch Kollege Zufall, eine zweite ER-6N zu kaufen. Eine rechtsseitig verunfallte Maschine wagte sich in einem unvorsichtigen Moment zu weit in Christians Sichtfeld. Der zögerte nicht lange und erlegte das scheue Tier mit drei Salven aus dem nächsten Geldautomaten.

Suchtverhalten

Das Wrack war noch nicht ganz in der Garage, da zerpflückte es der ambitionierte Bastler bereits in seine Einzelteile. Nachdem der Heckrahmen deutlich verkürzt und umgeschweisst war, wurde der ausgesuchte GFK-Höcker angepasst. Diese Aufgabe übernahm Nadine, die nicht nur ihre Freude an filigranen Basteleien hat, sondern auch die dazu nötige Ruhe und Geduld. Wo sie in vertrackten Situationen noch mit Puls 60 munter dremelt, hätte Christian schon lange mit mittelgroßen Gegenständen um sich geworfen oder wäre ins nächstgelegene Waldstück gerannt, um ein bis zwei Hirsche zu erdrosseln.

Hängt ihn höher

Damit das Heck weit genug in den Abendhimmel ragt, kommt das Federbein einer Versys zum Einsatz, was einige zusätzliche Zentimeter Achterdeck-Erektion erlaubt. Da die Zweisitzigkeit fortan ins Reich der Geschichte gehörte, gab es auch keine Notwendigkeit mehr, die monströsen Soziusfußrastenausleger mit sich herumzuschleppen. Um dennoch die stilbildende Grundplattenform behalten zu können, beschnitt Christian die Teile soweit, bis sie nur noch dem Fahrer dienlich waren. Unter den Resten ruht ein angepasster Leo-Auspuff und entlässt die verbrannten Altgase noch vor dem Hinterrad ins Freie. Bei dem vergleichsweise übersichtlichen Hubraum des Twins sind hier keine monströsen Resonanzvolumen von Nöten, so dass die knackig-kurze Lösung nicht zu Lasten der Leistung geht, wie dies bei Großwild gerne mal der Fall ist.

Käs-Modda

Auf der Suche nach einem brauch- und bezahlbaren Kühlwasser-Ausgleichsbehälter mußte Christian feststellen, dass es nichts Kaufbares am Markt gab, das seinen Vorstellungen entsprach. "Zu teuer" oder "zu scheiße" lauteten meist die spontanen Urteile des Suchenden, bis er durch Zufall in einem Elektronikfachgeschäft in der Computerabteilung fündig wurde. Zwischen Gayboy, Blähstation und Wixbox fanden sich astreine Bauteile, die ursprünglich für Wasserkühlungen von CPUs gedacht waren. Günstig, stabil und modular zeigten sich die Brocken. 20 Euronen später hatte Christian den selektierten Korpus nebst Deckeln und Anschlüssen in seinen Händen und machte sich daran aus den Einzelteilen einen ansehnlichen Behälter zu zaubern - mit Erfolg.

Beulenpest

Der Tank sah dank des Unfalls aus, als hätte sich Yokozuna auf ihn gesetzt. Nur noch mit einem Bruchteil seines ursprünglichen Volumens versehen und verknittert wie das Gesicht von Uschi Glas während einer Durchfallattacke, war er eigentlich ein Fall für die Tonne. Und dort wäre der Behälter auch gelandet, hätte sich nicht ein Kollege von Christian der Blase angenommen und erst die Beulen herausgezogen und das Ergebnis anschließend verzinnt und verspachtelt. Da die Entbeulung unglaublich sorgsam durchgeführt wurde, reichten hauchdünne Schichten zur abschließenden Oberflächenvergütung, so dass kaum zusätzliches Gewicht in Kauf genommen werden muss.

