CB 450 N
CB 450 N
Die Halbe

Sie war so etwas wie die kleinere Schwester der CX-Modelle und motorseitig eine halbierte Bol D’Or: Hondas CB 450. Ein praktisch unkaputtbarer Zweizylinder mit der Spannungskurve eines schwach tropfenden Wasserhahns. Lange Zeit hauptsächlich bei Fahranfängern beliebt, was nicht zuletzt daran lag, dass sie nicht nur einfach durch Abwürgen in die seinerzeit eingeführte 27PS gepresst wurde, sondern aufwändig per anderer Nockenwelle eine durchaus erbauliche Verschiebung des Drucks in den Drehzahlkeller erfuhr.

Viel mehr als in einen Satz Aufkleber hat keiner ins Pimpen der Pressrahmen-Kisten investiert. Nach zwei Jahren wurde der Ofen sowieso an die nächste Frischlings-Generation weiter gereicht und amtliches Getier angeschafft. Doch es gibt auch Ausnahmen. Und eine davon seht ihr hier. Viel mehr als Motor und vorderer Pressrahmen sind nicht übrig geblieben. Volle Pulle auf die Stulle. Einmal das volle Programm.

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Goldwing F4
Goldwing F4
Das feuerrote Spielmobil

Du kannst mit der FLAK die Löcher in den Käse schießen, die Salami mit dem Fallbeil schneiden, dir die Zigarette mit dem Flammenwerfer anmachen und aus ´ner Goldwing ´nen Fighter bauen. Du musst nur richtig schön einen an der Waffel haben. Das Kriterium erfüllen die Bengels von "Stand 85" umfänglich und nachhaltig – sowohl einzeln, als auch im Kollektiv.

Wenn man die Augen schließt und überlegt, welches rollende Scheißhaus auf gar keinen Fall Platz in der heimischen Garage finden soll, so dürften neben dem selbstfahrenden Dixi von BMW (hausintern C1-Roller genannt) und der Virago 125 Geh-Hilfe auch die Einbauküche von Honda gleich im Vorspann des Szenarios über die interne Mattscheibe flimmern. Eigentlich bräuchte man gefühlt statt Klasse 1 den LKW-Lappen für die Dinger, was auch daran liegt, dass man unter all dem Plastik die genaue Anzahl der tatsächlich vorhandenen Räder nicht zählen kann. Dynamisch wie erstarrter Estrich und eigentlich nichts anderes, als ein rollender Devotionalienständer, der von seinen grenzdebilen Eignern gemeinhin mit mehr Kitschkack zugepflastert wird, als der Tannenbaum der Nanu-Nana-Boutique im Gay-Viertel auf Hawaii an Heiligabend.

Hirnschlag

Und genau diese Fürchterlichkeiten waren es, welche die Jungs dazu trieben, sich so ein Wohnklo auf Rädern mal vorzunehmen – auf ihre ganz spezielle Art und Weise. Denn wenn man sich schon so einen Hocker auflädt, dann müssen Art und Weise der Umbauaktion in Sachen Extremismus und Querdenkertum mit der Basis mindestens mithalten können – diese am Besten noch deutlich übertreffen. Und so wurde der wahnsinnige Plan geschmiedet, eine Karikatur auf die Rädern zu stellen die ihresgleichen sucht. Das ist unzweifelhaft gelungen.

Long Dong Wing

Die Marschroute lautete vorhandene Anlagen auszubauen und auf die Spitze zu treiben. Der von Werk aus schon üppige Radstand sollte noch weiter anwachsen, was jedoch nicht über eine verlängerte Schwinge gelöst wurde, sondern durch Verlegung ihrer Aufnahme. Diese sitzt jetzt in etwa dort, wo sich sonst die Radachse befindet. Dazu wurde der gesamte Heckrahmen der Honda großzügig amputiert und von Grund auf neu konstruiert. In dem Geflecht befindet sich unter anderem ein Winkeltrieb, welcher den Kardan mit einer Sekundärkette verbindet, sowie Aufnahme und Umlenkung einer modernen Mono-Federung.

April ja!

Diese wurde einer Tausender Aprilia entnommen, welche auch gleich noch Räder, Bremsen und Gabel mit in die Beziehung brachte. Auch der Höcker stammt im Rohbau unverkennbar aus der Eisdielenschleuder. Kompletter Eigenbau ist dagegen der Tank, der aus drei Feuerlöschern geschweißt wurde, die über dicke Verbindungsrohre ihre Volumina teilen. Eine eingelassene Benzinpumpe befördert den Kraftstoff zu den modifizierten Vergasern, welche über zwei erigierte Ansaugschnorchel die Luft aus dem vorderen Verkehrsraum saugen. Der Motor geht durchaus druckvoll zu Werke, was nicht weiter verwundert, muss er doch jetzt deutlich weniger Gewicht anschieben. Fernseher, Mikrowelle, Klimaanlage, Friteuse – und was sich sonst noch so unter dem ganzen Plastik verbarg, sind ja nun Geschichte.

TECHNISCHE DATEN Marke/Modell/Bj.: Honda Goldwing GL 1100, Bj. 1980 Vergaser: modifiziert Krümmer/Auspuff: modifiziert, Ixil Endtöpfe Rahmen: stark modifiziert Heckrahmen: Eigenbau Schwinge: Aprilia Tuono 1000 Federbein/Umlenkung: Aprilia Tuono 1000 Gabel: Aprilia Futura Gabelholmen Gabelbrücken: Aprilia Tuono 1000 Räder: Aprilia Tuono 1000 Bremsen: Aprilia Tuono 1000 Fußrastenanlage: Eigenbau Tank: Eigenbau aus Feuerlöschern Verkleidung/Maske/Scheinwerfer: FZ-6 modifiziert Höcker/Sitzbank: Aprilia Tuono 1000 modifiziert Kotflügel: Aprilia Tuono 1000 Sonstiges: Motogadget Motoscope mini, Bihr Racing Hebel und Spiegel

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Ultracharged VTR
Ultracharged VTR
V2 – Vergeltung für London

Von Jahr zu Jahr fühlte sich Paul immer ein kleines bisschen mehr angepisst. Grund dafür war der Umstand, daß Umbauten aus seinem Vaterland, das sich immerhin rühmen kann, die Fighterei erfunden zu haben, immer mehr Ähnlichkeit mit Haggis hatten: Einheitlicher Brei der nur streng riecht und so richtig niemanden mehr schmeckt.

Wahlrecht

Mit der Motorrad-Bauerei ist es wie mit Sex: Wenn es richtig geil werden soll, mußt du´s dir selber machen. Statt die Hände für ein paar Runden Taschenbillard in der Cordhose zu versenken, schlüpfte Paul in seinen Blaumann und machte sich auf in die Tiefen seines heimischen Teilelagers, um dort Ausschau nach einem soliden Brocken zu halten, aus dem ein zeitgemäßer Straßenarschtreter erwachsen könnte.

Lagerware statt Tupperware

Schon nach kurzer Suche stieß Paul auf ein Gixxer-Triebwerk, das für viele die ideale Basis für sein Vorhaben gewesen wäre. Und genau aus diesem Grund stellte Paul den Vierer wieder zurück ins Regal, denn der stählerne Berserker sollte nicht nur eine Urgewalt werden, sondern sich auch von allem bisher dagewesen abheben. Wenn Paul eins auf keinen Fall wollte, dann die so-und-so-vielte Neuauflage eines längst abgefrühstückten Massenaufgusses. Ein paar Regalböden höher fand sich dann mit dem Herz einer ausgemusterten Honda VTR deutlich rareres Ausgangsmaterial, welches in Sachen Sound, Anatomie und Konstruktion seinen Vorstellungen deutlich näher kam.

Oralorgien

Damit war zum einen die Basissuche abgeschlossen und zum anderen auch der Anteil der Fertigware abgehakt. Der komplette Rest des Krads entstand vollständig in Eigenarbeit. Das gilt sowohl für das gesamte Rahmenwerk, als auch für die selbst verbreiterten Räder, das Bodywork sowie die wohl unorthodoxeste Aufladung seit des rektalen Eigeneinlaufes von Heather Brooke mit einem Miele 2000 Staubsauger im Zuge der Dreharbeiten zu „Anal-Explosions“ Teil 7.

