Der Herr sprach: es werde Licht… Maschine

Wer keine Magnetzündung verbaut hat, der braucht eine konstante Stromquelle, damit sich sein Haufen bewegt. Da sich Kernspaltungsreaktoren noch nicht so richtig durchgesetzt haben, übernehmen den Job zumeist Lichtmaschinen. Die Dinger sitzen entweder im oder am Motor und sind fast immer dreiphasige Generatoren, die hemmungslos Wechselspannung raus kloppen, welche vom Regler dann zu leichtbekömmlicher und spannungsstabiler Gleichspannung umgeformt wird. Lebenswichtig für die Vortriebserzeugung. Ohne intakte LiMa ist deshalb Schieben angesagt. Schockt natürlich nicht.

Kommt das dennoch mal vor, ist Fehlersuche angesagt. Das Vermessen der LiMa ist gar nicht so schwer. Das Verfahren hängt in erster Linie davon ab, ob es sich um einen Generator mit integriertem Regler handelt, oder ob dieser extern angesiedelt ist.

Kommen aus der Huckepack-LiMa lediglich zwei Kabel wie abgebildet heraus, so liegt zumeist eine integrierte Version vor. Messen lässt sich in dem Fall nur das komplette Paket, die LiMa selber nicht. Stehen zwischen den beiden PINs bei laufendem Reaktor nicht mindestens ~14V an, muss entsprechend das gesamte Teil getauscht werden






Meist sieht die Sachlage jedoch so aus: Aus der LiMa kommen drei Phasen in Form von drei Kabeln (meistens gelb oder weiß ummantelt) und wandern in den Regler. Der entsprechende Anschluss ist der linke graue






Am Gegenstück, also dem LiMa Ausgangskabel-Paket, bzw. dessen Stecker können wir nun messen. Die drei Phasen sind gleichberechtigt, so etwas wie „Plus“ oder „Minus“ gibt es hier nicht, da der Strom nicht fest gepolt ist, sondern seine Polarität ständig „wechselt“






Deshalb muss am Multimeter auch unbedingt der Bereich auf „Wechselstrom“ gestellt werden. Das Symbol ist meist ein „~






Gemessen werden alle drei Kabel gegeneinander. Also 1und2, 2und3 sowie 1und3. Der Motor muss logischerweise laufen, sonst passiert nüscht. Im Werkstatthandbuch zum jeweiligen Modell finden sich zu erreichende Werte, angegeben in Volt bei einer bestimmten Drehzahl. Die Voltzahlen liegen meist im Bereich zwischen 30V und 60V bei mittleren Drehzahlen. Die Angaben müssen bei allen drei Messungen erreicht werden. Zwei von drei reicht nicht! Zudem sollten die Werte möglichst dicht beieinander liegen. Ist dem nicht so, ist die LiMa zum Gehörnten






Zur ergänzenden Kurzschlussmessung wird das Multimeter auf Durchgangsprüfung, als „Ohm“ umgestellt und jedes der drei Kabel gegen Masse gemessen – der Motor ist währenddessen aus. Hierbei darf kein Durchgang vorhanden sein, ansonsten ist die Isolation der Wicklungen nicht mehr in Ordnung






Vor dem Zusammenbau macht es Sinn, die vorhandenen Stecker mit Elektrofett einschmieren. Das Verhindert Einwirken von Feuchtigkeit, somit fiese Korrosion und hält den Übergangswiderstand niedrig. In vielen Fällen resultieren LiMa oder Regler-Schäden aus schlechten Stechverbindungen. Im Regler-Kapitel findet ihr mehr zu dem Thema






Ist die Lima defekt, kann man sie entweder neu wickeln lassen oder eine frische kaufen. Gebrauchtkauf ist immer so eine Sache, da man nicht weiß was der Ersatz schon auf dem Buckel hat. OEM-Neuteile schlagen auf der anderen Seite schnell mal mit mehreren Hundertern breite Schneisen in die Kontoauszüge. Auch nicht richtig geil. Für viele Modelle gibt es auf dem Aftermarket Nachbau-Limas, die zum Preis einer gebrauchten OEM angepriesen werden. Wir haben uns so einen Billig-Schlingel von „Electrosport“ gezogen, wie ihn z.B. brands4bikes, Polo und viele andere Discounter feil bieten






Der Stator kam mitsamt ordentlich langen Kabeln, sah auf den ersten Blick aber schon wie der unterernährte Bruder des OEM-Bauteils aus. Laut Verkaufstext „In Form, Größe und Leistung ähnlich dem Original.“ Ähnlich. Aha. Soso…






