Das Männermotorrad

Die GSX 1400: Eine der letzten luft-ölgekühlten Brummer, die wahrlich das Prädikat „Eisenschwein“ verdient haben. Sie ist mit reichlich Hubraum und Drehmoment sowie einer klassisch Physiognomie gesegnet – aber leider nicht mit tollen Verkäufen. Warum diese im Gegensatz zu denen der Yamaha XJR, insbesondere des 1300er Modells, so schleppend liefen, wird wohl ein Mysterium bleiben, wirft aber eine Frage auf: Warum diese Basis? Ganz einfach: Weil sie geil ist. Außerdem sieht das derzeit größte Reihenvierer-Nakedbike aus Serienfertigung bereits ab Werk ziemlich gelungen aus, bietet aber zugleich umfangreiche Ansatzpunkte für Verbesserungen.

Tank

Das Spritfass versprüht den Charme eines klassischen Blechtanks besteht aber aus leichter und mit einer erprobten Innenbeschichtung versehenen GfK-Kammer. Weshalb Frank den Aufwand mit dem Tank betrieben hat, wird erst bei näherem Vergleich klar: Der Serientank ist nämlich eckiger und baut höher. Das Pendant aus Faserverbundstoff hingegen erinnert an eine Mischung der tropfenförmigen Tanks der alten GS 750/1000 und der modernen GSX 750/1200, außerdem erlaubt die geringere Höhe eine wesentlich flachere Linie, was die bullige Optik der 1400er zusätzlich unterstreicht.

Arbeitsplatz

Die Kommandobrücke weist gleich zwei Neuerungen auf. Die breit bauenden Stummel sind direkt auf die obere Gabelbrücke aufgeschraubt und können in 15°-Schritten im bzw. entgegen des Uhrzeigersinns justiert werden. Die Koso-Uhren arbeiten übrigens elektronisch und sind sowohl analog als auch digital ablesbar.

Räder & Fahrwerk

Hier herrscht Gigantomie, und zwar in jeder Hinsicht. Die Teleskopgabel wurde mit Coverrohren versehen und wirkt sogar fetter als gecoverte USD-Gabeln. Die 18-Zöller (statt Serie 17 Zoll) mit Radbreiten von vier respektive zehn Zoll lassen die Suzi noch mal kompakter erscheinen. Dazu bieten die filigranen Speichen einen interessanten Kontrast. Passend gesellt sich die breite Schwinge mit Umlenkwelle hinzu. Als kleines Schmankerl sind auch die Blinker integriert, somit kann auf weitere Blinker hinten verzichtet werden.

Motor

Von Hause aus bereits kein Schwächling wurde mittels geeigneter Maßnahmen die Leistung von seriellen 106 auf knapp 145 PS gesteigert. Dass niemand wirklich mehr Leistung in diesem Drehmoment-Monster braucht, ist ebenso klar, wie die Tatsache, dass es da draußen genug Wahnsinnige mit dicker Brieftasche gibt, die dieses Aggregat noch mal richtig aufpumpen werden. Ich bin gespannt! Die Under-Engine-Anlage bietet zu ihrer unaufdringlichen Ästhetik eine passable Schräglagenfreiheit – ja, ich weiß, man kann das Motorrad allerdings auch mit schmaleren Rädern bestücken.

Sitzplatz

Dem Heckteil liegt eine ebenso simple wie geniale Idee zugrunde: Es lässt sich per Knopfdruck vom Einsitzer zur Soziusbank ausfahren – und vermittelt in beiden Positionen eine schlüssige Optik. Dass hinter vielem, was auf den ersten Blick simpel erscheint, eine Menge Hirnschmalz steckt, dürften viele Tüftler bereits erfahren haben. Die Entwicklung dieses Heckteils macht da keinen Unterschied: Ein Servomotor fährt den Bürzel über ein Schraubgestänge aus, der entstandene Spalt wird mit einem automatisch hochfahrenden Sitzbrötchen gefüllt – soweit „einfach“.


Technische Daten
Suzuki GSX 1400
Motor: Serie, Yoshimura-Nockenwellen, Power Commander, 2-in-2 Under Engine-Anlage mit Carbon ABE-Dämpfern, leistungsstarker Ölkühler
Rahmen: Serie
Schwinge: 3D-Schwinge mit versenkten Stoßdämpfertaschen, integrierter Ritzelwelle und integrierten Blinkern
Gabel: Telegabel original mit Gabelcovern
Gabelbrücken: Eigenbau, Vierfachklemmung oben & unten, CNC-gefräst
Lenkerstummel: Eigenbau, in 15°-Schritten verstellbar
Tank: Tanksatz „Retro-Style“ bestehend aus GfK-Korpus mit Innenbeschichtung, Benzinhahn & Deckel
Kotflügel: Eigenbau mit CNC-Haltesatz
Heckteil: elektrisch verstellbar (fährt per Knopfdruck vom Einsitzer in Zweisitzerpsoition), inkl. Sitzbank
Seitendeckel: Eigenbau
Räder: Edelstahlspeichenfelgen, Radnaben und Felgenringe kunststoffbeschichtet
vorn: 4.0 x 18 Zoll
hinten: 10.0 x 18 Zoll
Reifen: Metzeler ME 880
vorn: 130/60 VR 18
hinten: 300/40 VR 18
Fußrasten: Fußrastenanlage & Soziusrastenanlage Eigenbau
Instrumente: voll elektronisches Cockpit bestehend aus Koso-Tacho & -Drehzahlmesser mit analoger sowie digitaler Anzeige, Kontrollleuchten und Zündschloss


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