Unlimited Pleasures

Daß Pauls Fähigkeiten praktisch keine Grenzen kennen und er mit ausreichend kranker Phantasie und Werkzeug gesegnet ist, um das latent wahnsinnige Potential seiner Außenhirnrinde hemmungslos zu nutzen, spürt der Betrachter bei jedem einzelnen Abdruck des Krads auf seiner Netzhaut. Das beginnt heckseitig bei der nicht nur mächtig ästhetischen, sondern auch mechanisch raffinierten Schwingen-Konstruktion. Wie sonst nur bei Einarmschwingen üblich, liegen sowohl Antrieb, als auch Bremse außerhalb der Achsaufnahmen, nur eben, daß es sich bei Pauls Rohrwerk um ein zweiarmiges Exemplar handelt.

Hinter Gittern

Angelenkt wird die Radhalterung am Motorblock und dem zierlichen Rundrohrrahmen, dessen spärlicher Hauptteil aus gezogenem Stahlrohr besteht und achtern durch eine Konstruktion aus Aluminium komplettiert wird. Da Paul versucht hat, so viele der notwendigen Baugruppen wie nur möglich selbsttragend zu gestalten, fällt das Fahrgestell äußerst filigran und knackig aus. Deutlich üppiger präsentiert sich im Kontrast dazu die Beschickung der Kolbenböden mit Verbrennungsdruck. Da sich Paul nicht so richtig zwischen Kompressor und Turbo entscheiden konnte, verbaute er kurzerhand einfach beides.

Doppelwhopper

Als wäre die Kombination noch nicht ausgefallen genug, ordnete Paul die beiden Druckerzeuger statt nach parallelem Prinzip, in Reihe an. Der Turbolader nuckelt ungehemmt an der Titte der Atmosphäre und schickt die vorverdichtete Luft weiter zum Kompressor, der noch mal eine Schaufel drauf legt. Zwischen einem und anderthalb Bar werden so zu den Drosselklappen gefördert – und das bereits knapp über Anlasserdrehzahl. Den entsprechend trickreichen Innenaufbau des zentralen Ladeluftkühlers kann man von außen nur unzureichend erahnen.

Come in and play

Ausgeamtet wird nicht weniger tricky, was sich zum einen durch den verbauten Turbo und zum anderen schlicht aus Pauls hohen Ansprüchen heraus ergab. Selbst entworfene und –gebaute Edelstahlrohre laufen von den Auslaßventilen zum Ladergehäuse und setzen dessen Innereien in verzückende Rotation. Hauptabgasstrom und Wastegate münden dann vereint im Endrohr, welches wiederum im finalen Endschalldämpfer endet. Selbiger schmiegt sich an die Unterseite des Höckers als wolle er ein Kind von dem Sitzmöbel. Das einzige, was den optischen Eindruck von Pauls Asskick´R noch zu toppen vermag ist die Reizüberflutung die entsteht, wenn der Brite das Monster zum Leben erweckt. Eltern stellen sich schützend vor ihren Nachwuchs und Passanten nesteln an ihren Handys, suchen mit kaltem Schweiß auf der Stirn nach der Schnellwahltaste für den Notruf. Und Paul, ja Paul ist zufrieden und sieht die Ehre der britischen Fight-Nation wieder hergestellt. Hoffentlich ist er aber bald wieder mal richtig schön angepisst, notfalls müssen wir eben etwas nachhelfen.

Technische Daten Erbauer: Paul Diverse Motor: Honda Firestorm VTR 1000 mit selbstgebautem Turbolader-Kompressor-System mit Ladeluftkühlung, Riemenantrieb sowie sämtliche Rohverbindungen und Edelstahl-Auspuffanlage sind Einzelanfertigungen von PDD Rahmen: Stahlrohrrahmen Einzelanfertigung, Heckrahmen Einzelanfertigung aus Alu-Rohr von PDD Schwinge:Einzelanfertigung aus Stahlrohr, Zweiarmschwinge in Einarmschwingendesign, Kettenspannsystem Einzelanfertigung, Antrieb Einzelanfertigung Gabel: Ducati 916 USD, Gabelbrücken Yamaha R1, modifiziert, mit Kawasaki ZX 636-Joch Räder: vorn Suzuki GSX-R 1100, hinten Suzuki GSX 1300 R Hayabusa auf 10,75 Zoll verbreitert Bremsen: vorn Handpumpe Ducati 999, Brembo-4-Kolben-Zangen auf Hayabusa-Scheiben, hinten 4-Kolben-Nissin-Zange mit selbst gefertigtem Anker auf Hayabusa-Scheibe Sonst.: Edelstahllenker Einzelanfertung, Scheinwerfer Gilera Ice mit selbstgefertigter Edelstahlhalterung, Ducati 999-Kupplungspumpe, Fußrasten aus Edelstahl Einzelanfertigung, Lack-Gestaltung PDD (Ausführung Mark Butcher), sämtliche Achsen, Achsmuttern, Halteplatten, Versteller sind Einzelanfertigungen von Paul Diverse mit freundlicher Unterstützung seines Auszubildenden Franki Coulthread

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CBR 400 RR
CBR 400 RR
Carpe Diem

Wenn du richtig geil auf Poppen bist, dann rennst du untenrum nur mit Chaps bekleidet in die Disse, weil du dir die Zeit zum Schlübber runterreißen sparen willst. Wenn Du geil auf einen amtlichen Vollrausch bist, steckst du dir mit Wodka getränkte Tampons ins Rektum, um die Zeit nicht mit Schlucken zu verplempern. Arne war richtig geil auf Fighter – und hatte deshalb seinen ersten schon bevor er sich auch nur zum Führerschein anmeldete.

Der prä-lappige Erwerb eines Untersatzes an sich ist schon eine seltene Sache. Wenn das aber nicht reicht und der Koffer auch noch von Anfang an dem eigenen, ganz speziellen Beuteschema entsprechen muss, dann bist du einer der ganz wenigen ganz Kranken. So wie Arne. Nachdem mit Erreichen der Volljährigkeit endlich die Möglichkeit bestand, hemmungslos das auszuleben was er die vorangegangenen Jahre im Heft mit dem großen „F“ nur erlesen konnte, wanderte er – zwar ohne Sturmhaube und Uzi, dafür aber mit dem Sparbuch bewaffnet – in die nächste Filiale seiner Hausbank und zwang den Schalterschergen zur Herausgabe geeigneter Summen.

H1F1

Ein weiterer Indikator für den Grad der Infektion sind zwei Parameter, die sich Arne ins Lastenheft schrieb: Er wollte sich nämlich den Start ins Schlagringleben nicht per schwerem Material mit Frustrationspotential für Einsteiger versauen, sondern lieber einen leichtfüßigen Gesellen chauffieren. Und darüber hinaus sollte dieser keiner sein, der an jeder Ecke herum steht. Meine Oma würde angesichts dieser Wunschliste jetzt sagen: „Junge, ich kann dir die Spiegeleier auch hochkant braten.“

400 Eier

Arne ist aber durchaus mit der vertikalen Zubereitung von aufgeschlagenem Hühnerauswurf vertraut. Und so war die Beschaffung eines glücklich machenden Untersatzes ein durchaus aussichtsreiches Unterfangen. Eine 400er CBR wurde erspäht, anvisiert und gekauft. Das Teil war schon leidlich umgestrickt, die Auswahl der verbauten Teile ließ aber auf einen Menschen mit nicht vorhandenem visuellem Harmoniebedürfnis schließen. Die Brocken waren schlicht viel zu groß für den kleinen Zossen. Doch für tiefgreifende Interventionen in die Kradanatomie war erst einmal keine Zeit. Der Lappen musste ja noch her. Die Fahrstunden absolvierte Arne gleich mal auf dem eigenen Moped – so musste er nicht bis zur Aushändigung der legitimierenden Plastikkarte warten, um in den Genuss erster Fahrten mit dem eigenen Hobel zu kommen.

Legalize it!

Nachdem erst der Fahrprüfer und danach automatisch auch Arne zufrieden waren, konnte er fortan nicht nur die Fahrtrouten selber bestimmen, sondern sich im anschließenden Winter auch der Umsetzung seiner Vorstellungen widmen. Um sich nicht zu übernehmen, nahm er für die sensiblen Bauabschnitte die Hilfe von Indi-Bikes in Anspruch, die sich z.B. um den Heckrahmen, Schweißarbeiten und das Stricken einer komplett neuen Elektrik kümmerten. Aber nicht ohne dass Arne permanent Gewehr bei Fuß gestanden und die Richtung bestimmt hätte. Bei für Einsteiger weniger tückischen Baustellen legte der Jung-Infizierte natürlich selber Hand an und ließ es sich nicht nehmen, seiner Kleinen den eigenen Stempel aufzudrücken.