Mach's dir selbst

Einen Fallstrick der besonderen Sorte brachte der Fußrastenumbau mit sich, wollte Christian in dem Zuge gleich die Schalthebelanatomie etwas variieren. Dazu bereitete er alles vor, fertigte Pedal und Auslieger an um diese dann von einem Fachmann verschweissen zu lassen. Der drehte die Teile aber vor dem Gebrutzel so oft hin und her, dass sie zum Zeitpunkt der Verbindung um 180 Grad verkehrt auf dem Schweiss-Tisch lagen. Das sah nicht nur doof aus, sondern schaltete sich auch unglaublich scheiße, befand sich das Pedal doch nun auf der Innenseite des Hebels, also zum Motor hin. Es gab nun zwei Lösungswege: Entweder so lange Yoga machen, bis Christian mit seinen Greten zwischen Motor und Schalthebel kommen würde - oder die Sache selber in die Hand nehmen. Also alles wieder zerflext und dieses Mal in Heimarbeit komplettiert. Yoga is´eh kacke!

Vorbau

Deutlich unkomplizierter zeigte sich der Umbau des Kawa-Gesichtsfeldes. Der postmoderne Kawa-Flak-Scheinwerfer wanderte in die Tonne und eine Alien-Maske an seine Stelle. Auf das prägnante Hauptinstrument eine Etage höher wollte Christian nicht verzichten, sondern verlegte sich stattdessen darauf, es von seiner Verkleidung zu befreien und neu zu positionieren. Ein LSL Superbike-Lenker in freundlichem Schwarz nebst farblich passender Griffe und Hebeleien macht den Arbeitsplatz heimeliger und passt wunderbar zur klassisch orange-schwarzen Tätowierung der Mopete. Aufgepeppt wird das Farbschema durch subtile Race-Flag-Applikationen, die sich teilweise auf den Innenseiten der Lackteile verstecken. Nadine gefällt der Umbau inzwischen so gut, dass ihre eigene ER-6N dem eingeschlagenen Pfad folgt und einem vergleichbaren Prozess unterzogen wird.

Konklusion

Es mag wohl Motorräder geben, die alleine mehr Hubraum haben als die beiden Kawas des Paares zusammen, das heißt aber noch lange nicht, dass man mit den Dickschiffen auch nur halb so viel Spaß haben muss, wie die verkannten Mittelhubraumer anrichten. Die Einheit von Spaß ist nämlich nicht Liter. Also traut euch ruhig was, der Stufenführerschein allein kann spätestens ab heute nicht mehr als Ausrede gelten.

TECHNISCHE DATEN
Marke/Modell/Bj.: Kawasaki / ER-6N / 2006
Erbauer: Christian
Motor: 650 ccm Viertakt-Zweizylinder
Wasserkühler: Kühlflüssigkeitsausgleichsbehälter für PC außenseitig verbaut
Krümmer/Auspuff: Krümmer original poliert / Auspuff LeoVince SBK
Heckrahmen: gekürzt und neu aufgebaut
Federbein: Kawasaki Versys
Räder: Leichtmetall Guss mit sechs Speichen und orangenen Felgenstreifen

vorn: 17 x 3,5

hinten: 17 x 4,5
Bereifung: BT 16

vorn: 120 / 70 ZR17

hinten: 160 / 60 ZR 17
Lenker/Riser: LSL Streetbar A00
Bremsen: Doppelscheibenbremsen, gelocht