Der Einbau verlief soweit problemlos, die Befestigungslöcher passten astrein, lediglich die Gummidichtung für die Durchführung war nicht dabei






Wir haben die vorhandene Dichtung der alten LiMa recycelt




Kurzer Check, Ladespannung passt, alles hübsch. Dann mal zurück auf die Straße und Spaß haben

Zumindest für zwei Runden, denn dann war spontan erneut kein Ladestrom mehr da. Der stechende Geruch beim Abstellen des Hobels ließ nichts Gutes erahnen. Und tatsächlich konnten wir nur noch die verbrannte Leiche des „ähnlichen“ Stators exhumieren. Sah aus wie frisch gegrillt






Wir haben dann eine Crossover-Transplantation gestartet: nach einiger Recherche zeigte sich, dass der Stator der Intruder 1400 identische Abmessungen zu dem unseren aufweist und es für dieses Modell auch solide und nicht nur „ähnliche“ Nachbauware gibt. Wir haben uns also einen Stator von „Tourmax“ gezogen, der preislich in der Mitte zwischen der China-Grillwurst und dem Originalteil liegt und leistungsmäßig tatsächlich etwa 10% Vorsprung bietet






Schon optisch zeigt sich ein eklatanter Unterschied. Die Kabelstärke ist fast doppelt so dick wie beim „Ähnlich-Teil“ und auch die Breite ist um den Faktor Zwei größer (rechts der „ähnliche“ Billigheimer, links das Tourmax-Teil). In Form, Dimensionen und Ausführung ist beim neuen Versuchskaninchen mit bloßem Auge kein Unterschied zum OEM-Teil zu erkennen. Das sieht schon auf der Werkbank deutlich vertrauensvoller aus






Blöderweise ließ er sich (natürlich) nicht direkt montieren. Die überflüssigen, zusätzlichen Kabelstränge mit den Pick-Ups zu entfernen war das kleinere Problem, dafür hat Gott schließlich den Seitenschneider geschaffen. Aber die Montagelöcher passten nicht. Kein Wunder, das Ding ist ja auch für einen anderen Hobel gedacht

Wir haben das verbrannte Billigteil als Vorlage benutzt und mittels einer Aluplatte eine Bohrschablone gebaut










Mit dieser haben wir den neuen Stator mit den passenden Löcher versorgt, so dass er in unseren Deckel passt




Funktioniert astrein (inzwischen seit über 15.000km) und ist eine brauchbare Alternative zum doppelt so teuren Originalteil. Bei der Ersatzteilsuche lohnt es sich also auch mal über den Tellerrand blicken, kann sich also durchaus lohnen. Von ganz billigem Rotz raten wir aber ausdrücklich ab. Dabei ist natürlich zu beachten, dass spätestens mit der Kabelkastration und dem Bohren im Träger jedweder Ansatz von Garantie oder Gewährleistung zum Teufel ist. Also: don`t try this at home, folks! Eh klar.





Disclaimer/Warnhinweis:
Dieser Bericht dient lediglich der Veranschaulichung der von uns durchgeführten Arbeiten. Er ist auf keinen Fall Aufforderung oder Ermunterung zum Nachmachen und will auch nicht so verstanden werden. Wir raten ausrücklich davon ab, die durchgeführten Arbeiten, egal ob komplett oder auszugsweise nachzumachen, da daraus sowohl für Material als auch Leib und Leben (auch das Dritter) explizite Gefahren erwachsen. Darüber hinaus führen derartige Arbeiten u.U. zum Erlöschen der Betriebserlaubnis und/oder Garantie- oder Gewährleistungsansprüchen. Also bitte auf keinen Fall nachmachen! Wer dies dennoch tut, handelt entgegen unserer ausdrücklichen Warnung als auch Intention und ausschließlich sowie umfassend auf eigene Gefahr und ist für alle hieraus erwachsenden Konsequenzen und Schäden eigenverantwortlich.


  • lima1 lima1
  • lima10 lima10
  • lima11 lima11
  • lima12 lima12
  • lima13 lima13
  • lima13b lima13b
  • lima14 lima14
  • lima16 lima16
  • lima2 lima2
  • lima3 lima3
  • lima4 lima4
  • lima5 lima5
  • lima5a lima5a
  • lima5b lima5b
  • lima6 lima6
  • lima7 lima7
  • lima8 lima8
  • lima9 lima9