Doppelte Arbeit

Bei der Tiefe der Eingriffe nützte es nur wenig, dass die RR bereits umgebaut war. Es musste sowieso alles neu gemacht werden. Nachdem sich Arne für einen Höcker und eine Maske von Bimbo‘s entschieden hatte, wurden die entsprechenden Unterbauten in Angriff genommen. Heraus kamen ein frisches Heckfundament, sowie eine passende Aufnahme für das Lampengesicht. Während das federnde Frontend unangetastet blieb, wanderte eine formschöne CBR 600-Schwinge zwischen die hinteren Aluprofile und macht den Bereich eine ganze Ecke stiftiger. Damit sich die Auspuffanlage nicht lustlos in der Nachbarschaft herum lümmelt, wurde deren Verlauf noch schnell korrigiert und den neuen Platzverhältnissen angepasst.

Gegen

In Sachen Elektrik blieb keine Elektronenbahn auf der anderen. Eine Tasterarmada wanderte an den Lenker und befehligt die im Höcker verborgene M-Unit. Den nötigen Saft liefert eine kleine und leichte LiFePo4 Batterie, die in 3,2AH Ausführung leichtes Spiel mit den kleinen Einzelhubräumen hat. Bei der Farbwahl ging es Arne eher konventionell an und vertraute auf die zeitlose Wirkung von freundlichem, hellem, leuchtendem Schwarz. Bei all der bis dahin an den Tag gelegten ehrgeizigen Eigenwilligkeit darf man auch ruhig mal auf Vertrautes setzen. Und da bei Arne kein Abklingen der Infektion feststellbar und er noch jung an Lenzen ist, wird sich in Zukunft sicher noch das eine oder andere individuelle Lack-Projekt abzeichnen. Dafür braucht man nicht in die Glaskugel zu glotzen oder in altem Fisch zu lesen – denn Arne ist geil!

TECHNISCHE DATEN Marke/Modell/Bj.: Honda CBR 400 RR, Baujahr 1990 Besitzer: Arne Erbauer: Indi Bikes und Arne Krümmer/Auspuff: Eigenbau Heckrahmen: Eigenbau Schwinge: Honda CBR 600 R Lenker/Riser: LSL Maske/Scheinwerfer: Bimbo‘s 666 Höcker/Sitzbank: HCF-Höcker, Kunstlederbezug auf Eigenbaupolster Armaturen/Schalter/E-BOX: Revolver 4 Taster, M-Unit Instrumente/Anzeigen: Digi-Tacho Lackierung: schwarz Sonstiges: LiFePo4 Starterbatterie, Ferrara-Lenkerenden-Spiegel, Kellermann-Blinker

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VFR/GSX-F Doppel
VFR/GSX-F Doppel
Wild Boys

Wenn zwei Generationen aufeinander treffen, kommt es unweigerlich zu Spannungen und Reibereien. Auslöser ist meist die unzähmbare, wilde Fraktion, in deren Altersstufe Vernunft und Besonnenheit nicht sonderlich ausgeprägt sind. Ihnen geht es nur um den puren Spaß, sie kümmern sich nicht um Morgen und rebellieren gegen alles und jeden. Und dann gibt es da noch ihre Kinder...

Achim und Norman, ersterer Vater des zweiten, fanden Motorräder lange Zeit irgendwie doof. Achim einfach pauschal und Norman auf Grund seines temporären Irrglaubens, Cabrios wären die deutlich geileren Sommerfahrzeuge. Gut, es gibt auch Menschen die der Meinung sind, in einem SUV mit 200 Sachen auf der linken Spur einer leeren Autobahn zu fahren hätte was mit Fahrdynamik zu tun. Und manche Menschen verwechseln auch Pudelkacke mit Nougatschokolade.

Scheunenfund

Erfreulicherweise ereilte Norman nach kurzer Zeit der Fehlleitung wieder die Einsicht und kurz darauf ein Kollege, der von einem Scheunenfund wusste, der doch genau das richtige für den endlich wieder ambitionierten Kradisten sein müsste. Als Norman in besagter Scheune aufschlug, bekam sein frisch aufgekeimter Enthusiasmus erst mal schön einen mit dem Vorschlaghammer aufs Maul. Gut, das Ding stand in einer Scheune, soweit war die Bewerbung des Hockers schon mal korrekt. Und gefunden hat er auch was. Norman konnte nur nicht genau sagen was. Mehr als ein im Rahmen herum rostender Motor lag dort nämlich nicht im Heu und die Frage nach den Restteilen beantwortete der Anbieter mit einem optimistischen "die müssen hier eigentlich irgendwo rumliegen" während er gleichzeitig auf eine dem ludolphschen Haufenprinzip folgende Trümmerbergkette deutete. Das erwies sich jedoch schnell als geschönte Schutzvermutung, denn die Suche nach den fehlenden Brocken endete mit der Feststellung, dass da wohl ein schwarzes Loch in der Scheune gewesen sein muss, welches die Teile in eine andere Dimension entrissen hatte. Wir haben begründete Zweifel an dieser Theorie.

Exhumierung

Norman nahm Rahmen und Motor dennoch mit, die sich als Überreste einer GSX 1100 F heraus stellten, besorgte sich die notwendige Peripherie für einen Probelauf auf der Werkbank und flutete die Vergaser aus einem improvisierten Tank. Und welch Glückes Geschick: Der Vierzylinder säuselte bereits beim ersten Reanimationsversuch los als wäre er gestern noch über die Teerwälder Mitteldeutschlands getollt. Keine Frage: Das Ding durfte bleiben. Und so komplettierten Norman und Achim die Karre provisorisch und nicht minder hässlich zu einem fahrenden Gestühl, so das Norman erst einmal was zum Fahren hätte.

Leasingfahrzeug

Daraus wurde jedoch nichts. Das lag nicht daran, dass der Zossen gezickt hätte, sondern vielmehr an Achim. Denn immer wenn Norman Zeit und Muße hatte die Elfer zu pilotieren, war der Platz in der Garage, wo sie eigentlich stehen sollte, leer. Achim (O-Ton nach der Wiederbelebung: "Wie kann man mit so einem Schweineeimer nur fahren wollen?") hatte nämlich irgendwie das Fieber gepackt und saß fast jede freie Minute auf der Suzuki und grinste sich dabei das Gesicht faltig.

Notwehr

Um doch mal selber auf seinem eigenen Krad fahren zu können, griff Norman zum Äußersten und schlug in vom Gericht bestätigter Notwehr hart und präzise zu. Bei einem Gebrauchtmopedhändler an der holländischen Grenze. Dort zerrte er eine originale RC36 aus dem Zweiradwald, hatte sein Erzeuger doch immer wieder durchblicken lassen, dass "was mit Einarmschwinge" genau nach seinem Geschmack wäre. "Nimm das!" rief Norman und überreichte seinem Vater zum 50. die Beute des Streifzugs.

Ente gut alles gut

Eigentlich könnte die Geschichte an dieser Stelle beendet werden, denn jeder hatte ja jetzt sein eigenes Moped. Und wenn sie nicht gestorben sind, fahren sie auch heute noch glücklich und zufrieden durch die Gegend. Am Arsch. An dieser Stelle reißen wir Aschenputtel mal den Schlübber vom Arsch, stecken ihr den lügenden Pinnoccio in den Schritt und lassen Märchen Märchen sein. Die Realität gestaltete sich nämlich ganz anders.

Baustellenfahrzeuge

Denn sowohl Achim als auch Norman merkten ebenso zeitnah wie synchron, dass Seriengeraffel ungefähr so spannend ist, wie der Twitteraccount von Boris Becker. Kurioserweise war es der ältere der beiden, den der Hafer am meisten stach und der das Startsignal für fatales Treiben gab. Schnell nistete sich Achim in der Werkstatt seines Nachwuchs ein und erklärte die VFR zum experimentellen Familienprojekt, das sofort, umfassend und radikal umzubauen sei.

Gut gekleidet

Norman leistete nur wenig Widerstand, dafür aber eine Menge Arbeit, was ihm dank seines KFZ-Backgrounds nicht sonderlich schwer fiel. Nachdem die Honda komplett zerlegt und der Motor überholt und eingestellt war, bekam dieser eine satte Kelle weiße Farbe aufs Gehäuse, während der Rahmen in helles, freundliches Lichtschwarz getaucht wurde. Nach einer ausgiebigen Shopping-Tour in Sachen GFK Haute Couture lag ein ansprechendes Bodywork parat, das jedoch noch angepasst werden musste. Denn so oft auch die Schwinge der 750er als Organspende zum Einsatz kommt, so selten ist ein komplett gefightertes Exemplar der VFR auszumachen – was sich eben auch in einem praktisch nicht vorhandenen Pool an passenden Teilen nieder schlägt.

