Vulva ist keine schwedische Automarke!

Yamahas Beitrag zur Königsklasse – dem Kilo-Segment – wurde out-of-the-box in Empfang genommen. Und ohne auch nur einen Kilometer abgespult zu haben, wieder zerlegt und für „zu original“ befunden. Heftig sollte es werden „fett und breit“. So wuchsen die Felgen auf imposante zwölf Zoll hinten und fünfeinhalb vorne an. Das ergibt mit 180 Millimeter Gummi im Bug, und gar der doppelten Breite achtern. Die extra angefertigte CNC-Schwinge mit Kettenumlenkung ermöglicht dabei eine mittige Arretierung des Megapneus und kommt aufgrund ihrer konstruktiven Stabilität ohne Unter- und Oberzüge aus. Zusammen mit den auch sonst sehr dezent ausfallenden Formen und Linien ergibt sich ein für diese Größenordnung augenschmeichelndes und integres Gesamtbild.

Smörrebröd, Smörrebröd, remtemtemtem...

Die Frontpartie trägt ihren Teil dazu bei. Statt Klemmungen mit Verschraubungsorgien zu verbauen, wurde mehr Wert auf Harmonie und Zusammenspiel gesetzt. Beispielsweise so, daß die schwarze Gabel mit ihren Gabelcovern und -Brücken eine flüssige Einheit bildet und nicht wie unmotiviert zusammengepuzzelt erscheint – anders als Ikea-Regale. Der Rest des Bodykits, bestehend aus Bugspoiler, Schutzblech, Tankabdeckung und last but not least dem völlig neu gestricktem Heckteil, macht da keine Ausnahme und sorgt für ein eigenständiges, zeitgenössisches Äußeres. Wir sind ja nicht bei Volvo!

Elchtest: Was sind drei Geweihe minus zwei Geweihe?

Als wären diese Eingriffe nicht schon heftig genug, nahm man sich auch gleich noch den Motor vor – und den Luftfilterkasten ab. Da, wo sonst ein großer, schwarzer Plastikkoffer die Ansaugluft beruhigt und die Einspritzanlage mit Brandbeschleunigern versorgt, sitzt jetzt ein herrlicher Flügellader aus dem Hause Eaton – einer von der Sorte, wie sie bei Mercedes auch in den aufgepumpten Varianten ihrer Modelle verwendet wurden. Womit wir wieder beim Elchtest wären. Da der Supercharger (anders als Abgasturbinen) einen mechanischen Antrieb benötigt, wurde mittels zweier Riemen und passender Abdeckungen die Rotation an der rechten Seite der Kurbelwelle abgegriffen und an den Verdichter weiter gegeben. Der dabei entstehende Druck bleibt eher moderat, hievt den Antrieb aber immer noch deutlich über die 200-PS-Marke und das Drehmoment auf schneepflugtaugliche 150 Nm. Die Einspritz-Zeiten überwacht der bewährte Kollege Powercommander und die Luftzufuhr eine maßgeschneiderte Airbox.


TECHNISCHE DATEN
Modell: Yamaha YZF R 1
Motor: Serie, Eaton-Kompressor mit entsprechender Airbox, Antrieb RFB, ca. 210 PS und 150Nm bei relativ geringem Ladedruck (keine flankierenden Modifikationen am Aggregeat)
Wasserkühler: Serie
Ölkühler: Serie
Vergaser: Serien-Einspritzung, größere Einspritzdüsen, modifiziertes Mapping via Powercommander
Luftfilter: im Ansaugtrakt des Kompressors, Spezialanfertigung
Auspuff: 4-in-1-in-2 mit DB-Killer und EG-ABE, im Heck integriert
Rahmen: Serie
Schwinge: Alukastenschwinge (CNC-gefräst) mit Kettenumgelege, in der Schwinge spannbar
Federbein: Serie
Gabel: Serie mit Alucover
Gabelbrücken: „Die Dicken“
Räder: Serie, von Deget Racing auf 5,5“ x 18“ und 12“ x 18“ verbreitert
Bereifung: vorn 180er, hinten 360er
Bremsen: Serie, Stahlflexleitungen
Fußrastenanlage: Serie, modifiziert, Spacer
Tank: Serie, modifiziert
Höcker: Komplettkit mit Aluheckrahmen (Elektroteile, Batterie etc. sind wie in der Serie plaziert)
Instrumente: Digi-Cockpit im einteilig gefrästen Spezial-Gehäuse mit integrierter Stummel-Aufnahme


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