xXx Daytona

xXx Daytona

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KONSEQUENZ

Keine Kompromisse

Konsequenz findet sich in vielen, verschiedenen Ausprägungsstufen. Da machen Mopeten und ihre Treiber keine Ausnahme. Insbesondere im Lager der Oldtimerfetischisten nimmt das Streben nach Konsequenz schon mal Züge an, die dem Wahnsinn nicht ganz unähnlich sind. Da werden schon mal diverse Dichtflächen vorsätzlich ramponiert, um dem Klassikerpathos durch austretende Schmiermittel gerecht zu werden. Und manchmal kommt es sogar ganz dicke: Dann werden obendrein die Waschbetonfliesen in der Auffahrt feinsäuberlich mit Ölflecken verziert - und Frauchen bekommt gelegentlich nachts mit Barttrimmer und Nasenhaarschneider eine Greta-Garbo-Gedächtnis-Frisur verpaßt, damit auch bei der Kopulation das NSU-Max-Feeling aufkommen kann. Jetzt noch ein paar Bombenkrater im Vorgarten buddeln, den Computermonitor gegen einen Schwarz-Weiß Fernseher gewechselt, und das altertümliche Szenario ist komplett.

Keine halben Sachen

Maik fährt ein englisches Eisen und ist dabei nicht weniger konsequent. Auch wenn er sich nicht hauptsächlich von Haggis ernährt, nicht vorsätzlich nur auf der rechten Fahrbahnseite zu reisen pflegt und unsere Kanzlerin auch niemals "Queen Merkel" nennt, so legt er doch eine natürlich gewachsene Konsequenz höchster Ausprägung an den Tag. Außenstehende konnten sich hiervon auf der letzten Fighterama überzeugen, wo der Kasseler Wahnsinnsbraten die aktuelle Umbaustufe seiner ehemals als "Daytona" aus dem britischen Hinkley vom Band gelaufenen Lady zur Schau stellte. Nach kurzer Akklimatisierung absorbierte Maik das Messeleben derartig konsequent, daß er auch auf seinen Tages- und Abendausflügen ins Rheinberger Umland in Supermärkten, Diskotheken und auch öffentlichen Verkehrsmitteln auf Messepreise bestand. Der Knaller ist dabei, daß er von den völlig verblüfften Bütteln diese Sonderkonditionen obendrein auch noch bekam - Hut ab dafür! Gerüchteweise soll zwar Alkohol im Spiel gewesen sein, aber auch das darf als klare Insignie für die zwingende Umsetzung gelten.

Keine halben Sachen

Nicht weniger unbeirrt und resolut ging (und geht) Maik die Metamorphose seiner motorisierten Insellady an. In seinen Besitz wechselte die vollverkleidete Engländerin zum Jahrtausendwechsel. Die Plastikfront riß Maik mit flinken Händen vom Gerüst, und verbannte sie auf Dauer ins Lager. Und wenn schon abbauen, dann auch richtig. Die 955er verlor also ihre Integrität und der Rahmen im Abschluß seinen Lack. Der war Maik schlichtweg zu langweilig und wurde nach dem Strahlen gleich dreimal für den glänzenden Effekt gepulvert. Dem selbst gebauten Heckteil und dem Tankdeckel widerfuhr das gleiche feine Schicksal. Ursprünglich sollte auch der Scheinwerfer dieses mehrschichtige Finish erhalten, doch das Gehäuse des Aluminiumexponats überlebte schon den ersten Strahlgang nicht mehr und strich vorzeitig die Segel. Maik hatte allerdings weder Zeit noch Lust, sich lange mit dem leichtmetalligen Weichei herumzuärgern, und so kam vorerst ein lackiertes Ersatzstück an die Gabel.