Parallelwelten

Für das dynamische Duo war das aber mehr Reiz denn Hürde, und so wurde nicht nur ein Heckrahmen aus der Luft gezaubert, sondern auch gleich noch die erstandenen Universalteile umlaminiert und angepasst. Und nicht nur die. Denn Achim war der Tank der Honda "irgendwie zu spackig", so dass für den Spritbunker nebenbei noch eben ein Cover entstand, welches dem Oktanboiler mehr optisches Gewicht und wuchtigere Linien verpasst. Eine amtliche Brechstange zur Fahrtrichtungsbestimmung, das Reduzieren des Instrumentariums auf einen Minimaltacho sowie einen Ixil-Endpott später zeigte sich der einstige Kofferträger von seiner wilden Seite und macht nebenbei deutlich, dass er zu wesentlich mehr zu gebrauchen ist, als lapidare Plünderstätte für Fireblade-Umbauten auf Einarmschwinge.

Southstage

Nachdem der VFR-Umbau abgeschlossen und Achim zufrieden war, stellte Norman die nun unübersehbaren Defizite seines eigenen Untersatzes fest und läutete Runde zwei im Familiengericht ein. Also Honda von der Bühne und rauf mit der Suzuki. Die wollte erst einmal auf vernünftiges Fahrbesteck umgesattelt werden. Dazu besorgte sich Norman die Gabel einer 11er R, musste jedoch schon bei der ersten Anprobe feststellen, dass hier wesentlich mehr als nur "alte raus, neue rein" nötig war. Aus der Baustelle wurde ein richtiges Drama, vor dessen gutem Ende eine ganze Menge Arbeit stand. Rückwirkend betrachtet eher was für Menschen mit positiver Krebsdiagnose.

Van achtern

Nachdem auch hinten die Felge der R ihren Platz gefunden hatte, kümmerte sich das Gespann um die Optik der Zossens. Bei der Auswahl der Teile merkt man unweigerlich, dass hier der gleiche Gen-Pool vorliegt, denn Norman schöpfte seine Grundlagen aus dem selben Brunnen wie Achim schon zuvor. Und auch das Vorgehen und die Ausgestaltung ist auffällig ähnlich. Ein leer gefegtes Cockpit, ebenfalls mit einem dezenten Tacho versehen, hält den Arbeitsbereich des Chauffeurs clean und auch Steuerstange nebst Bestückung selbiger sowie der Abgasrüssel sind direkte Verwandte.

Rahmenbedingungen

Natürlich ist auch der Heckrahmen wieder innerfamiliäres Eigenwerk und das GFK-Gestühl nicht einfach drauf geklatscht, sondern aufwendig den Gegebenheiten der F angepasst worden. Und auch bei der Farbwahl geht es prinzipiell konform zu. Kein vielfarbiger Schnickschnack oder Brimborium, dafür kräftige aber harmonische Farbkontraste hüben wie drüben, lediglich ein paar dezente 3D-Applikationen hüben wie drüben.

Family Business

Unterm Strich sind hier zwei eigenständige Fighter erwachsen, denen sowohl die ungewöhnliche Basis als auch die schlüssige Umsetzung gemein ist. Man muss nur die Generationsgrenzen überschreiten und die wilde Hälfte im Zaun halten – das weiß jetzt auch Norman.

TECHNISCHE DATEN GSX 1100F Erbauer: Norman Kegler Motor: 1127 Vergaser: Suzuki GSX-R 1100r GV73C Krümmer/Auspuff: Remus mit Exil Shorty Heckrahmen: Eigenbau Schwinge: GSX1100F Federbein/Umlenkung: GSX1100F Gabel: GSX1100R GV73C Gabelbrücken: Spiegler (für GSX1100R) Räder: 3,5X17 GSX-R vorn, 5,5x17 GSX-R hinten Bereifung: Michelin Pilot Power 2CT, 120/70 ZR17 vorn, 180/55 ZR17 hinten Lenker/Riser: 86er Lucas Dragbar Bremsen: GSX-R 1100 GV73C Fußrastenanlage: selbstgedrehte Rasten, Brems- und Schalthebel Tank: original mit aufgearbeitetem Totenkopf Bugspoiler:Baluracing stark modifiziert Armaturen/Schalter/E-BOX: GSX-R 1100 Gv73C Instrumente/Anzeigen: DannMoto Lackierung: Schwarz matt mit Candy orange Sonstiges: selbstgedrehte Alugriffe passend zu den Rasten, Zündschloss ins Heck verlegt, Kellermann Blinker (Lenkerenden und Rückleuchten )



TECHNISCHE DATEN Honda VFR 750 F RC36/1 Erbauer:Achim Kegler Ölkühler: entfernt Krümmer/Auspuff: original mit Ixyl Shorty Heckrahmen: Eigenbau Räder: 3,5x17 vorn, 5,5x17 hinten Bereifung: Michelin Pilot Power 2CT, 120/70 ZR17 vorn, 180/55 ZR17 hinten Lenker/Riser: Fehling Dragbar 91cm Tank: Eigenbau auf original Plattform Instrumente/Anzeigen:Koso DB-Serie Lackierung : Weiß und Schwarz matt Sonstiges: Kellermann Rückleuchten mit Blinker und Bremsfunktion , Überlaufbehälter Eigenbau , Umrüstung auf 180er Hinterreifen, Lenkerenden Eigenbau, Sitzpolster Eigenbau

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Bol D'Or Kriese
Bol D'Or Kriese
Honda Bol D'Or

Erstens kommt es anders...

… und zweitens als man denkt. Wie schnell sich manche Dinge quasi von selbst über den Haufen werfen, hat Steffen beim Umbau seiner alten 900er Honda mehrfach erfahren. Es fing schon damit an, daß dies eigentlich gar keine Bol D'Or sein sollte...

Ganze 300 Euro hat Steffen für seine damals noch serienmäßige Honda Bol auf den Tisch gelegt. Klassiker hin oder her, es war halt ein alter Eimer, und mehr sollte er auch nicht sein. Ein Übergang, bis eine Gixxer oder eine CBR deren Platz einnehmen würde. Natürlich zwecks Fighterisierung, schließlich hatte sich Steffen in der Fighters und auf Messen mit Inspirationen vollgetankt und war heiß darauf, sein Erstlingswerk in Angriff zu nehmen. Straßenkämpfer mit Sinn für Nostalgie werden jetzt natürlich schon aufmerksam, denn die Bol D'Or ist ebenfalls ein ziemlich dankbares Objekt für einen Neuaufbau nach eigenem Geschmack. Vor allem, wenn dieser oldschool-kompatibel ist. Genau das war bei Steffen der Fall, und so entschied er sich, sein Alteisen konsequent zu veredeln, statt weiteres Geld in einem 0815-Bückeisen zu versenken. Angesichts des Resultats können wir zu diesem Sinneswandel nur explizit gratulieren.

FZR – und fertig

Ein genaues Bild vom fertigen Moped hatte der Schraub-Autodidakt dabei nicht im Kopf, aber die Marschroute war dennoch klar: Ein minimalistisches, klassisches Roadster-Design mit ungehindertem Blick aufs Rahmendreieck, dazu ein moderneres Fahrwerk mit 17-Zoll-Rädern. Nicht zu breit, aber normal-breit. Ein 180er Hinterreifen sollte es schon sein. Also machte sich Steffen auf die Suche nach passenden Komponenten, und die fand er erstaunlicherweise bei der japanischen Konkurrenz: Gabel und Schwinge der Yamaha FZR 1000 passen ohne Änderungen an Lenkkopf oder Schwingenachse an den Honda-Rahmen – wer hätte das gedacht?

Doppelte Planänderung

Der erste Versuch mit einer für die Ur-FZR mit 4,5x18 Zoll-Felge gebauten Schwinge von Speed Products scheiterte, da deren Unterzug mit dem gewünschten 5,5x17 Zoll-Rad mit der Kette kollidierte. Die nötige Neuorientierung führte immerhin nicht allzuweit vom geplantern Weg ab: Die Hinterradführung einer neueren Tausender-Yam mit serienmäßigem 17-Zöller sorgte dafür, daß der Fighter-Debütant Steffen am Ende doch noch zu einem Plug&Play-Erfolgserlebnis kam. Übrigens mußte er noch bei einem weiteren Heck-Aspekt von seinem ursprünglichen Plan abweichen: Eigentlich sollte die Bol D'Or ein Zentralfederbein bekommen, aber aufgrund der Erfahrungswerte anderer Schrauber mit dieser Umrüstung rückte er von dem Vorhaben ab. Die Anbringung der Stereofederbein-Aufnahmen an der FZR-Schwinge überließ er dann den Profis von Krüger & Junginger. Ganz ehrlich, Steffen: zum Oldschool-Look des Ofens passen sie auch viel besser.