vorn: Saito Sinter

hinten: Saito Sinter
Fußrastenanlage: gekürzte Fußrastenplatte mit Buell Fußrasten
Tank: original mit eigen angefertigtes Verschlusslogo
Verkleidung/Maske/Scheinwerfer: Lampenmaske New Alien mit Xenon Kit
Seitenverkleidung innen im Raceflag-Design lackiert, passend zum Bugspoiler
Höcker/Sitzbank: Super Shorty mit eingefassten LED-Blinker und LED-Rücklicht
Kotflügel: stark modifiziert
Kühlerblende: Edelstahl mit ER-6N Schriftzug
Instrumente/Anzeigen:Serieninstrument ohne Verkleidung
Lackierung: Pearl Wildfire orange mit schwarzen Streifen
Sonstiges: Lenkerendenspiegel matt schwarz, Katzenauge in Rücklicht eingelassen, Griffe CNC gefräst, matt Schwarz, verstellbarer Kennzeichenhalter Edelstahl mit Er6N Schriftzug, Motorbeleuchtung mit Fernbedienung
Danke an: Meine Frau Nadine, dass sie nicht nur mit geschraubt hat, sondern auch die Geduld mit mir hatte und mir erlaubt hat meine kleine Fighter an Weihnachten im Wohnzimmer wieder zusammen zubauen, an unseren Lackierer Martin, an die Forumsmitglieder des ER-6N-Forums, die uns mit diversen Teilen ausgeholfen haben und alle anderen die ich jetzt vergessen hab.

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ZX-6R Battle Ox

ZX-6R Battle Ox

37 Fotos

YU-GI-OH! 600

Who killed Pikachu?

Wenn man mit Batman, Tom&Jerry, Saber-Rider und den Schlümpfen aufgewachsen ist, kann man schnell einen synaptischen Kollaps erleiden, wenn man Sonntags zu früher Stunde die Glotze anschaltet und an einen Cartoon-Sender gerät. Gut, Teletubbies sind bekannt: Eine Horde geistig behinderter Plüschzombies, denen irgendwer Werkzeug zur Hälfte in die Schädeldecke gerammt hat. Auch an die Transformers hat man sich spätestens seit der ausgewachsenen Verfilmung gewöhnt. Aber jenseits davon stockt der Speichelfluß schon mal, und die Stirn legt sich in besorgte Falten. Was zum Teufel ist DAS denn? Pinkelmon und Dunkelbiermon?! Antisepticons?! Und was zum Teufel treiben die da seltsames? Früher war das irgendwie einfacher: Katze zersägt Maus. Roadrunner verstümmelt Koyoten. Das Ganze ordentlich brutal und gradlinig inszeniert. Selbst mit acht ATÜ auf dem Kessel war man intellektuell noch in der Lage, der Handlung zu folgen. Die Dialoge waren kürzer und kompakter - selbst in französischen Oral-Pornos wurde mehr gelabert.

Cartoon Nett-Wörk

JJ ist als Vater eines fernsehtauglichen Sohnes tief involviert in die aktuelle Cartoonwelt und (mehr oder weniger freiwillig) entsprechend leidgeprüft. Aber manchmal wird aus Schmerz und Leid auch Erfreuliches geboren - und das war in seinem Fall die namensgebende Inspiration für sein Motorrad. Junior ist gnadenloser Fan der Yu-Gi-Oh!-Serie. Für Nichteingeweihte: Eine Mischung aus skurrilem Comic und Kartenspiel. Und genau von letzterem lagen eines Tages einige Exemplare auf dem Küchentisch herum - ganz oben: Die Karte "Battle Ox". Der Anblick des bedruckten Papp-Rechtecks beeindruckte den Herrn Papa dermaßen, daß er den "Battle Ox" spontan als Ausgangspunkt für sein nächstes Krad-Projekt erwählte. Ungewöhnlicher Werdegang. Aber egal. Mit Konventionen hat JJ eh nicht viel am Kopf...

Eckenwetzer

Mitte der Neunziger entdeckte JJ seine Begeisterung für schnelle 600er Kawas. Mit ihnen kann man herrlich Dickschiffe durch kurviges Gehölz scheuchen und dabei auch gerne einmal vernaschen. So kaufte er sich eine just eingefahrene 96er ZX6R, die ihm nach zwei Jahren frecherweise geklaut wurde. Da ein Umstieg aufgrund äußerster Zufriedenheit nicht in Frage kam, schaffte sich JJ als Ersatz erneut das gleiche Modell an, diesmal jedoch vom Jahrgang '98. Und er besitzt das Teil nach über acht Jahren noch immer - das spricht wohl für sich. Allerdings hat das Teil heuer kaum noch etwas mit der einstigen Basis gemein.

