Honda Bol D'Or

Erstens kommt es anders...

… und zweitens als man denkt. Wie schnell sich manche Dinge quasi von selbst über den Haufen werfen, hat Steffen beim Umbau seiner alten 900er Honda mehrfach erfahren. Es fing schon damit an, daß dies eigentlich gar keine Bol D'Or sein sollte...

Ganze 300 Euro hat Steffen für seine damals noch serienmäßige Honda Bol auf den Tisch gelegt. Klassiker hin oder her, es war halt ein alter Eimer, und mehr sollte er auch nicht sein. Ein Übergang, bis eine Gixxer oder eine CBR deren Platz einnehmen würde. Natürlich zwecks Fighterisierung, schließlich hatte sich Steffen in der Fighters und auf Messen mit Inspirationen vollgetankt und war heiß darauf, sein Erstlingswerk in Angriff zu nehmen. Straßenkämpfer mit Sinn für Nostalgie werden jetzt natürlich schon aufmerksam, denn die Bol D'Or ist ebenfalls ein ziemlich dankbares Objekt für einen Neuaufbau nach eigenem Geschmack. Vor allem, wenn dieser oldschool-kompatibel ist. Genau das war bei Steffen der Fall, und so entschied er sich, sein Alteisen konsequent zu veredeln, statt weiteres Geld in einem 0815-Bückeisen zu versenken. Angesichts des Resultats können wir zu diesem Sinneswandel nur explizit gratulieren.

FZR – und fertig

Ein genaues Bild vom fertigen Moped hatte der Schraub-Autodidakt dabei nicht im Kopf, aber die Marschroute war dennoch klar: Ein minimalistisches, klassisches Roadster-Design mit ungehindertem Blick aufs Rahmendreieck, dazu ein moderneres Fahrwerk mit 17-Zoll-Rädern. Nicht zu breit, aber normal-breit. Ein 180er Hinterreifen sollte es schon sein. Also machte sich Steffen auf die Suche nach passenden Komponenten, und die fand er erstaunlicherweise bei der japanischen Konkurrenz: Gabel und Schwinge der Yamaha FZR 1000 passen ohne Änderungen an Lenkkopf oder Schwingenachse an den Honda-Rahmen – wer hätte das gedacht?

Doppelte Planänderung

Der erste Versuch mit einer für die Ur-FZR mit 4,5x18 Zoll-Felge gebauten Schwinge von Speed Products scheiterte, da deren Unterzug mit dem gewünschten 5,5x17 Zoll-Rad mit der Kette kollidierte. Die nötige Neuorientierung führte immerhin nicht allzuweit vom geplantern Weg ab: Die Hinterradführung einer neueren Tausender-Yam mit serienmäßigem 17-Zöller sorgte dafür, daß der Fighter-Debütant Steffen am Ende doch noch zu einem Plug&Play-Erfolgserlebnis kam. Übrigens mußte er noch bei einem weiteren Heck-Aspekt von seinem ursprünglichen Plan abweichen: Eigentlich sollte die Bol D'Or ein Zentralfederbein bekommen, aber aufgrund der Erfahrungswerte anderer Schrauber mit dieser Umrüstung rückte er von dem Vorhaben ab. Die Anbringung der Stereofederbein-Aufnahmen an der FZR-Schwinge überließ er dann den Profis von Krüger & Junginger. Ganz ehrlich, Steffen: zum Oldschool-Look des Ofens passen sie auch viel besser.

Erneutes Umdenken

Es überrascht kaum, daß auch bei der Gestaltung der Sitzgelegenheit am Ende etwas anderes herauskam, als zu Beginn angedacht: Steffen wollte ein komplett neues GfK-Heck verwenden. Bei näherer Betrachtung fügte sich aber auch die Originalbank hervorragend ins Bild ein – vorausgesetzt, man würde sie geringfügig eindampfen. Geringfügig heißt in diesem Fall: 20 Zentimeter kürzer und sich nach hinten verjüngend. Genau der richtige Eingriff für ein enorme dynamisierung der Linienführung bei gleichzeitiger Bewahrung des alten Bol D'Or-Flairs. Extrem stimmig, weil das perfekte Maß zwischen schick und dezent, ist auch das Lackkleid: Schwarz für Rahmen, Fahrwerk und Triebwerk stand von Anfang an fest, das leckere „Hot Chocolate“-Braun sah Steffen auf dem alten Cabrio eines Kumpels und mußte nicht lange mit sich ringen, daß dieser Ton auch seinem Classic-Fighter hervorragend zu Gesicht stehen würde.