Atemwegserkrankung

Apropos Lack: Dieser wurde extra für Maik von seinem Kumpel Markus angemischt und aufgetragen. Die bei diesem Anblick aufkommende exstatische Begeisterung wurde allerdings schon kurz darauf wieder deutlich gemindert. Als Schalldämpfer hatte Maik nämlich ursprünglich einen herrlichen, sauber gekürzten Pott seiner vorher gefahrenen CBR 600 vorgesehen (und auch montiert). Wie sich jedoch bereits auf der ersten größeren Fahrt heraus stellte, war dieser mit den Abgasmassen und Druckverhältnissen des Tommy-Triebwerkes schlichtweg überfordert. Das Teil gab daher bei Knallgas plötzlich seinen Job auf und verließ seinen angestammten Platz schlagartig und unaufgefordert. Aber der Topf kam nicht weit. Die Front des gerade überholten LKW stoppte den Flug des ungewöhnlichen Geschosses, und die Achslast des Lastkahns gab ihm den Rest. Der kaltverformte Ex-Schalldämpfer konnte nur noch zerstört geborgen werden und setzte die Fahrt im Rucksack fort. Es kam, wie es kommen mußte: Einige Kilometer später zog ein Kommando der Rennleitung die nun frei ausatmende Tripple aus dem Verkehr. Die Ortung wurde nach Angaben der grün-weißen Wegelagerer per Hörmuschel vorgenommen: "Wir haben dich fünf Minuten früher gehört, als gesehen!"

Sie haben da was verloren

Aber Maik blieb wieder mal konsequent und mit der bereits erwähnten unnachgiebigen Überzeugungskraft machte er den Schergen des Königs umgehend klar, daß seine Situation so fern der Heimat ja wohl keine andere Möglichkeit bereit hielte, als eben ungedämpft weiter zu fahren. Den Beamtem in den Werder-Bremen-Farben blieb somit wenig übrig, außer kräftig zu schlucken, eine Mängelkarte für die übermäßige Geräuschentwicklung auszustellen und Maik eine gute Heimfahrt zu wünschen. Zu Hause angekommen, wanderte dann vorübergehend wieder eine Originaltrompete ans Krad, bis unser Natural-Born-Thriller später eine selbst entwickelte Lösung mit gekürzten Shark-Pötten ersann und verbaute. Das Ganze sitzt gut plaziert unter dem Höcker von Street Machines und oberhalb der polierten, auf sieben Zoll angewachsenen Hinterradfelge. Das harmoniert, das paßt zusammen. Genau so, wie die Tribal-Lackierungen mit dem Candyfarbkleid im xXx-Design einhergehen. Wichtiges Detail am Rande: Das Wortspiel der Insignie gab hierbei den Ausschlag für die Verwendung des dreifachen X - und nicht der gleichnamige Film mit Vin "die Pläte" Diesel. Den findet Maik nämlich einfach nur doof, denn der gute Vin ist ihm einfach nicht konsequent genug. Wen wundert`s?!

TECHNISCHE DATEN
Modell: Triumph Daytona T595 (Bj.1997)
Besitzer: Maik
Motor: Serie, schwarz lackiert

Luftfilter: K&N
Auspuff: Eigenbau mit gekürzten Shark-Töpfen
Rahmen: Serie (dreifach pulverbeschichtet), Eigenbau-Heckrahmen
Schwinge: Serie, poliert
Federbein: Serie, Dämpfer lackiert, Feder dreifach pulverbeschichtet
Gabelbrücken: ABM/Serie
Räder: vorne Serie (Stern lackiert, Bett poliert), hinten auf 7" verbreitert (Stern lackiert, Bett poliert)
Bereifung: vorne 120/70/17, hinten 210/30/17
Lenker: LSL Streetbar
Fußrastenanlage: Lucas, poliert
Tank: Serie, Deckel dreifach pulverbeschichtet
Verkleidung: Haha!
Höcker: Street Machines SM-1
Kotflügel: Eigenbau
Instrumente: Acewell, dreifach pulverbeschichtet
Lackierung: by Markus
Sonstiges: Motordeckel poliert, Triumph Speed Triple-Lufthutzen, Stahlflexleitungen

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