Die Farbe des Geldes

Wenn man von der Kolorierung eines Fahrzeugs immer auf die Herkunft der Mücken schließen könnte, mit welchen der Untersatz angeschafft wurde, dann hätten Ratz und Rübe vom Feuerroten Spielmobil ihren Obolus wohl durch das Vergolden ihrer plüschigen Rosetten im Puppenpuff verdient. Ein ebenso verstörender wie auch unwahrscheinlicher Gedanke. Es gibt aber durchaus real existierende Fälle, in welchen die erwähnte Kausalität vorhanden ist. Franks Bandit ist so einer, der sogar zum titelgebenden Thema des gesamten Umbaus gekrönt wurde. Nein, er verdient sein Geld nicht als Brikett-Testesser bei Fackelmann.

Schwarzgeld

1996 kaufte sich Frank, just von der Volljährigkeit mündig geküsst, mitten in der geldkargen Lehrzeit und frisch mit einer gültigen Fahrerlaubnis ausgestattet eine nagelneue Bandit 600, die er die folgenden zwei Jahre unbehelligt und original durch die Gegend chauffierte. Unvorsichtiger Kontakt zu fightenden Subkulturen führte eines Tages spontan zum Ausbruch einer unheilbaren Infektion, die ihn bis heute in ihren bazillenschwangeren Klauen hält. Dabei gestalteten sich die ersten Symptome noch relativ harmlos: Eine 0815-Maske an der Front, eine andere Bespannung des Heckrahmens und weiterer übersichtlicher Tüdelkram kamen ans Krad. Für mehr war seinerzeit einfach nicht genug Bewegung auf dem Konto.

Black Money

1999 kam es dann zu ersten heftigen Reaktionen, die sich einerseits in einem umfassend Umbau und andererseits im gehäuft sachgemäßen Umgang mit Altreifen zeigten. Das blieb nicht ganz folgenlos für die Gesundheit des vierzylinderigen Patienten und resultierte in bis heute insgesamt 13 auf diversen Brennplatten hingerichteten Motoren – was einem ansehnlichen Schnitt von einem Antrieb pro Saison entspricht. Die kleinen Banditenherzen wurden im Zuge ihrer Ausrottung erst durch GSX-F Motoren der 600er-Klasse, dann durch 750er und schließlich 1200er Großvolumer ersetzt. Als der letzte dieser evolutionären Serie gehimmelt, Franks Hunger nach Leistung aber immer noch nicht erquickend befriedigt war, entschied sich der Motorradmechaniker zum Aufbau eines adäquateren Freudenspenders.

Dinero Negro

Ein 11er Gixxer-Hubkolber, ausgeleierter als das Schlüpfergummi von Oprah Winfrey und toter als Elvis, kam da gerade recht. Eine gerissene Steuerkette hatte dem erst 16.000 Kilometer jungen Zampano die Suppe jäh versalzen und die Ventile krumm gehauen. Statt den öligen Warp-Kern einfach wieder flott zu machen, investierte Frank jede Menge Gehirnschmalz, Doppelmärker und Freizeit in das Gebilde und entlockte ihm eine ansehnliche Zahl zusätzlicher Ponys. Der Kopf wurde komplett überarbeitet, Kanäle geschliffen und poliert, die Steuerzeiten verschärft und feinjustiert sowie Hub- und Brennraum geliftet. Um die Gasfabrikation kümmern sich fortan ungehemmte FCR-Vergaser von Keihin, während ausgangsseitig eine BSM-Anlage nebst geändertem IXIL-Pott für saubere Abgänge sorgt.

l'argent noir

Die vier kleinen Schraubstopfen in den Krümmern künden von der peniblen zylinderselektiven Abstimmung des Gashaushalts, unterstützt durch einen zentralen Lambda-Sonden-Port. Damit die Temperatur des wasserfreien Antriebstrangs im erträglichen Bereich bleibt, wurde ein Setrab-Kühler rekrutiert, der das flüssige Gold auf thermischem Kurs hält. Gleichzeitig juckte es Frank in den Fingern zu einem größeren Rundumschlag in Sachen Fahrwerk auszuholen, was er dann auch tat. Los ging´s hinten, wo eine unvermeidliche Einarmschwinge nebst Autofelge Platz nahm und für einen prallen Arsch sorgt. Das üppige Achterdeck wollte jetzt so gar nicht mehr zur relativ grazilen Front passen, was neben einem Satz Eigenbau-Brücken auch lauthals nach üppigen Coverrohren schrie. Frank hörte das Flehen und reagierte selbstlos und ohne zu zögern. Zusammen mit der Megatec-Maske assistiert eine amtliche Segelstange bei dem frontalen Eingriff - mit ISR-Armaturen und Tastschaltern standesgemäß bestückt. Ehrensache, dass so gut wie nichts von der verbauten Kabelage zu sehen ist.