Wenn das mal gut geht...

So sicher auch war, daß der 900er-Treibsatz einer umfassenden Renovierung bedurfte, so sehr machte diese Tatsache Steffen nervös: Bei allem handwerklichen Geschick war dieser Auftrag doch etwas zu heikel für einen Ungelernten, so daß er bei der Zerlegung (und vor allem der daraus resultierenden Wiederherstellung) des Motors auf die Hilfe eines Freundes vom Fach zurückgriff. Aber auch dieser Beistand bewahrte ihn nicht vor einigen Grübelattacken beim Anblick des atomisierten Vierzylinders. Ob das am Ende alles wieder an seinem Platz sein und auch noch funktionieren würde... Aber wie sich der mitdenkende Leser schon denken kann: Alles paßte und lief, lediglich die Abstimmung der neu bedüsten Vergaser auf die offenen Luftfilter und die Sebring 4-in-1-Anlage war nochmal ein Geduldsspiel, daß am Ende aber gemeistert wurde.

Zweiter Frühling für die Bol D'Or

Die ganze Zeit und Arbeit hat sich gelohnt: Steffens abgerittene Bol D'Or präsentiert sich lebendiger und knackiger als je zuvor und verdrängt wohl noch länger die Gedanken an irgendein modernes Zeug á la Fireblade und Co. – was natürlich nicht heißt, daß der erste Umbau auch der letzte war. Das einstige Alteisen hat aber alle Qualitäten, um auch in Steffens Garage zu einem Kult-Klassiker zu avancieren. Und wie wenig Sinn es macht, gewisse Entwicklungen schon im Voraus zu genau zu planen, hat der Steffen in der intensiven Bauphase mit seiner alten Lady ja des Öfteren erfahren...


TECHNISCHE DATEN
Modell: Honda CB 900 Bol d’Or SC 01, Bj.1980
Erbauer & Besitzer: Steffen Kriese
Motor: Serie
Vergaser: Serie, geänderte Bedüsung
Luftfilter: K&N
Krümmer/Auspuff: Sebring mit gekürzten Zwischenrohren und Eigenbau-Halterung
Rahmen: Serie, modifiziert (alle überflüssigen Halterungen entfernt, Lenkanschlag geändert)
Heckrahmen: Serie, 20 cm gekürzt
Schwinge: Yamaha FZR 1000 3LE, Aufnahmen für Stereo-Federbeine von Krüger und Junginger angeschweißt
Federbein: Koni
Gabel: Yamaha FZR 1000 3LE, mit Gabelcovern von Fighter-Rudy
Gabelbrücken:
oben: Lucas
unten: Yamaha FZR 1000 3LE
Bremse: Yamaha FZR 1000 3LE mit ABM Peak-Scheiben
Räder: Yamaha FZR 1000 3LE
vorn: 3,5x17 Zoll
hinten: 5,5x17 Zoll
Reifen:
vorn: 120/70 ZR-17
hinten: 180/55 ZR-17
Lenker/Riser: LSL Dragbar
Tank: Serie
Fußrasten: FZR 1000 3LE mit Eigenbau-Adaptern
Scheinwerfer: Zubehör
Höcker: Serie, modifiziert
Kotflügel: FZR 1000 3LE
Armaturen: Tasterschalter
Instrument/Anzeigen: Motogadget
Lackierung: schwarz pulverbeschichtet, schwarz eloxiert, Uni schwarz lackiert und Hot Chocolate von Mini One lackiert
Sonstiges: 12 mm-Versatzritzel von Krüger und Junginger, Eigenbau-Heckunterverkleidung aus Stahlblech, ABM S-Grip-Griffe, Ferrara-Spiegel, Kellermann-Blinker, LED-Rücklicht und -Kennzeichenbeleuchtung, , alle Schrauben und Achsen gelb verzinkt


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