Erneutes Umdenken

Es überrascht kaum, daß auch bei der Gestaltung der Sitzgelegenheit am Ende etwas anderes herauskam, als zu Beginn angedacht: Steffen wollte ein komplett neues GfK-Heck verwenden. Bei näherer Betrachtung fügte sich aber auch die Originalbank hervorragend ins Bild ein – vorausgesetzt, man würde sie geringfügig eindampfen. Geringfügig heißt in diesem Fall: 20 Zentimeter kürzer und sich nach hinten verjüngend. Genau der richtige Eingriff für ein enorme dynamisierung der Linienführung bei gleichzeitiger Bewahrung des alten Bol D'Or-Flairs. Extrem stimmig, weil das perfekte Maß zwischen schick und dezent, ist auch das Lackkleid: Schwarz für Rahmen, Fahrwerk und Triebwerk stand von Anfang an fest, das leckere „Hot Chocolate“-Braun sah Steffen auf dem alten Cabrio eines Kumpels und mußte nicht lange mit sich ringen, daß dieser Ton auch seinem Classic-Fighter hervorragend zu Gesicht stehen würde.

Wenn das mal gut geht...

So sicher auch war, daß der 900er-Treibsatz einer umfassenden Renovierung bedurfte, so sehr machte diese Tatsache Steffen nervös: Bei allem handwerklichen Geschick war dieser Auftrag doch etwas zu heikel für einen Ungelernten, so daß er bei der Zerlegung (und vor allem der daraus resultierenden Wiederherstellung) des Motors auf die Hilfe eines Freundes vom Fach zurückgriff. Aber auch dieser Beistand bewahrte ihn nicht vor einigen Grübelattacken beim Anblick des atomisierten Vierzylinders. Ob das am Ende alles wieder an seinem Platz sein und auch noch funktionieren würde... Aber wie sich der mitdenkende Leser schon denken kann: Alles paßte und lief, lediglich die Abstimmung der neu bedüsten Vergaser auf die offenen Luftfilter und die Sebring 4-in-1-Anlage war nochmal ein Geduldsspiel, daß am Ende aber gemeistert wurde.

Zweiter Frühling für die Bol D'Or

Die ganze Zeit und Arbeit hat sich gelohnt: Steffens abgerittene Bol D'Or präsentiert sich lebendiger und knackiger als je zuvor und verdrängt wohl noch länger die Gedanken an irgendein modernes Zeug á la Fireblade und Co. – was natürlich nicht heißt, daß der erste Umbau auch der letzte war. Das einstige Alteisen hat aber alle Qualitäten, um auch in Steffens Garage zu einem Kult-Klassiker zu avancieren. Und wie wenig Sinn es macht, gewisse Entwicklungen schon im Voraus zu genau zu planen, hat der Steffen in der intensiven Bauphase mit seiner alten Lady ja des Öfteren erfahren...

TECHNISCHE DATEN Modell: Honda CB 900 Bol d’Or SC 01, Bj.1980 Erbauer & Besitzer: Steffen Kriese Motor: Serie Vergaser: Serie, geänderte Bedüsung Luftfilter: K&N Krümmer/Auspuff: Sebring mit gekürzten Zwischenrohren und Eigenbau-Halterung Rahmen: Serie, modifiziert (alle überflüssigen Halterungen entfernt, Lenkanschlag geändert) Heckrahmen: Serie, 20 cm gekürzt Schwinge: Yamaha FZR 1000 3LE, Aufnahmen für Stereo-Federbeine von Krüger und Junginger angeschweißt Federbein: Koni Gabel: Yamaha FZR 1000 3LE, mit Gabelcovern von Fighter-Rudy Gabelbrücken:
oben: Lucas
unten: Yamaha FZR 1000 3LE Bremse: Yamaha FZR 1000 3LE mit ABM Peak-Scheiben Räder: Yamaha FZR 1000 3LE
vorn: 3,5x17 Zoll
hinten: 5,5x17 Zoll Reifen:
vorn: 120/70 ZR-17
hinten: 180/55 ZR-17 Lenker/Riser: LSL Dragbar Tank: Serie Fußrasten: FZR 1000 3LE mit Eigenbau-Adaptern
Scheinwerfer: Zubehör Höcker: Serie, modifiziert Kotflügel: FZR 1000 3LE Armaturen: Tasterschalter Instrument/Anzeigen: Motogadget Lackierung: schwarz pulverbeschichtet, schwarz eloxiert, Uni schwarz lackiert und Hot Chocolate von Mini One lackiert Sonstiges: 12 mm-Versatzritzel von Krüger und Junginger, Eigenbau-Heckunterverkleidung aus Stahlblech, ABM S-Grip-Griffe, Ferrara-Spiegel, Kellermann-Blinker, LED-Rücklicht und -Kennzeichenbeleuchtung, , alle Schrauben und Achsen gelb verzinkt

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VFR 750 F HU
VFR 750 F HU
Rote Ampeln, volle Kassen

Csaba mußte zu Beginn seiner Moped-Karriere rasch feststellen, daß Wünsche, Vorstellungen und finazielle Möglichkeiten drei ungleiche Brüder sind und sich offensichtlich auf den Tod nicht leiden können. So waren seine ersten Schritte in Sachen Umbauerei eher bescheiden, bis zu jenem sonnigen Tag an einer roten Ampel.

No Budget, no Umbau

Los ging die Geschichte anno 2005. Bewaffnet mit einer druckfrischen Fahrerlaubnis und einem kargen Azubi-Gehalt, wollte der seinerzeit Zwangigjährige nicht länger auf artgerechte Fortbewegung verzichten und legte sich auf die Pirsch, um ein taugliches Krad zu erlegen. Eine komplett originale '92er VFR 750 streckte er mit einem gezielten Blattschuß nieder und zerrte das rote Luder nach Hause. Sein äußerst übersichtliches Einkommen versperrte Csaba zwar den Weg zu umfassenden Modifikationen, was ihn aber nicht davon abhalten konnte, zumindest Überflüssiges zu amputieren und ein paar kleinere Eingriffe vorzunehmen.

Karge Zeit der Dürre

Die folgenden zwei Jahre tummelte sich der Jüngling, durchaus begeistert von seinem Gefährt, auf dem heimischen Teer – wenn auch ständig mit dem Drang nach Höherem im Nacken. Eines schönen Tages verweilte unser Held verkehrsbedingt in der Warteschlange vor einer roten Ampel und nutzte die Gelegnheit, um sein Spiegelbild in der neben ihm gelegenen Schaufensterfront zu begutachten, als von hinten ein unaufmersamer Autofahrer mit dem Sehvermögen von Stevie Wonder auf die VFR krachte. Die Honda wurde dabei auf den vor ihr stehenden Wagen geschoben und im Kaltverforungsverfahren negativ modifiziert. Die Gabel war nun krummer, als die Nase von Mike Krüger und auch das Lackkleid umfangreich demoliert.

Hoffentlich Arroganz versichert

Erfreulicherweise ging die Schadensabwicklung schnell über die Bühne und versorgte Csaba mit einer nicht unebträchtlichen Menge Bargeld, von der er sich umgehend einen neuen Plasmafernseher, einen gebrauchten Golf GTI sowie einen zweiwöchigen Urlaub auf Mallorca leistete... Am Arsch! Tatsächlich kratzte der schwer infizierte Zeitgosse die Flöhe zusammen und investierte den warmen Regen vollständig in seien Hobel. Zufällig hatte sich zum gleichen Zeitpunkt ein Kumpel mit seiner RSV auf der Rennstrecke abgeledert und das Teil bis zur Organspende zerdeppert. Csaba sicherte sich flink das vordere Geläuf des Zweizylinders, welches mit Öhlins-Gabel, OZ-Schmiederad und stiftigen Gabelbrücken opulent ausgestattet war.

Vorratskammer

Ein kleiner, unbeheizter Abstellraum im elterlichen Gebäude wurde blitzartig annektiert und in den Rang einer provisorischen Werkstatt erhoben. Diese nicht einmal zehn Quadratmeter wurden für die nun folgenden sechs Monate zum Csabas neuem Zuhause, das er lediglich zum Abkoten verließ. Den Rest der Zeit schraubte, schweißte und dengelte er, als gäbe es einen Krieg zu gewinnen. Nachdem die VFR komplett zerlegt war, schnitt er die grossen Gußplatten des Hauptrahmens zurecht, baute die Motordeckel um und lackierte den V4. Die Aprilia-Gabel wanderte in den Lenkkopf und bekam einen Satz Cover spendiert. Die obere Gabelbrücke wurde gecleant und anschließend schweißender Weise mit Stummeln besetzt. Ein GPT Dashboard ersetzt die originalen Instrumente. Die Armatruren der RSV bestückte Csaba mit Eigenbau-Pötten und tauchte die gesamte Komposition in ein helles, leuchtendes Schwarz.