Aus Kawamon wird Digi-Ox

Nach einigen Jährchen der unangetasteten Existenz begann JJ anno 2003 langsam mit dem Umbau seines Räubers. Die Racer-Linie blieb dabei anfangs erhalten. Lediglich Auspuffanlage und übliche Gimmicks setzten die Startmarke. Kurz darauf begann auf der Leipziger Mopedmesse der unvermeidliche Stilwechsel mit dem simplen Kauf einer Superbike-Gabelbrücke. Erschwerend hinzu kam das unkontrollierte Betrachten diverser Exponate an einem Stand mit großem "F" im Titel. Im nun folgenden Schritt wanderte ein ZX7-R Heckteil auf den Hilfsrahmen. Doch JJ behauptet im Nachhinein, daß der einzig positive Aspekt dieses Hinterns die Tatsache war, daß er nicht lange am Krad verweilte. Voluminös wie eine Doppelhaushälfte und so dezent wie die Frisur von Marge Simpson, paßte das Monstrum einfach nicht zum Stil des schlanken Flitzers, wohl aber zum ebenfalls ersten Maskenversuch (denn auch dieser war alles andere als minimalistisch und kräftig überdimensioniert).

Dragonballs

JJ erkannte das Debakel aber recht schnell, riß in der kommenden Umbausaison die Plastikverbrechen wieder herunter und ersetzte sie durch entscheidend filigranere Bauteile. Sie stammen aus dem benachbarten Betrieb von Kumpel Thommie, der mit Missile Customs die passende Manufaktur und maßgeschneiderten Lösungen parat hatte. Mit einem Kofferraum voller GfK-Juwelen ging es dann zurück in die eigene Garage, wo aus grauem Laminat feine Anbauteile erwuchsen. Die Lackierung führte anschließend wieder Thommie aus, wobei dieser auf satte Töne mit sehr feinem Flammenairbrush zurückgriff. Auch eine Anspielung auf eine Düsseldorfer Kapelle und die Battle Ox-Idee finden sich auf der Japanerin wieder. Da kann man wohl froh sein, daß JJs Junior aus dem Teletubbies-Alter raus ist. Wer hätte schon gerne eine aufgepumpten Plüschrübe mit Korkenzieher im Kopf auf seinem Krad prangen?!

TECHNISCHE DATEN
Modell: Kawasaki ZX6R Ninja (Bj.'98)
Besitzer: JJ (Battle Ox)
Motor: Serie
Wasserkühler: Serie, Eigenbau-Ausgleichsbehälter
Auspuff: Remus Viper, gekürzt
Rahmen: Serie (lackiert), Eigenbau-Heckrahmen
Schwinge: Serie, lackiert
Federbein: Serie, lackiert
Gabel: Serie
Gabelbrücke: Lucas
Räder: Serie

Bereifung: vorne 120/60 17, hinten 180/55 17
Lenker: ABM
Bremsen: Serie
Fußrastenanlage: Serie, 96er Rastenkörper
Tank: Serie
Verkleidung: Missile Customs (Einzelanfertigung)
Höcker: Missile Customs
Kotflügel: ZX6R ('96), gekürzt
Bugspoiler: Missile Customs
Armaturen: Serie
Instrumente: Motogadget mini
Lackierung: Missile Customs
Danke an: meine verständnisvolle Frau, meine Kinder, die vielen kleinen Helfer und besonders an Thomas

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ZX-10R K34N

ZX-10R K34N

26 Fotos

Kommander Kean

Nachdem Kean bereits im zweiten Jahr seiner noch jungen Mopedkarriere ungewollt abchecken musste, ob seine ZX-6R stabiler als guter deutscher Asphalt ist - mit erwartungsgemäß eher ungünstigem Ausgang für die 600er -, schickte er sich an, nach Ersatzware Ausschau zu halten.