Denaro Nero

Der Tank der Banditin bekam im Folgenden einen Satz maßgeschneiderte Cover, welche die serienmäßigen Ausbuchtungen an den Seiten verpacken. Zusätzlich wurden Intarsien eingearbeitet und die Konturen deutlich verschärft, was das Spritfass den restlichen Bauteilen optisch deutlich näher bringt. Das mittels eines nahtlosen Tankanschlusses gepimpte Heck von PS-Design, sauber auf dem Eigenbau-Heckrahmen montiert, setzt die Linie nach hinten fort.

Schwatte Flocken

Das Ensemble entstand nicht zufällig oder ist das Ergebnis ungestümer Bastelei, sondern resultiert aus einer ausführlichen Planungs- und Erprobungsphase. Statt einfach drauf los zu bauen und sich dann am Ende in den Arsch zu beißen ob der verschwendeten Zeit und Ressourcen, griff Frank zu ein paar Rollen Klebeband und reichlich Pappe. Aus diesen Materialien formte er provisorische Halter und Konstrukte, die es der Fachkraft ermöglichten das Endergebnis zu simulieren. So konnten diverse Variationen in minutenschnelle durchgespielt und wo es nötig war nachgebessert werden. Als Frank eine Architekturstufe erreicht hatte die ihm gefiel, vermaß er die benötigten Bauteile und formte sie aus Metall „scharf“ nach. Das durchdachte Vorgehen hat sich sichtbar ausgezahlt, womit wir wieder beim Thema Geld wären, das in seiner erfreulichsten Vorkommensform nun mal schwarz ist.


TECHNISCHE DATEN
Marke/Modell/Bj.: Suzuki, GSF 6/11 S Bandit, Bj. 1996
Motor: GSX-R 1100 überarbeitet, Steuerzeiten justiert, Zylinderkopf modifiziert, Kanäle geändert und poliert, Zündung mit geänderten Timings
Ölkühler: Setrab mit Stahlflex-Leitungen
Vergaser: Keihin FCR41
Luftfilter: Adapter mit Einzelfiltern
Krümmer/Auspuff: BSM umgeschweißt mit Lambda Anschluss und IXIL Shorty mit modifiziertem Auslass
Rahmen: GSF 600 S
Heckrahmen: Eigenbau
Schwinge: VFR 750 RC36/2
Umlenkung: Eigenbau
Gabel: GSX-R 750 mit Gabelcovern
Gabelbrücken: Eigenbau
Räder:
vorn: GSX-R 750
hinten: Autofelge Dotz Through 7x17 ET38 mit Eigenbau-Spurplatte
Bereifung:
vorn: 120/70-17 Metzler
hinten: 210/50-17 Metzler
Lenker/Riser: Fehling LD9 103cm
Bremsen:
vorn: GSX-R 750 mit Braking-Wave Scheiben
hinten: VFR 750 mit Braking-Wave Scheibe
Fußrastenanlage: Lukas mit LSL Rasten
Tank: original stark modifiziert, Suzuki S in den Tank eingelassen, Schnellverschluss-Tankdeckel und Kanten entfernt
Verkleidung/Maske/Scheinwerfer: Virus, 38er DE-Scheinwerfer
Höcker/Sitzbank: PS Design Typ ESD10, Eigenbau Sitzbank bestickt
Kotflügel: Eigenbau
Bugspoiler: Megatec modifiziert
Armaturen/Schalter/E-BOX: ISR Bremspumpen Schwarz vorn, ABM Bremspumpe hinten, Lenkertaster mit F-BOX und Eigenbau Kabelbaum
Instrumente/Anzeigen: Motogadget Motoscope Mini mit Motosign Kontrollleuchten im gefrästen Gehäuse
Lackierung: Leuchtendes, frühlingshaftes Schwarz-Matt
Sonstiges: Rahmen, Schwinge, Gabel, Räder alles Schwarz gepulvert, Zündschloss unters Heck verlegt, Kellermann-Blinker im Lenker, hinten micro 1000 DF, Kurzhub-Gasgriff


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