Kraft durch Tank

Das Spritfaß der Honda kam ebenfalls unters Messer. Ein Hypercharger ist funtional integriert und versorgt die modifizierte Airbox mit Luft. Anfangs nur ein optischer Gimmick, funktioniert die Angelegenheit nach einem guten Jahr Abstimmerei inzwischen auch technisch perfekt und verhilft dem V4 zu ein paar zusätzlichen Pferdchen. An der Erweiterung des Paarhuferbestandes ist auch der Auspuff nicht ganz unbeteiligt, der vollständig aus VA-Rohren gefertigt wurde und einen deutlich größeren Durchmesser aufweist als das Seriengeröhr.

Eingemachtes aus dem Abstellraum

Sitzbank und Heckrahmen strickte der findige Schrauber in Eigenleistung – und selbst das Rücklicht ist nicht etwa dem Zubehör entnommen, sondern ebenfalls Handarbeit. Unterstützt wird die neue Heckansicht vom Umbau der VFR-Schwinge auf Zentralaufnahme unter Verwendung einer NC30-Felge. Diese wurde ihrer originalen Flanken beraubt und anschließend unter Mitwirkung eines fachkundigen Freundes mit den Schüsseln einer BMW M5-Felge auf üppige achteinhalb Zoll verbreitert, was auch in etwa der Breite des Grinsens von Csaba entspricht, wenn er sich sein Gesamtwerk betrachtet oder mit ihm die Straßen unsicher macht. Er besieht sich an roten Ampeln zwar immer noch gerne in den spiegelnden Schaufensterscheiben, behält dabei aber inzwischen auch immer den rückwärtigen Verkehrsraum im Auge. So willkommen der erste Einschlag auch war – einen zweiten wünscht er sich nicht. Kann man verstehen, Geld ist eben nicht alles im Leben.

TECHNISCHE DATEN Modell/Bj.: HONDA VFR750F , RC36 ’92 Motor: Motordfeckel modifiziert bzw. Eigenbau, schwarz lackiert Ölkühler: Goodridge Ölleitungen Vergaser: HONDA RC30 Keihin Luftfilter: Küriakyn Hypercharger , K&N-Filtereinsatz Krümmer/Auspuff: VA Eigenbau, Exhaust-Tape Rahmen: stark modifiziert Heckrahmen: Aluminium Eigenbau Schwinge: RC 36 modifiziert, NC 30-Antrieb Federbein: Öhlins Gabel: Öhlins mit Cover Gabelbrücken: RSV modifiziert Räder vorn: OZ Racing Schmiederad 3,5x17 Rädern hinten: NC 30 mit BMW M5-Schüsseln 8,5x18 Bereifung: Dunlop
Vorn: 120/70/17 D209F
hinten: 240/40/18 D221 Lenker: Eigenbau Bremsen vorn: Brembo-Radialzangen, 320mm Scheiben, Galfer-Bremsleitungen
Bremsen hinten: Nissin, Galfer-Bremsleitungen Fußrastenanlage: Lightech Tank: Eigenbau Maske/Scheinwerfer: Megatec Höcker/Sitzbank: Eigenbau Bugspoiler: Eigenbau Armaturen/Schalter: RSV Mille Instrumente: G.P.T. D3 Lackierung: Military design by Guba Sonstiges: Kellermann-Blinker, Eigenbau Achsspitzen, Eigenbau Fluid-Behälter

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VF 750 F
VF 750 F
Honda VF 750 F

Eine umgebaute V4 von Honda sieht man auf diesen Seiten nicht allzu oft. Und wenn, beschränkt sich das auf die VFR-Reihe aus Hamamatsu. Aber eine VF 750? Ja, jene Produktlinie, die hauptsächlich aus Softchoppern bestand - neben Ballonröcken und Modern Talking eine der schlimmsten Sünden der Achtziger.

Das Gefahrenpotential für Augenkrebs hielt sich bei der hier gezeigten VF 750 F allerdings in Grenzen, war sie doch die sportliche Schwester im Reigen. Optisch zwar noch immer reichlich verunstaltet, schrieb sie jedoch Renngeschichte: Niemand anderer als Freddie Spencer prügelte eine von der Honda Racing Company aufgebaute Vauvier über die Piste. Insofern trägt die nur drei Jahre gebaute Honda Gene der legendären VFR 750 R.

Ja, auf Fast Freddies Spuren zu wandeln… das alles war Michael so ziemlich scheißegal, als er den gammeligen Haufen Japanschrott von seinem Bruder in Empfang nahm. Ursache für diese milde Gabe war ein Streetfighter-Treffen, das 2001 in Frestedt vorausging. Dort hatte Kumpel Thomas von Missile Customs etwas zu tief ins Glas geschaut und fand sich nicht mehr in der Lage, seine Kawa nach Hause zu pilotieren. Und der mit der Überführung betraute Michael war derart von der getunten und gefighterten ZXR 750 angetan, daß er nach Jahren der Abstinenz wieder auf den Geschmack kam. Leider machte die Haushaltskasse der Anschaffung eines neuen Untersatz aber einen Strich durch die Rechnung, also gab Brüderchen André sich einen Ruck und spendete die hier abgebildete VF - in Mitleid erregendem Zustand.

Selbst ist der Mann

Als gelernter Kfz-Mechaniker fand Michael sich in der glücklichen Lage, selbst Hand anzulegen. Aber was mit dem havarierten Klumpen anfangen? Er schleppte das Gerät in den Keller, machte ein Bier auf und überlegte. Es folgten viele, viele weitere Biere, bis sich in seinem Oberstübchen so etwas wie ein Plan manifestierte: Der lange und bis zur Schwingenaufnahme reichende Heckrahmen wurde radikal minimiert. Nun baut das Stahlrohrkonstrukt wesentlich kürzer und schmaler, bereit zur Aufnahme des klassischen Big Bike "Bananenhöckers". "Is' doch gar keiner!", höre ich da von den billigen Plätzen. Is' aber doch: Auf beiden Seiten trennte Michael einen acht Zentimeter breiten Streifen heraus und paßte den Bananenradius dem flacheren Profil an. So entstand ein vollkommen neues Heckteil.

Bei der Beschaffung der Teile saß Michael praktisch an der Quelle. Der oben erwähnte Kumpel Thomas ist nämlich Eigner der Fighter-Schmiede Missile Customs. Der Nachschub an Gebrauchtteilen zum Ausprobieren war praktisch unerschöpflich. So fand eine Fireblade-Schwinge ihren Weg in den Rahmen. Und ja, es ist eine, der Oberzug wurde lediglich abgetrennt. Die Frage nach der Herkunft des Federbeins beantwortete Michael mit: "Aus der Grabbelkiste." Ist ja auch egal, interessant ist allerdings, daß er sein eigenes Pro Link-System mit stehendem Dämpfer gebastelt hat. Statt über Umlenkhebel ist das untere Federbeinauge nun direkt mit der Schwinge verbunden. "War hinten zwar etwas weich, aber nachdem ich die Federvorspannung durch eine Messingbuchse erhöht hatte, fuhr sie super."

Isse doch! Nänänänänää…

Das Hinterrad stammt ebenfalls von einer Blade und wurde zwei bis drei Millimeter versetzt montiert, um ausreichenden Kettenfreigang zu gewährleisten. Am entgegengesetzten Ende steckt ein selbst gedrehter Königsbolzen im Lenkkopf. Er ist fest mit einer Kawa ZXR-Gabelbrücke verpreßt, die eine USD-Gabel desselben Models umklammert. Die obere Brücke stammt von Spiegler, in ihren Klemmböcken steckt ein Hagen-Superbikelenker mit Armaturen der VF.

Das Bodywork besteht aus dem verkleinerten Bananenhöcker, dem originalen Kotflügel (gekürzt) und Bugspoiler, einer Acerbis-Maske und einem Fireblade-Tank. Auch der sieht nicht wirklich danach aus, was daran liegt, daß Michael längsseitig zwei Blechstreifen herausschnitt und ihn anschließend wieder zusammenschweißte, damit er schmaler baut. Bis auf das Alu-Schweißen an der Schwinge erledigte er übrigens sämtliche Arbeiten selbst. Auch die Polierarbeiten und die Fertigung diverser Aluteile entstanden während endloser Nachschichten. Dazu gehören unter anderen das Feilen der Fußrastenplatte und -hebel, der Spiegelarme oder des hinteren Bremsflüssigkeitsbehälters. Letzteres wurde mittels Säge, Bohrer und Feile aus einem Alublock herausgeschält!