Motivation für die Marktsondierung war jedoch weniger die Fortsetzung seiner unfreiwilligen Testreihe, als viel mehr die Rückkehr zum ursprünglichen Einsatzzweck des Mopetenwesens: dem Fahren. Und so leicht sich auch die Suche nach amtlichem Nachfolgegestühl abwickeln lies, an deren Ende sich eine originale Zehner auf der heimischen Einfahrt räkelte, so scheiße gestaltete sich die Fahrerei mit dem Fließband-Bückstück.

Ich hab Bein

Das lag weniger daran, dass mit dem Hocker etwas nicht gestimmt hätte, als viel mehr an den Folgeschäden aus besagtem Unfall, die Kean akute Beinprobleme beim Zusammenfalten auf der Zehner bereiteten. Da eine mögliche Amputation der extravaganten Extremität sich als Lösungsansatz nicht so recht durchsetzen konnte, musste also mopedseitig etwas passieren. Und so schloss Kean mit dem Kapitel ZX-10R bereits nach wenigen Tagen wieder ab und machte sich auf die Suche nach einer Buell, deren sanft massierende Vibrationen in Tateinheit mit einer kommoden Sitzposition und gediegener Leistung genau das richtige für einen Frühversehrten zu sein schienen.

Zu kalt für alt

Zumindest für den Bruchteil eines irregeleiteten Augenblicks. Gott sei Dank trat zu diesem Zeitpunkt nämlich eine beratende Instanz auf den Plan und eröffnete Kean die Alternative der Tugendverschmelzung. Also die ungestüme Haue der Kawa mit dem komfortablen Körper-Arrangement eines Nackttierchens zu kreuzen. Nach kurzem Probesitzen auf einem Exemplar der mutierten Gattung Fightzilla zündete es gewaltig in Keans Oberstübchen, was sich in einem spontanen Bestellgewitter garstiger GFK-Ware entlud.

Gegengeschäfte

Die Originalbrocken versilberte Kean, um die Kontoschmerzen zu lindern, schloss sich alsdann mit den Resten in seiner Werkstatt ein und machte sich ans Werk den Ofen nach seinen frisch gewonnenen Fantasien umzugestalten. Und obwohl es der erste Umbau für den jungen Triebtäter war, ging er von vorne herein zielgerichtet, als auch planvoll wie ein alter Hase vor. So schnitzte er alle Halter, Träger und Hilfsrahmen in einem ersten Durchgang erst einmal aus billigem und leicht zu bearbeiteten Baustahl und dokterte so lange an den Brocken herum, bis sich mit seinen ehrgeizigen Ansprüchen in Einklang befanden und machte sich erst dann daran, die finalen Einheiten aus Alu oder Edelstahl zu fertigen.

Der Fux

Nicht weniger fuchsig ging unser Schlemihl an die Anpassungen der GFK-Ware heran. Der Begriff "Universal" ist gerade im Zusammenhang mit Höckern schnell mal leicht irreführend und weniger als "überall passend", denn als "nirgends passend" zu verstehen, erfordert also fast immer massives Eingreifen seitens des ausführenden Mechanikers. Und das war in diesem Fall eben Kean. Zum Tank hin passte der erstandene Höcker weniger als ein T-Shirt in Größe M zu den Wildecker Herzbuben. Und statt sich in drei Ebenen einen haarigen Wolf zu laminieren, besorgte sich Kean einfach zusätzlich eine kostengünstige Racing-Version des originalen Schemels.

