Trick 17

Weiß man um ein paar spezielle Grundsätze, kann man ohne zusätzlichen Arbeits- und Kostenaufwand so einiges an Optimierung ins elektrische Dickicht einfließen lassen und die Qualität des Ergebnisses sowie die Zuverlässigkeit des Kabelgestrüpps deutlich anheben.

Zündspulen: Den Funkenkanonen kann man ihre Aufgabe deutlich erleichtern, wenn man sie von heißen Hot-Spots fernhält. Genau wie Regler mögen sie es kühl und zugig. Was sie dagegen gar nicht mögen, sind magnetisierbare Metalle in ihrem direkten Umfeld, denn diese irritieren ihre eigenen Magnetfelder, was wiederum Auswirkungen auf die induktive Leistung hat. Diese Magnetfelder wirken nicht nur innerhalb der Spulenkörper, sondern deutlich darüber hinaus. Bei Krädern mit klassischen Stahlrahmen macht es also Sinn, sie nicht direkt am Rahmen zu verschrauben, sondern mit etwas Abstand – oder noch besser: an einer Stelle ohne Eisen-Nachbarschaft. Bei Krädern mit Alu-Rahmen entfällt dieses Problem. Bei beiden Typen kann aber ein weiterer kleiner Hack Pluspunkte bringen: Wenn man für die Befestigungsschrauben auf ein nicht magnetisierbares Material, also z.B. VA, Alu oder Messing zurückgreift und die klassischen 8.8er Stahlschrauben in der Schublade lässt, verhindert man auch hier Störungseinflüsse und bekommt optimales Knistern ins Gebälk.




Die richtige Materialwahl kann auch an anderer Stelle weit mehr als nur kosmetischen Charakter entfalten. Metalle haben nämlich nicht nur in Sachen Wärmehaushalt und Magnetismus stark unterschiedliche Eigenschaften, auch Ströme transportieren sie nicht einheitlich effektiv – mit überraschender diesbezüglicher Reihenfolge (natürlich Abhängig von der jeweiligen konkreten Legierung, für uns reicht an dieser Stelle jedoch die näherungsweise Betrachtung). Das in Sachen Sturmflut so ziemlich schlechteste, für uns relevante Material ist Edelstahl. Wer also z.B. VA-Schrauben benutzt, um die Kabel an der Batterie zu verschrauben oder Massekabel gegen den Rahmen zu ballern hat in Sachen elektrischer Leitfähigkeit zum schlechtesten Metall gegriffen.




Stahlschrauben leiten schon fünfmal besser. Messing kann`s noch einmal eine Spur effektiver. Aluminium kommt gar auf den bis zu 25-fachen Wert von Edelstahl und ist immer noch etwa fünfmal leitfähiger als Stahl. Besser können es eigentlich nur noch Kupfer (als Schraubenmaterial jedoch zu weich), Silber und Gold. Womit auch geklärt wäre, warum Highend-Kabelschuhe oftmals vergoldet angeboten werden. Das hat nichts mit Poserei oder Angebertum zu tun, sondern ganz banale elektrische Gründe. Der Strom fließt so einfach deutlich ungehemmter.

Wer also für die Kabelbefestigung an der Batterie und an Massepunkten Aluminiumschrauben (z.B. 7075er) benutzt sowie Anlasserkabel und Batteriehauptkabel zum Anlasser-Relais mit vergoldeten Kabelschuhen bestückt (so teuer sind die nicht), erfreut sich an diesen neuralgischen Punkten der maximalen Barriere-Freiheit und munter fließenden saftigen Strömen. A Propos Masse: Jeder Verbraucher bekommt ein eigenes Massekabel, welches bis zum Verschraubungspunkt geführt wird. Also nicht auf halbem Ende die Massekabel zusammentüdeln, sondern jedes einzelne mit einer Öse bestücken




Eine fiese Falle in Sachen Stromfluss ist die Gabel, bzw. deren Lenkkopflager. Solltet ihr an der Forke Verbraucher, wie z.B. Blinker oder Scheinwerfer, montiert haben so sorgt dafür, dass die Kollegen Masse per Kabel vom Rahmen beziehen und nicht über den Lenkkopf. Also nicht einfach die Massekabel an der Gabelbrücke, den Risern oder dem Lenker montieren, sondern bis zum Rahmen legen. Das Lenkkopflager in seinem Fettbecken steht da nämlich gar nicht drauf und tut dies durch schnell verschleißende Lager kund.




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