Firestarter

Nach zwei Jahren Bauzeit stand die Honda endlich zusammengebaut und mit instandgesetztem Motor im Kellerraum des Vierfamilienhauses. Mit einem Druck auf den Starterknopf stellte Michael sich dem Moment der Wahrheit. Sie lief! Doch dieses Feuerwerk verursachte außer Freude dermaßen viele Verbrennungsrückstände, daß es so aussah, als ob das Haus brennen würde. "Das hatte ich erst gemerkt, als meine Frau runterkam und fragte, ob ich noch alle Latten am Zaun habe. Zwei Tage danach hatte das Haus noch gestunken", erinnert sich Michael. "Da waren die Nachbarn natürlich etwas genervt. Aber ich glaube die waren auch froh, nun nachts nicht mehr von meiner Bohrmaschine oder Drehbank wachgehalten zu werden."

Nachdem Michael die Grundlackierung und Thomas das Airbrush aufgetragen hatte, ging die VF sauber durch die TÜV-Abnahme. Bis auf den Cobra Racing-Dämpfer ist alles eingetragen. Was es bedurfte, aus einer achtziger Jahre-Geschmacksverirrung ein solches Gerät zu zaubern? Zwei Jahre Arbeit, 2.500 D-Mark und vor allem: Den Pioniergeist, der die Szene geprägt hat.

TECHNISCHE DATEN
Modell/Bj.: Honda VF 750 F, B. 83
Besitzer: Michael Paul
Motor: Serie Honda VF 750 F
Wasserkühler: Serie (zwei Kühler)
Auspuff: Krümmer & Sammler Serie, Cobra-Dämpfer
Heckrahmen: umgeschweißt schmaler & höher, gekürzt
Schwinge: CBR 900 ohne Oberzug
Federbein: Herkunft unbekannt, ohne Umlenkung, Vorspannung mittels Messingbuchse erhöht
Gabel: Kawasaki ZXR 750
Gabelbrücken: unten Kawasaki ZXR 750 mit selbst gedrehtem Königsbolzen, oben Spiegler ZX1-Superbikebrücke
Räder:
vorn: Kawa ZXR 750
hinten: Honda CBR 900 RR
Bereifung: Dunlop Sportmax D 207
vorn: 120/70 ZR 17
hinten: 180/55 ZR 17
Lenker/Riser: Hagen SBK
Bremsen:
vorn: ZXR 750
hinten: CBR 900 RR
Fußrastenanlage: Eigenbau-Platte und -Hebel, poliert
Tank: CBR 900 RR umgeschweißt
Maske: Acerbis
Höcker/Sitzbank: Big Bike Banane verkleinert, Plexiglasplatte selbst gefertigt
Kotflügel: Serie, gekürzt
Instrumente: Fahrradtacho
Sonstiges: Spiegelhalter und hinterer Ausgleichsbehälter selbst gefertigt

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Erde und Wasser

Der beste Plan der Welt nützt nichts, wenn Gevatter Zufall der Sinn nach Anderem steht. Dann ist Flexibilität gefragt. Wenn du den Bau eines Schuppens anvisierst, dein Nachbar aber spontan mit einem Bagger auftaucht, dann entsteht statt der Bretterbude eben ein Badesee im Garten. Letzen Endes ist es scheißegal, was Du machst, solange es nur cool aussieht.

Naked Lunch

Nicht viel anders erging es Meinze mit dem Aufbau seiner Fireblade. Gekauft als komplett originales Alltagseisen war sie bereits die zweite Feuerklinge in der noch relativ kurzen Moped-Karriere des Mitzwanzigers. Das Schicksal der Fuhre war schon vor der Abholung besiegelt: "Basis" prangte in großen Lettern auf dem virtuellen Typenschild. Viel mehr als Hauptrahmen und Motor sollten die nun einsetzende Metamorphose dann auch nicht überleben. Mit Motorrädern ist es ähnlich wie mit Weihnachtsgeschenken oder Kopulations-Assistentinnen: Erst wenn die Verpackung entsorgt ist, kannst du etwas mit dem Inhalt anfangen.

Abrißbirne

Meinze packte die Honda dann auch schnell aus und begab sich an die Arbeit. Dank der intensiven Unterstützung seines ebenfalls metallkundigen älteren Bruders konnte der benötigte Zeitrahmen für die Eingriffe im angenehm überschaubaren Rahmen gehalten und temporäre Motivations-Tiefs souverän durchschritten werden. Schnell entstand ein Plan, wie die 900er auszusehen habe: Eine lange Schwinge sollte hinein und natürlich die Frontpartie passend überarbeitet werden. Was dann kam, war zwar nicht der Nachbar mit dem Bagger, wohl aber ein Kumpel mit einer VFR 800-Schwinge. Grundsätzlich paßt das Teil nicht ohne weiteres in den Blade-Rahmen, was auf die opulente Breite der vorderen Aufnahme sowie Auslegung auf Lagerung im Motorblock zurückzuführen ist. Das vorliegende Exemplar war aber bereits fachkundig umgearbeitet und sogar vorbereitet für den Einsatz von üppigen Autofelgen. Also flugs die Gelegenheit beim Schopf und den Osterhasen bei den Eiern gepackt. Eine abgeschlossene Transaktion später befand sich das Geschmeide erst in Meinzes Besitz und dann im Rahmen der Honda.

Frontverlauf

Zum Vorderbau kam Meinze wie Bill Kaulitz zum ersten Samenerguß: Durch einen hilfreichen Bekannten. Dieser nicht ganz unbekannte Herr hatte nach dem Upgrade seines eigenen Gestühls nämlich eine vollständige Hayabusa-Gabel nebst CNC-Brücken, Rad und Bremsanlage über, die Meinze wie gerufen kam. Nach der Anpassung im Bereich der Lenkkopflager sowie Austausch selbiger durch Exemplare für den Blade-Einsatz steckte das Konstrukt auch schon da, wo es fortan hingehört. Nach der Umrüstung der Heckpartie auf eine fast vollständig versatzfrei rotierende 8x18 Schüssel war das Fahrwerkskapitel zeitnah abgeschlossen, und es konnte der Beplankung an den Kragen gehen.

Stubenhöcker

Ein Missile-Customs Höcker wurde Miss Sitzmöbel 2010 und bestimmte die Gestaltung des Heckrahmens. Dieser wurde kurzer Hand in Eigenregie konstruiert und realisiert. Passend zum teutonisch unvermeidlich steilen Winkel des Achterdecks mußte sich dann auch die Auspuffanlage beugen - und zwar nach oben. Das Kürzen und Umschweißen der Speed-Products 4in1 erledigte das Bruderpaar ohne langes Zögern und machte sich nach erfolgreichem Abschluß weiter an der Frontpartie zu schaffen. Statt der rustikalen Plastikarmaturen von Honda wanderten MGM-Taster an den vor die Gabelbrücke verschraubten Lenker. Die Impulse der Armaturen wertet eine Minimal-Elektrik aus, in deren Zentrum die m-unit von Motogadget steht.

Motorik

Das Treibwerk blieb von größeren Eingriffen verschont. Lediglich ein Dyno-Jet Vergaser-Kit stellt die Gemsichaufbereitung auf das geänderte Umfeld ein und ein 525er Versatzritzel schafft genug Freiraum für den Sekundärantrieb und eine symmetrische Fahrwerksgeometrie. Das zahlt sich aus, denn trotz der 240er Bespannung fährt die Mopete nicht nur gesund geradeaus, sondern auch knackig ums Eck. Abstriche bei schnellen Richtungswechseln sind im Vergleich zur Serienbereifung natürlich zu machen, das Prädikat "Fahrbar" kann aber ohne den Hauch eines Zweifels ausgestellt werden. Auch wenn das Ergebnis stark vom ursprünglichen Plan abweicht, kann die Mission wohl als erfolgreich eingestuft werden. Badeteiche sind eben viel geiler als Fahrradschuppen.