Zwei in eins

Die passte wunderbar an den Tank und konnte auch mit dessen eher rundlicher Formensprache umgehen. Und so beschnitt Kean den Racing-Stuhl kurz hinter der Sitzfläche, tat es dem Extremebikes-Höcker gleich und laminierte beide Fragmente dann an den Amputationsnarben zusammen. Das ersparte eine Menge Modelliererei und vereinfachte die Verschmelzung der sehr kantigen Heckformen mit den fließenden des Vorderbaus. Trotzdem kommentiert Kean diesen Arbeitsschritt rückblickend mit einem eindringlichen "nie wieder!". Besonderen Einfluss auf diese Bewertung hatten insbesondere die gefühlten zehn Kubikmeter Schleifstaub, die sich nicht nur bis in den letzten Winkel der Werkstatt verteilten, sondern auch in Körperöffnungen eindrangen, von denen unser Protagonist nicht einmal ahnte dass es sie überhaupt gibt. Alleine die Hochzeit der beiden Heckfragmente hat gute zwei Wochen Intensivarbeit verschlungen, was angesichts der Rekordzeit für die gesamte Aktion von gerade einmal derer sechs zeigt, wie intensiv sich diese Phase gestaltete. Dagegen war selbst der Kriegsschauplatz Elektrik eher harmloser Natur. Mit Werkstatthandbuch, Schaltplan und den Fähigkeiten eines praktizierenden Industriemeisters ausgestattet, griff Kean den Litzen unter die Isolierung. Dabei wollte nicht nur das Motogadget-Zentralorgan Anschluss finden, sondern auch der Hauptelektrodenstrom nach dem Wegfall der sichtschützenden Verschalung auf neue Pfade gebracht werden. Blinker und Beleuchtung waren dagegen leicht zu nehmende Hürden. Redselig

Damit die Kawa am Ende nicht als überteurer Küchenhocker enden musste, stand Kean in ständigem Kontakt zu einem kooperativen TÜV-Prüfer, der die einzelnen Schritte observierte und auf Legalisierbarkeit hin beurteilte. Dass es zum Ende hin doch noch einmal spannend wurde, lag nicht an einer spontan auf den Plan getretenen technischen Hürde, als vielmehr an dem Intensiv-Verfahren des Umbaus selber. Diverse unersetzliche Originalschrauben und Bolzen hatten im Getümmel die Flucht aus dem Sichtfeld angetreten und mussten in zeitraubenden Suchaktionen wieder lokalisiert werden. Hatte ein bisschen was von der Suche nach amerikanischen Kriegsgefangenen in Vietnam, war teilweise auch genauso blutig wie zeitaufwendig und scheinbar aussichtslos. Kean dachte auch schon über eine unterstützende Brandrodung besonders heikler Garagenabschnitte mittels Napalm nach, fand dann aber doch noch rechtzeitig ohne Intervention die vermissten Vigilanten.

Womit mal wieder bewiesen wäre, dass man sich nicht widerstandslos den von der Industrie verordneten Bückhaltungen beugen muss. Man muss sich nur zu wehren wissen, dann kann auch auf verzweifelte Kompromissanschaffungen verzichtet werden.

TECHNISCHE DATEN
Marke/Modell/Bj.: Kawasaki / Zx10r / Bj. 2008
Erbauer: Kean Kardanski
Kühlflüssigkeitsbehälter: CNC-Behälter von MGM-Bikes
Luftfilter: K&N
Krümmer/Auspuff: Krümmer mit Thermoband / Ixil Hyperlow (Schwarz Lackiert)
Heckrahmen: Edelstahlrahmen mit Carbon-Blenden
Gabelbrücken: Spiegler (Schwarz Lackiert)
Lenker/Riser: ProTaper EVO
Hebel: Pazzo - Hebel Kurz (Schwarz)
Griffe: Rizoma Lux
Spiegel: HIGHSIDER Lenkerendenspiegel "Victory"
Bereifung: Pirelli Diablo Rosso II
Bremsflüssigkeitsbehälter: Rizoma vorn, MGM-Bikes hinten
Bremsleitungen: Spiegler in Weiß
Fußrastenanlage: Gilles Schwarz Eloxiert
Höcker/Sitzbank: Eigenbau auf Bandero-Basis von Extremebikes
Kotflügel: Street-Machines KOM.A-TG
Instrumente/Anzeigen: Motogadget "motoscope pro"
Maske: IMPERATOR von Gemo-Fighters
Blinker: Motogadget m-blaze vorn, Kellermann hinten
Rücklicht: Kellermann
Lackierung: Schwarz / Weiß

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Z-GPz

Z-GPz

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InZucht

Drei Generationen treiben's wild im Z-Rahmen

Als sich sein Cousin mitsamt Freundeskollektiv eine originale, aber komplett verranzte Z1000 kaufte, ahnte Alex noch nicht, an welch schicksalhaftem Ereignis er gerade teilnahm. Und auch die frisch gebackenen Besitzer hatten noch keine Ahnung, was sie sich da an den Hals geholt hatten - mit der Zett, nicht mit Alex.

