Leicht Kraft Rad

Raskal macht gerne Faxen mit seinen Krädern. Kein Wunder also, dass in seiner Garage lange Zeit eine abgespeckte R1 auf den wochenendlichen Humbug-Einsatz wartete. Im letzten Jahr meinte ihr Besitzer dann spontan, es wäre an der Zeit sich zu verbessern – schob die R1 auf den Markt und kaufte sich eine Hayabusa. WTF?

Stunde X

Der Grundgedanke ist in etwa so, als würde Sebastian Vettel aus seinem Formel-1 Renault in den Sattel eines Fendt 300 Vario klettern, um damit den Grand Prix von Monaco zu gewinnen. Nichts gegen Fendt, aber das Suzuki-Pummelchen ist ab Werk weniger grazil und sportlich als Mikey Teutul in Zwangsjacke und Betonschuhen. Als Raskal sein Ansinnen im Freundeskreis kundtat, schlugen ihm erst Wellen des Unverständnisses und dann schallendes Gelächter entgegen. Nicht ganz zu Unrecht - zumindest noch zu diesem Zeitpunkt.

Fatty Mc Fatfat

Er hatte es wirklich nicht leicht. Das 300 km/h-Riesenbaby geht zwar vorwärts wie ein ICE, sieht ab Werk aber auch genauso scheiße aus. Der Motor ist sicher nicht schwächlich, entfaltet seine Kraft aber unspektakulär. Wer rechtsseitig keine spastischen Handgelenksattacken an den Tag legt, kann auch direkt nach bestandener Fahrschulprüfung auf den Langstreckenbomber steigen ohne Angst haben zu müssen abgeworfen zu werden. Ziemliche schlechte Voraussetzungen für Raskals Pläne. Der ließ sich aber nicht beirren und begann umgehend mit der Entfettung des Plastikbombers. Neben der Verkleidung, die voluminöser als ein durchschnittlicher Wintergarten ist, schraubte unser ambitionierter Held auch gleich noch das Vier-Mann-Heck inklusive Unterbau ab und schickte die komplette Vorderradführung in Rente.

Hoch das Bein

Da auch geübte Wheelisten ab und zu ein Vorderrad zu schätzen wissen – spätestens beim Stoppie – füllte Raskal die entstandene Lücke im Lenkkopfbereich wieder aus – mit der Vorderradgabel einer Yamaha R1 aus dem Jahre 2007. Seine Bremsanlage brachte das Teil gleich mit und wurde mit Scheiben von ABM weiter aufgerüstet. Eine amtliche Billet-Gabelbrücke on top nimmt einen massiven Barracuda-Lenker in die Zange und schafft eine entspannte, aufrechte Arbeitssituation. Da wo sonst das mächtige Multiinstrument thront, welches auch der U.S.S. Enterprise gut stehen würde, informiert jetzt ein kleiner Koso über die wichtigsten Zustände des Gefährtes.

Adrenalinkur

Damit das Temperament des Antriebs weg von Schiffsdiesel in Richtung Araber-Hengst wandern konnte, nahm sich Raskal mit ein paar Kumpels des 1300ers an. Der erste Schritt war das Amputieren der originalen Auspuffanlage, welche die Hayabusa mit asthmatischen Beschwerden ab Werk strafte und eine ganze Menge Potential kostete. Eine gute Alternativanlage, sauber abgestimmt, treibt nicht selten 25 zusätzliche Ponys auf die Koppel und steigert den Vorwärtsdrang nachhaltig. Die flankierende Abstimmung erfolgte über einen Power-Commander. Zwar lässt sich grundsätzlich auch direkt die Suzuki-ECU umprogrammieren, aber lange nicht so detailliert und ohne die Option zusätzlicher Module.

Der Preis ist Scheiß

Finanziell gestaltete sich die gesamte Aktion äußerst überschaubar, was nicht zuletzt an den eklatanten Gebrauchtteilepreisen liegt, die für den originalen Ramsch bezahlt werden. So war auch der Heckumbau keine Belastung für das Konto, sondern ein durchlaufender Posten. Wobei man die Arbeitszeit natürlich nicht mit rechnen darf. Ein passender Heckrahmen wurde angefertigt, der zwischen Hayabusa T-Bone und Gixxer Achterdeck vermittelnde Funktionen übernimmt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und lässt den Falken gefühlte 20 Jahre jünger erscheinen. Komplettiert wird das Bodywork durch einen Bugspoiler, einen R1-Fender älteren Baujahres, sowie eine Showyo-Moto-Maske. Bei der Farbwahl musste Raskal nicht lange orakeln und griff ohne zu zögern ins Regal mit den hellen, freundlichen Schwarztönen. Immer eine solide Wahl.

Jäger und Sammler

Auf der Zielgeraden angekommen, verpasste Raskal seinem neuen Spielzeug noch fix ein paar weitere Nettigkeiten. Nach dem Verbau einer deutlich verkürzten Übersetzung, allerlei Erbaulichem, einer filigranen Vortex-Anlage und viel, viel zusätzlichem Schwarz stand die Fuhre endlich auf ihren Pneus und wenige Tage später bereits ganz weit oben auf den regionalen Fahndungsplakaten der Rennleitung. Raskal war nämlich so zufrieden mit dem Resultat, dass er tagelang nichts anderes machte als zu wheelen, burnen und eifrig Punkte zu sammeln. Elf Stück kamen in den ersten Wochen zusammen, woran sich in etwa ablesen lässt, was mit dem Teil so geht. Raskals Freunde lachen inzwischen nicht mehr über seinen neuen Untersatz und werden wohl bei zukünftigen Plänen des Normalitäts-Allergikers nicht gleich mit Unkenrufen reagieren – seien sie auf den ersten Blick auch noch so abgedreht.


TECHNISCHE DATEN
Marke/Modell/Bj.: Suzuki Hayabusa K2
Erbauer: Raskal
Motor: Hayabusa Gen 1, Powercommander
Wasserkühler: Serie mit Eigenbaureservoir
Einspritzung: modifiziert
Luftfilter: K&N
Krümmer/Auspuff: Yoshimura mit Trioval Endtopf
Heckrahmen: Eigenbau
Gabel: Yamaha R1 2007
Gabelbrücken: unten R1, oben Eigenbau
Räder: Yamaha R1
Vorne: 2007er R1
Hinten 2006er R1
Lenker/Riser: Barracuda
Bremsen:
vorn: ABM Scheiben mit 2009er R1 Hauptbremszylinder und Bremssätteln der 2007er
hinten: 2006er R1
Fußrastenanlage: Vortex
Verkleidung/Maske/Scheinwerfer: ShowyoMoto Alien 2
Höcker/Sitzbank: GSX-R 1000
Kotflügel: Yamaha R1 2003
Instrumente/Anzeigen: DB-01R


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