TECHNISCHE DATEN Marke/Modell: CBR 900 SC 28
Erbauer: Meinze
Motor: Serie, geänderter Zündrotor
Vergaser/Einspritzung: Serie mit Dyno-Jetkit
Luftfilter: K&N Filter
Krümmer/Auspuff: Speed-Products Komplett-Anlage
Heckrahmen: Eigenbau
Schwinge: VFR 800
Federbein/Umlenkung: CBR 900 mit Höherlegung
Gabel: Hayabusa
Gabelbrücken: Eigenbau
Räder: vorn: 3,5x17 Zoll von Hayabusa
hinten: 8X18 Zoll von Barracuda
Bereifung:
vorn: 120/70/ R17
hinten: 240/40 R18
Lenker/Riser: Lucas vor der Brücke
Bremsen:
vorn: Hayabusa
hinten: VFR 800
Fußrastenanlage: ABM
Scheinwerfer: CONICAL ONE
Höcker/Sitzbank: Missile-Customs
Kotflügel: MGM
Armaturen/Schalter/E-BOX: MGM-Taster und Motogadget m-unit
Instrumente/Anzeigen: Motogadget mini
Sonstiges: Übersetzung geändert

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Brandbeschleuniger

Wer zu spät kommt, der muss eben ordentlich Gas geben um dran zu bleiben. Wenn dir während der Aufholjagd aber permanent Sachen vor die Füße geworfen werden (manchmal sogar Fahrradfahrer), wird aus der Nummer ganz schnell eine nervenaufreibende Zerreißprobe für Geduld und Stehvermögen.

Dabei war der Start als solcher schon zäh genug. Mit Ende Zwanzig noch mal zur Fahrschule marschieren um den Kradlappen nachzumachen, nachdem Thomas seine karge Freizeit bis dahin mit dem Verbasteln von motorisierten Zweispurkonserven verschwendet hatte, war noch die einfachere Übung. Wesentlich hemmender zeigte sich da schon das erste angeschaffte Krad. Eine leidlich gefighterte GPz 900 R, dermaßen zusammengepfuscht, dass sie gerade einmal die kaufentscheidende Probefahrt unauffällig hinter sich brachte aber bereits auf den ersten Runden mehr Klamotten von sich warf als Micaela Schäfer beim Auftauchen eines Kamerateams von RTL2.

Schwer auf Draht

Nachdem in den nächsten zwei Jahren ein Großteil von Thomas Gehalts für Kabelbinder, Tüdeldraht und Loctite draufging, um die spontanen Teileverluste auf den Ausfahrten kompensieren und den Stuhl fahrfähig halten zu können, würgte er in Notwehr sein Konto kräftig am Hals und presste die letzten Reserven aus dessen zinsarmen Tiefen um sich endlich einen nachhaltigen Untersatz auf das Auffahrtpflaster stellen zu können. Anvisiert war ganz klar nacktes Großwild der Literklasse. Nach diversen Probefahrten auf Z1000, FZ1 und Co. schob sich Hondas CB recht eindeutig als erste Wahl in den Vordergrund und wurde für die anstehenden Theatertourneen verpflichtet. Endlich konnten die Puppen tanzen. Reiß den Korken von der Buddel, Sekt für die Nutten!

Viel Lust, viel Frust

Die Verköstigung der rollenden Pornobrause nahm jedoch ein unerwartet zeitnahes Ende. Diesmal nicht auf Grund von technischem Ungemach, sondern durch einen wachkomatischen Pedalritter mit den motorischen Fähigkeiten eines harpunierten Pottwals. Der wahrnehmungsgestörte Mensch war der Ansicht, es wäre eine dufte Idee Thomas einfach mal umfassend die Vorfahrt auf der Straße zu nehmen und sich ihm zu diesem Zwecke quer in den Weg zu stellen. Das Resultat waren eine stark malträtierte Honda, zehn Kilo Fahrradschrott und eine gerichtliche Odyssee nebst diversen Schlachten mit Versicherungen und deren naturgegebener Zahlungsunwilligkeit.

Rechthaber, Geldverlierer

So bekam Thomas zwar schnell Recht zugesprochen, aber eben keine Kohle. Und da man mit blankem Recht keine Teile bezahlen kann, blieb die CB-Ruine erst einmal malträtiert stehen. Eine für den Gegenwert einer Familienpizza angeschaffte Uralt-FZR 600 zur Überbrückung konnte den Trennungsschmerz nur wenig lindern, schaffte im Gegenteil sogar eher fiese Déjà Vus, die Thomas an sein eingangs geschildertes GPz Trauma erinnerten. Statt den Kopf in den Sand und die Honda in den Kleinanzeiger zu stecken, rappelte sich Thomas aus dem Tal der Tränen wieder auf und schickte sich an dem Drama den Kampf anzusagen. Das Leben ist eben kein Kindergeburtstag.

Los ohne Moos

Alleine aus Kostengründen, aber auch aus persönlichem Ehrgeiz heraus, schied die Vergabe des Wideraufbaus und der nun unweigerlich anstehenden Fighterung des Stuhls an externe Betriebe aus. Leider auch die Anfangs angedachte Umfunktionierung der hemischen Wohnstube als Renovierungshort. Hier gab es ein eindeutiges und mit angedrohten massiven Sanktionen und Konsequenzen belegtes Veto seitens der weiblichen Mitbewohnerschaft. Irgendwie fehlt Frauen einfach das letzte Quäntchen Prioritätenverständnis, wenn es um Motorräder geht.

Garage statt Wohnzimmer

Und so zog Thomas dann statt in den Velourspalast in die unbeheizte Garage ein, wo er den Zossen erst einmal zerlegte und sich Gedanken und Pläne zum Umbauthema machte. Das diese notwendige Phase erfolgreich abgeschlossen wurde sieht man schon alleine an der Teileauswahl, bei der nicht nur jeder einzelne Brocken bestens zu Form und Körpersprache der Honda passt, sondern sich die einzelnen Werkstücke auch gegenseitig nicht behindern, obwohl sie aus verschiedenen Bergwerken geschürft wurden.

Turmuhr

Hinderlich für die saubere Montage der MGM-Maske zeigte sich die original Instrumenteneinheit, auf die jedoch nicht einfach verzichtet werden konnte, da sie zum Betrieb des Hockers notwendig ist. Deshalb wanderte das Mäusekino in versenkter Bauweise in den Tank der Honda, wo es vor dem Tankdeckel eine erstaunlich schlüssige Position gefunden hat. Den Umzug ließ Thomas als eine der ganz wenigen nicht selber erledigten Arbeiten ausserhäusig abwickeln, alleine schon aus Sicherheits- und späteren Abhnahmegründen.

Heimwerk

Das restliche Bodywork, bestehend aus Höcker, GFK-Gesicht und Bugspoiler schraubte Thomas wieder selber an den Brocken. Ebenso, wie die in diesem Zuge notwendigen Teile für die Behebung des noch immer präsenten Sturzschadens. Da das Budget schon lange überrissen war, blieben kostspielige CNC-Gimmicks auf der Strecke. Statt dessen pimpte Thomas die vorhandenen Kleinteile farblich in Richtung dunkle Seite mit reichlich Schwarz, vorwiegend auf Sprühfolienbasis. Wenigstens für eine Soundmachine von G&G und eine deckende Schicht aus selbst aufgetragenem seidenmatten Schwarzlack reichte das letzte Pfandgeld noch, so dass Thomas die CB endlich wieder auf den Asphalt schicken konnte.

Krad ab

Und dort wird sie hoffentlich auch lange und unbehelligt bleiben können. Thomas hat in den vergangenen Jahren schon genug Knüppel zwischen die Bein und Fahrradfahrer vor die Gabel geworfen bekommen. Sein Bedarf an unerwünschten Hemmnissen ist damit wohl für die nächsten 40 bis 50 Jahre gedeckt.


TECHNISCHE DATEN

Marke/Modell/Bj.:Honda CB1000R 2010

Besitzer: Tommy

Einspritzung: Serie

Luftfilter: K&N

Auspuff: G&G

Heckrahmen: modifiziert

Gabel: Schwarz Lackiert mit Plasti-Dip

Bereifung: 120/70 ZR17 vorn, 180/55 ZR17 hinten

Lenker/Riser:LSL Dragbar

Fußrastenanlage:LSL

Tank: mit eingelassenem Tacho

Maske: MGM Ghost 668

Höcker/Sitzbank: Big Bike

Seitendeckel: Serie mit roten Covern von Honda

Bugspoiler: Big Bike

Instrumente/Anzeigen: in Tank verlegt

Lackierung: Lackierung in Schwarz Seidenmatt, Dekor mit Candyred Folie

Sonstiges: Kellerman Blinker, P&W Blinker Rücklicht Kombi

Danke an:Meine Frau und die Kinder für Verpflegung, Schlafplatz, Nerven und Geduld, MF Oetzer Cowboys, Marco für technischen Rat und Hilfe bei der Elektrik

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