Das vermeintliche Schnäppchen demaskierte sich bereits bei der ersten Bestandsaufnahme und zeigte auch unterhalb der schäbigen Hülle seine fiese Fratze. Der Motor war bestenfalls noch als Ankergewicht zu gebrauchen. Daneben gab es noch stahlfreien Rost am gesamten Fahrgestell zu bewundern sowie Anbauteile, die ihrem Aussehen nach bereits drei Weltkriege nebst Dauerbeschuß mit angereichertem Grünspan hinter sich hatten. Soviel Bier hat kein Schwein zu Hause, daß man sich die Leiche hätte schön saufen können. Abgesehen von Alex. Der hat offensichtlich nicht nur einen begehbaren Kühlschrank, sondern auch den benötigten Schuß Wahnsinn im Blut, um sich an solch ein komplett irrationales Unterfangen zu wagen. Also schnell bei Warsteiner ein paar Paletten Pils für den heimischen Vorrat geordert und für die restlichen hundertfuffzig Euronen vom Girokonto das Kawasaki-Wrack gekauft. Bleibt ja alles in der Familie.

Plan B

Ursprünglich wollte der Mann mit dem großen Durst das Zettchen wieder im Originalzustand aufbauen, verwarf den Vorsatz aber ebenso schnell wie seine Abstinenzpläne und überlegte sich lieber andere Schweinereien. Während einer Festivität im Freundeskreis (beflügelt durch vergorene Hopfensäfte) verkündete der bis dato passionierte GPz 900R-Fahrer, es wäre doch eine unwahrscheinlich dufte Idee, das wassergekühlte Herz der 900er in den schrottigen Z-Rahmen zu hängen. Nachdem das anfängliche Gelächter verstummte und Alex trotzig an seiner Geisteseingebung fest hielt, erkannten die Anwesenden die Ernsthaftigkeit dieses Ansatzes und wetteten sofort gegen dessen Gelingen. "Den bekommst Du da nie rein!", schallte es beim besiegelnden Handschlag durch die Hütte. Alex trank also aus, ging nach Hause und machte sich umgehend ans Werk.

Generationskonflikt - wenn die Neue nicht mit dem Alten will

Während er sich darum kümmerte, den Vierventiler irgendwie zwischen die Doppelschleife zu stemmen, sammelte er parallel taugliches Material für das Fahrwerk. Neben einem Umbausatz auf Zentralfederbein und Kastenschwinge gesellte sich auch gefälliges Front-Federgut hinzu. Eine UpsideDown-Gabel aus Suzukis wassergekühlter Gixxerreihe hält den Oldie jetzt tapfer auf Spur. Optisch wollte Alex so etwas wie einen Streifzug durch über 30 Jahre Kawasaki-Geschichte kreieren - und sammelte daher aus allen Epochen zeitgenössisches Material. Der Rahmen aus den Siebzigern, der Motor aus dem nachfolgenden Jahrzehnt. Dazu die Schalldämpfer der aktuellen Z1000 und ein Heck aus den Neunzigern. Vier Jahrzehnte in harmonischer Eintracht in einem Krad. Ein fahrender Ü30-Sampler. Zum Glück aber ohne ABBA oder Wolfgang Petry.

Neun-Monats-Kind

Nach nur neun Monaten Bauzeit konnte das Ergebnis dann zum ersten Mal aus der Garage gerollt werden. Damals noch mit komplett polierten Aluteilen bestückt, glänzte die Dicke in der prallen Sonne. Da Alex aber das ganze Jahr hindurch mit dem Krad unterwegs ist und auch vor der verschneiten Jahreszeit keinen Halt macht, sorgte eine Kombination aus Streusalzfraß und Putz-Unlust für ein jähes Ende der spiegelnden Oberflächen. Zudem verbrauchte der Motor nach übermäßigem Burnplatten-Einsatz in den Sommermonaten inzwischen mehr Öl, als die Friteuse einer McDonalds-Filiale, und erinnerte aufgrund seiner mechanischen Soundkulisse an ein frühes Konzert der "Einstützenden Neubauten". Also zerlegte Alex das Moped wieder und begann von Neuem.

Rehabilitation

Was vom Motor noch zu gebrauchen war, kreuzte er mit den Resten eines 1000RX-Triebwerks und bohrte den Bastard dann noch auf 1100 ccm auf. Keihins rollengelagerte Spaßfabriken beatmen die vier Großraumwohnungen über aufgeriebene und polierte Kanäle im stark modifizierten Kopf. Das erzeugt reichlich Durchzug - sowohl an den Ventilen, als auch auf der Strasse. Apropos: Auf Durchzug schalteten auch die meisten Ingenieure, bei denen Alex zwecks Abnahme des Umbaus vorstellig wurde. Eher hätten sie die eigene Tochter an den Leibhaftigen verhökert, als bei der Begutachtung des Fremdkörpers ihre Seele aufs Spiel zu setzen. Für Menschen, die den ganzen Tag lang C-250 Roller oder Viragos mit Lederfransensatteltaschen prüfen, stand da einfach die real gewordene Anarchie auf dem Vorhof. Einige Kittelträger bekreuzigten sich sogar schon beim vorsichtigen Blick aus dem Fenster. Doch nach einigen Castings fand Alex doch den Superprüfer beim TÜV Hanse. Frei von Vorurteilen und mit zwei ausgewachsenen Testikeln in der Hose nahm sich der gute Mann des Kraftrads an und erteilte ihm nach eingehender Prüfung seinen Segen. Was lange fährt, wird endlich gut.

TECHNISCHE DATEN
Modell: Kawasaki Z 1000 (Bj.'77)
Besitzer: Alex
Erbauer: Alex und Mathias
Motor: Mischung aus Kawasaki GPz 900 R und 1000 RX, Wiseco 1100ccm Bigbore-Kit, Kopfbearbeitung mit großen Ein- und Auslässen
Wasserkühler: GSX-R 750 SRAD
Ölkühler: Kawasaki
Vergaser: Keihin FCR
Luftfilter: offene Trichter
Auspuff: Eigenbau (keramikbeschichtet) mit Z1000-Schalldämpfern (neues Modell)
Rahmen: Z1000 (stark modifiziert), Heckrahmen geändert für Zephyr-Bürzel
Schwinge: GSX-R 750 W
Federbein: GSX-R 1100 mit Eigenbau-Umlenkung
Gabel: GSX-R 1100 W
Gabelbrücken: Gimbel
Räder: GSF 1200, vorne 3,5" x 17", hinten 5,5" x 17"
Bereifung: Bridgestone BT 56, vorne 120/70 ZR 17, hinten 180/55 ZR 17
Lenker: LSL Dragbar
Bremsen: vorne ZXR 1200, hinten GSX-R 1100
Fußrastenanlage: Eigenbau
Maske: MuZ Baghira
Höcker: Eigenbau
Kotflügel: Eigenbau
Armaturen: GPz 900 R
Instrumente: Sigma Tacho
Lackierung: Garagenlacke
Sonstiges: Z1000-Tank mit GPz 900 R-Einfüllstutzen, Z900-Seitendeckel, alles pulverbeschichtet
Danke an: Micha, HR-Engeneering, Mathias und Wibke, OTE Pulverbeschichtung, Reinhold vom TÜV Hanse

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